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Fahren ohne Führerschein endet mit Haftstrafe

Landgericht Fahren ohne Führerschein endet mit Haftstrafe

Weil er einfach nicht die Finger von Vaters Auto lassen konnte, ohne einen Führerschein zu besitzen, muss ein junger Mann nun für Monate ins Gefängnis.

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Immer wieder fuhr ein 25-Jähriger ohne gültige Fahrerlaubnis Auto. Zuletzt fuhr er auch noch zu schnell und geriet auf der B 3 in eine Radarkontrolle. Archivfoto

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Blitzer auf der Marburger Stadtautobahn wurden dem 25 Jahre alten Mann aus Stuttgart zum Verhängnis: Wieder einmal war er Mitte vergangenen Jahres mit dem Auto unterwegs, ohne gültige Fahrerlaubnis. Die wurde ihm bereits vor Jahren entzogen. Das Marburger Landgericht zog nun einen endgültigen Schlussstrich unter die Ausflugsserie des Autofans.

Die zweite Strafkammer bestätigte am Donnerstag in der Berufungsverhandlung das Urteil des Amtsgerichtes. Dieses hatte den Beschuldigten im Juni wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Der Grund: Mitte vergangenen Jahres war der Angeklagte mit dem Auto seines Vaters auf der B3 in Richtung Gießen unterwegs. Er fuhr auch noch zu schnell und geriet in die Radarkontrolle auf Höhe des Marburger Bahnhofs. Auf diesem Wege kam heraus, dass er zum wiederholten Male ohne Führerschein ein Fahrzeug führte. Als Grund für den unrechtmäßigen Ausflug nannte der Mann einen familiären Notfall. Da sein Onkel wegen eines Bandscheibenvorfalls in einem Krankenhaus in Nordhessen eingeliefert wurde, fuhr er umgehend von Stuttgart los, um dem Verwandten beizustehen, „Ich habe nicht nachgedacht, kam auf dumme Gedanken und bin sofort losgefahren“, so der Neffe. Er wollte nur helfen, die Angelegenheit mit Krankenhaus und Versicherung klären und den Onkel, der kein Deutsch spricht, unterstützen. Auf dem Rückweg wurde er in Marburg geblitzt, das Ganze flog auf.

Es war nicht die erste Fahrt des jungen Mannes, der ohne Führerschein unterwegs war. Der wurde ihm bereits vor fünf Jahren nach einem Unfall entzogen, die Sperrfrist immer wieder verlängert, da er sich regelmäßig widerrechtlich hinters Steuer setzte.

Nach mehreren Geldstrafen erhielt er zuletzt Anfang des Jahres eine Bewährungsstrafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Während der aktuellen Tat stand er demnach unter Bewährung, die er erneut missachtete, stellte das Gericht fest. Zudem wartet ein weiteres Verfahren auf ihn, dieses Mal wieder in Stuttgart: Nur zwei Monate nach seinem Ausflug nach Marburg wurde er erneut hinterm Steuer erwischt. Das Sammelsurium an Verstößen und Missachten sämtlicher Auflagen kam vor Gericht nicht gut an.

Der Angeklagte habe immer wieder bewiesen, dass geringere Strafen „ihn nicht abschrecken“, stellte Staatsanwältin Sarah Otto fest, die sich dafür aussprach, die Berufung zu verwerfen.

Der Beschuldigte versuchte sich selber zu verteidigen: Im vergangenen Jahr habe er das Auto aus einer „besonderen Situation“ heraus genommen, und auch aus dem Grund, da er als Arbeitsloser kein Geld für die Bahn hatte. Heute sehe das Ganze anders aus, mittlerweile hat er sich selbstständig gemacht, sich zudem eine Dauerkarte für den öffentlichen Nahverkehr besorgt, „ich bringe mein Leben in die Reihe“, versuchte der 25-Jährige das Gericht von einem positiven Lebenswandel zu überzeugen, das Gefängnis noch einmal zu umgehen. Ohne Erfolg, die Berufung wurde „als unbegründet“ verworfen, bestätigte die Kammer das Urteil der ersten Instanz.

Zudem wurde die Strafe noch um das vorangegangene Urteil aus Stuttgart erweitert: Somit erhielt der Angeklagte eine Freiheitsstrafe von acht Monaten. Die Fahrsperre wurde um weitere 18 Monate verlängert. Obwohl gewisse und positive Veränderungen bei dem beschuldigten vorlägen, „die Vorverurteilungen und das Bewährungsversagen wiegen schwer“, erklärte der Vorsitzende Richter Gernot Christ.

Nicht nur, dass der Mann nur kurze Zeit später erneut straffällig wurde, auch die bisherigen Urteile zeigten „keine Wirkung“ - nicht einmal die Bewährung als „letzte Möglichkeit“ habe er genutzt.

Wenn der Angeklagte Glück hat, wird nach dem Marburger Urteil das Stuttgarter Amtsgericht sein letztes Vergehen, wieder eine rechtswidrige Autofahrt, nicht weiter verfolgen. Zudem kann er wahrscheinlich mit einem offenen Vollzug rechnen, seinen Beruf somit tagsüber weiterführen, erklärte der Richter.

von Ina Tannert

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Von Redakteur Anna Ntemiris

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