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Fachwerkhaus entsteht in Handarbeit

Jugendbauhütte Fachwerkhaus entsteht in Handarbeit

Wer den Weg zur Jugendbauhütte im Freizeitgelände Stadtwald findet, kann sehen, wie weit schon die Arbeit des Jahrgangs 2013/14 fortgeschritten ist.

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Die FSJler im Stadtwald zeigten Oliver Dahn (Leiter Jugendbauhütte Hessen-Marburg), Petra Gollasch-Groß (ijgd), Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Jürgen Heer (Leiter des Stadtwaldgeländes), Ulrike Munz-Wege (Fachdienstleiterin Jugendförderung) und Christian Meineke (Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie der Stadt) den Fortschritt des Baus. Foto: Julia Krekel

Marburg. 22 junge Menschen, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) der Denkmalpflege absolvieren, bauen mit ihren eigenen Händen ein Fachwerkhaus und schaffen damit etwas Dauerhaftes für die Gemeinschaft.

32 Meter lang ist das Haus Frielendorf. Die Fachwerkwände sind mit Lehmgeflecht befüllt. In Handarbeit und mit professioneller Anleitung sollen noch alle vier Wände geschlossen werden. Am Anfang war ein Haufen Holz: „Ich habe die leuchtenden Augen der ungelernten FSJler gesehen und ihnen gesagt: ‚Das ist euer Haus‘“, erzählt Oliver Dahn, der Leiter der Jugendbauhütte Hessen-Marburg. Vom Sockel über die Wände aus Lehmgeflecht bis zum Dach haben die jungen Erwachsenen engagiert gearbeitet. „Der Steinsockel wurde innerhalb eines Tages aufgebaut. Das ist eine Wahnsinnsleistung“, findet Dahn.

Auch das Fachwerkgerüst habe nach zwei Stunden Arbeit im Oktober gestanden. Der Leiter betont vor allem die persönliche Entwicklung der Freiwilligen, die an vier Fachseminaren teilgenommen haben. Das letzte dieser Seminare startete am Donnerstag.

Begleitet von einem pädagogischen Leiter der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) und an der Seite erfahrener Fachleute erhalten die jungen Menschen einen Eindruck von der Vielfalt denkmalpflegerischen Wirkens. Seit September setzte sich die Gruppe mit Fragen des interkulturellen und sozialen Lernens, der Freiwilligkeit, Selbstorganisation und Ökologie auseinander. Zusätzlich wurden allgemeine Grundlagen der Denkmalpflege vermittelt. Doch auch handwerkliche Techniken werden an Ort und Stelle erlernt.

Die Jugendbauhütte ist ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Trägerschaft der ijgd und in Kooperation mit der Jugendförderung der Universitätsstadt Marburg. Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne), Jugenddezernent der Stadt, lobte die großen Fortschritte des Baus.

„Die historische Architektur ist fühlbar und fassbar“, so Kahle. Die Sandsteinfundamente der Frauenklinik, die für den Neubau der Zentralen Universitätsbibliothek (ZUB) weichen mussten, seien zum Teil für das Fundament des Hauses im Stadtwald genutzt worden.

Eine neue Gruppe von FSJlern wird ab dem 1. September ihre Freiwilligenarbeit beginnen. Diese wird das Projekt fortführen und das Dach traditionell decken. Das Vorhaben ist über mehrere einwöchige Fachseminare bis 2015 geplant. Das Haus Frielendorf ist das erste „schlafende Haus“ des Freilichtmuseums Hessenpark, das eine Nutzung außerhalb des Museumsgeländes findet. Nach der Fertigstellung dient es der Jugendförderung Marburg als Gruppenraum und Lagerplatz.

Für das nächste FSJ der Denkmalpflege bei der Jugendbauhütte Hessen-Marburg sind noch Stellen für junge Frauen und Männer im Alter von 16 und 26 Jahren frei.Am Dienstag, 27. Mai, findet dazu von 14 bis 17 Uhr ein Informationstag statt - in der Hannah-Arendt-Straße 3 bis 7, Raum 3. Anmeldung unter Telefon 06421/3096866 oder per E-Mail an fjd.he@ijgd.de

von Julia Krekel

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