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Familientraditionen am Gymnasium

Goldenes Abi-Jubiläum Familientraditionen am Gymnasium

„Aus allen ist was geworden, die hier zur Schule gegangen sind“, sagt Heinrich Löwer, Ortsvorsteher von Cyriaxweimar und ehemaliger Stadt­verordnetenvorsteher.

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Die Jubilare mit Schulleiter Karl Goecke (zweite Reihe, ganz rechts) und dem in Marburg bekanntesten Ehemaligen Heinrich Löwer (erste Reihe, ganz links).

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Er ist einer der Männer, die ihr 50. Abiturjubiläum an der Martin-Luther-Schule (MLS) feierten. Am 6. November 1966 begannen für die beiden Klassen die Abiturprüfungen. Die Schüler des damaligen Jungen-Gymnasiums hatten die 13. Klasse nur zur Hälfte absolviert. Deshalb sind die 30 Jubilare in diesem Jahr auch schon der zweite Jahrgang, der an der MLS goldenes Abitur feiert.

Neben Löwer gehören zu den Ehemaligen beispielsweise­ mehrere Lehrer, Mediziner und Juristen, teilweise hatten oder haben sie leitende Positionen. An der Schule gebe es häufig ­Familientraditionen, erklären die Jubilare und Schulleiter Karl Goecke, der sie empfängt. Immer wieder schickten Ehemalige ihre Kinder ebenfalls auf das Gymnasium. „Ich bin stolz, dass meine Enkeltochter auch wieder hier in die Schule geht“, sagt Löwer. Aber auch unter den Lehrern gibt es teilweise solche Familiengeschichten.

Der ehemalige Mathelehrer Eckhard Verbeek, der den Jubilaren die Ehre gibt, erzählt, sein Vater habe 1927 an der damaligen „Adolf-Hitler-Schule“ zu unterrichten begonnen. Er habe­ sich noch beim Oberbürgermeister und den Stadtältesten mit Chapeau Claque vorstellen müssen, den er sich extra für den Anlass noch kaufte. Verbeek wird wie sein Vater damals von den Ehemaligen bis heute noch nur „Johnny“ genannt.

Schulleiter Goecke testet das Wissen der Jubilare, mit Fragen zum Jahr 1966, und macht mit ihnen anschließend eine Tour durch die Schule. Als er ihnen die neuen Räume im Erwin-Piscator-Haus zeigt, erinnert sich Wolfgang Strohm an eine Geschichte, die sich während des Baus der Stadthalle abspielte.

Regelmäßige Treffen seit vielen Jahrzehnten

Einmal habe die Kreissäge angefangen zu kreischen. „Wir sind aufgesprungen und haben gerufen ,Feueralarm‘“. Die ganze Klasse habe sich auf den Schulhof gestellt und „Engelsgesichter“ gemacht. „Bis der Englischlehrer bemerkt hat, dass gar kein Feueralarm war, ist die Stunde vorbei gewesen.“

Bei Michael Mette, der das Treffen gemeinsam mit Hans-Walter Liese und Dr. Norbert Fehringer organisiert hat, weckt die Erzählung ebenfalls Erinnerungen. Als der Erdkundelehrer keine Lust auf Unterricht gehabt hatte, habe er zu einem der Schüler gesagt: „Schreib mal ins Klassenbuch als Thema für heute, ,die mäandrierende Lahn‘“. „Dann haben wir die Füße ins Wasser gehängt“, sagt Mette und lacht. Ein Schüler sei baden gegangen, da habe der Lehrer kurzerhand ins Klassenbuch geschrieben, dass der Junge wegen einer Erkältung nach Hause gegangen sei.

Seit Jahrzehnten treffen sich die Schüler der beiden Klassen regelmäßig. In der elften Jahrgangsstufe wurden sie auf einen mathematischen und einen sprachlichen Zweig aufgeteilt. Die Sprachschüler treffen sich alle fünf Jahre, während die Mathematiker sich zweimal im Jahr sehen, davon mindestens einmal in Marburg.

Den Tag beenden wollen sie, nach Klassen getrennt, in zwei verschiedenen Restaurants. „Wir haben uns immer noch nicht synchronisieren können“, scherzt Mette.

von Freya Altmüller

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