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Fakirbrett und Hochstelzen

Ferienspiele Fakirbrett und Hochstelzen

Karla balanciert auf einer Zirkuslaufkugel. Betreuer Leo Pohl hält ihre Hand. Bei der Generalprobe hat sie es noch ohne Stütze geschafft, aber jetzt ist sie zu zittrig.

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Balancieren gehört zu den Zirkusnummern, die die Kinder in Ginseldorf beim Spielmobil lernten.Foto: Freya S. Altmüller

Marburg. „Da hab ich‘s lieber sein gelassen, bevor ich noch runterfalle“, erklärt die 9-jährige Ginseldorferin später.

An diesem Freitagnachmittag präsentieren die Kinder bei einer Abschlussvorstellung, was sie in der vergangenen Woche von den Mitarbeitern des Spielmobils gelernt haben. Zirkus war dieses Jahr das Thema. An verschiedenen Stationen konnten die Teilnehmer Spielgeräte ausprobieren und durften sich entscheiden, was sie am Ende auf der Bühne vorführen möchten.

Zu den beliebtesten Stationen gehörten neben der Laufkugel auch die Hochstelzen, das Fakirbrett und das Feuerspucken. Letzteres war den Betreuern dann für die Vorstellung aber doch zu gefährlich, erklärt Organisatorin Frauke Haselhorst von der Jugendförderung.

Eine Gruppe Kinder trägt eine Bank mit zwei hellblauen Samtkissen auf die Bühne. Als sie den Deckel abheben und das Nagelbrett zum Vorschein kommt, geht ein Staunen durch das Publikum.

Ein Mädchen setzt sich davor, stützt sich seitlich mit den Armen ab, während sie den Rücken langsam nach hinten sinken lässt. Ein Junge hält ihr ein Kissen in den Nacken, auf dem sie schließlich ihren Kopf ablegt. Applaus.

Insgesamt nehmen jährlich 200 Kinder teil

Das Brett hat Haselhorst selbst gebaut, alle Spielgeräte haben sie und ihre Mitarbeiter, Pädagogik- und Lehramtsstudenten, vorher ausprobiert.

„Jonglieren kann ich immer noch nicht“, erklärt Tim-Moritz Weygand, „ich kann es nur anleiten.“ Der 23-Jährige hat bereits zum zweiten Mal beim Spielmobil mitgemacht.

„Valentin wird nun per Gedankenübertragung mir und Anastasia mitteilen, auf welche Kiste sich ein Zuschauer gesetzt hat“, verkündet ein Mädchen. Auf der Bühne stehen drei umgedrehte Bierkästen. Während Valentin darauf wartet, dass sich jemand aus dem Publikum nach vorne traut, verschwinden die beiden Mädchen hinter dem Zirkuszelt. Eine Frau erklärt sich bereit und lässt sich auf der mittleren Kiste nieder. Der Junge flüstert ihr etwas ins Ohr. „Das war‘s schon?“, fragt die Frau erstaunt und kehrt zurück an ihren Platz. Valentin ruft die Mädchen. Sie befühlen die Kisten und riechen daran. Schließlich deuten sie auf die mittlere. „Die war‘s!“

„Das Angebot soll viel Freizeitcharakter haben“, erklärt Haselhorst. Vier Stunden am Nachmittag nehmen die Kinder teil.Ginseldorf ist das letzte der fünf Dörfer, die die Bauwagen des Spielmobils jede Sommerferien bereisen, immer in der gleichen Reihenfolge - Hermershausen, Bauerbach, Michelbach, Schröck, Ginseldorf - damit die Eltern ihre Ferienplanung danach richten können. Insgesamt nehmen zweihundert Kinder zwischen fünf und elf Jahren jedes Jahr teil.

„Wenn die Kinder für etwas Feuer gefangen haben, dann bleiben sie richtig dran“, sagt Haselhorst. Ein Junge auf Hochstelzen, die er sich an die Füße geschnallt hat, kommt auf sie zu. „Wo gibt’s die?“, fragt er. Seine Mutter will ihm welche für Zuhause kaufen.

von Freya S. Altmüller

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