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Fall "Gigi": Die Berufung ist gescheitert

Posse um Hündin Fall "Gigi": Die Berufung ist gescheitert

Das Landgericht Marburg hat im jahrelangen Rechtsstreit um die Chihuahua-Hündin „Gigi“ die Berufungsklage der Marburgerin abgewiesen, die die Herausgabe des von ihr beim Gericht hinterlegten Geldes verlangte.

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Marburg. Im Jahr 2007 hatte „Frau M.“ einen Vergleich mit der damaligen Klägerin „Frau S.“ aus Siegen geschlossen. 5000 Euro waren als Pfand hinterlegt worden, für den Fall, dass Frau M. den Hund nicht an die ursprüngliche Besitzerin herausgeben kann. Dieser Fall trat nach Ansicht der Marburgerin ein, als „Gigi“ kurz nach einem Urteil, das sie zur Herausgabe verurteilte, verstarb. Da es sich jedoch um einen natürlichen Tod gehandelt habe, forderte sie ihr Geld zurück.

Begonnen hatte die Geschichte damit, dass die Siegenerin die Hündin gemeinsam mit ihrer Tochter in der Slowakei erworben hatte. Diese war später wiederum zu ihrem Vater nach Marburg gezogen und hatte den Hund unrechtmäßig an Frau M. weitergegeben.

In zahlreichen Verfahren stritten sich die beiden Parteien seither um das Sorgerecht für den Chihuahua und nach seinem vorgeblichen Tod um die 5000 Euro. Ende letzten Monats war ein Vermittlungsversuch des Landgerichtes an der Beklagten gescheitert, obwohl diese nach eigener Aussage nicht auf das Geld aus gewesen war (die OP berichtete).

Frau S. bezweifelt, dass Gigi eingeäschert wurde

Richter Dr. Christoph Ullrich verkündete daher in Abwesenheit beider Beteiligten die Entscheidung des Landgerichts, das sich der Auffassung des Amtsgerichtes anschloss. Die Berufung wurde zurückgewiesen, da der Tod „Gigis“ nicht ausreichend dokumentiert und bewiesen sei. Daher sei die Vollstreckung des Geldes, so wie im Vergleich vereinbart, möglich.

Bereits einen Tag nach dem Tod der Hündin hatte Frau M. „Gigi“ einäschern lassen. Lediglich eine Bescheinigung durch eine Tierärztin soll dies belegen. Frau S. zweifelt dies bis heute an, da dieser schnelle Vorgang unlogisch sei. Um die 5000 Euro zurückzuerhalten, wäre auch eine öffentlich nachvollziehbare Beerdigung denkbar gewesen, die einen eindeutigen Beweis erbracht hätte.

Gegen die jetzige Entscheidung besteht theoretisch kein Rechtsmittel mehr, da das Landgericht in diesem Fall die höchste Instanz darstellt. Allerdings bleibt dennoch offen, ob es womöglich zu einer weiteren Fortsetzung der juristischen Auseinandersetzungen kommt. Der Rechtsanwalt der Marburgerin hatte beim letzten Verhandlungstermin indirekt mit einer Verfassungsklage gedroht.

von Peter Gassner

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