Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Fahrer kommen leicht verletzt davon

Unfall und Stau auf B3 Fahrer kommen leicht verletzt davon

Knapp drei Stunden lang standen gestern Hunderte Autofahrer im Stau auf der voll gesperrten Bundesstraße 3.

Voriger Artikel
Lärm, der „auf die Nerven“ geht
Nächster Artikel
Studenten zahlen geringe WG-Miete

Mit der rechten Front erwischte dieser Sattelzug den Pannen-Lkw, der auf dem Standstreifen stand. Beide Fahrer wurden leicht verletzt.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Um kurz vor 12 Uhr kam es zu dem zum Glück für beide Fahrer relativ glimpflich abgelaufenen Unfall kurz vor der Abfahrt Gisselberg.

Laut Polizeisprecher Martin Ahlich hielt der Fahrer eines Kleinlasters seinen Siebeneinhalb-Tonner auf dem Seitenstreifen an und schaltete die Warnblinkanlage ein. Denn der Mann habe eine Panne an seinem Fahrzeug vermutet und wollte zur Kontrolle aussteigen. In diesem Moment fuhr der Sattelzug ins Heck des Mercedes. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Kleinlaster nach rechts in die Leitplanke gedrückt, der auffahrende 40-Tonner krachte links in die Mittelleitplanke.

Durch die Kollision wurde bei der Sattelzugmaschine die Beifahrerseite komplett aufgerissen und erheblich eingedrückt. Zudem riss der Tank ab und blieb auf der Straße liegen. „Benzin lief nicht aus“, so Ahlich. Der Kleinlaster wurde am Heck schwer beschädigt und war, wie sein „großes Pendant“, nicht mehr fahrbereit.

Um die Fahrzeuge zu bergen und die Straße von ausgetretener Kühlflüssigkeit zu reinigen sowie um die verstreuten Fahrzeugteile aufzusammeln, blieb die B3 bis 14.45 Uhr gesperrt. „Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen sowohl auf der Autobahn als auch auf der Ausweichstrecke über die Bundesstraße 255“, erläutert Ahlich. Die beiden Fahrer, 41 und 54 Jahre alt, erlitten nur leichtere Verletzungen. Sie konnten ihre Führerhäuser noch alleine verlassen. Rettungswagen brachten sie zu vorsorglichen Untersuchungen ins Krankenhaus. Der kleinere Laster war mit Gerüst- und Metallzaunteilen beladen, der Sattelzug transportierte Maschinenteile. Den Schaden schätzt die Polizei auf 70000 Euro.

Menschliche Bedürfnisse und leere Autobatterien

Im Stau versuchten die Autofahrer derweil, das Beste aus der Situation zu machen. Nach und nach stiegen immer mehr Leute aus den Fahrzeugen.

Problematisch für eine Frau: Sie verspürte ein „menschliches Bedürfnis“, fragte bei den Insassen eines Wohnmobils, ob sie vielleicht deren Toilette nutzen dürfte. Doch die war nicht betriebsbereit. Doch die Beifahrerin organisierte aus dem Wohnmobil kurzerhand eine Decke, die als Sichtschutz diente - so konnte sich die Frau neben dem Standstreifen erleichtern.

Nicht ratsam war es allerdings, während des fast dreistündigen Stillstands das Radio laufen zu lassen: Nachdem der Verkehr wieder ins Rollen kam, waren bei mindestens vier Autos von der Abfahrt Marburg-Süd aus die Batterien leer. Ein Fahrer organisierte Helfer, um sein auf der linken Spur stehendes Auto auf den Standstreifen zu schieben. 100 Meter vor ihm stand ein weiteres Auto mit leerer Batterie nur halb auf dem Standstreifen: Da das Auto eine elektrische Feststellbremse hatte, ließ sich diese durch den Strommangel nicht lösen - zum Glück löste das in die Fahrbahn reichende Fahrzeug keinen weiteren Unfall aus.

von Andreas Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr