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Experten wollen die „Kirchen im Dorf lassen“

Werkstatt-Tagung in Marburg Experten wollen die „Kirchen im Dorf lassen“

Wie können Kirchen im ländlichen Raum erhalten und genutzt werden? Diese Frage beschäftigte knapp 200 Experten, die zu einer Werkstatt-Tagung mit dem Titel „Die Kirchen im Dorf lassen“ nach Marburg kamen.

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Rund 200 Denkmalschutz-Experten sprachen im Marburger Landgrafenschloss über die Möglichkeiten, auch in Zeiten demografischen Wandels Dorfkirchen zu erhalten.

Quelle: Michael Agricola

Marburg. Am Donnerstag fanden die Eröffnung und ein Vortrags-Nachmittag statt, am Freitag standen Werkstattgespräche auf dem Programm und am Samstagmorgen ging es auf Exkursion zu beispielhaften Kirchen im Landkreis.

Fachleute und Praktiker sollten ins Gespräch gebracht, Probleme benannt, Ideen ausgetauscht, Lösungswege entwickelt werden – diese Ziele hatte sich die Werkstatt-Tagung gesetzt. Veranstaltet wird sie von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger mit dem EKD-Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart an der Philipps-Universität in Marburg.

„Wer möchte schon in einer Welt ohne Dorfkirchen leben?“ stellte Dr. Rosemarie Wilcken, die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, fest. Rund die Hälfte der Ausgaben der Stiftung werde für Kirchen verwendet und trotzdem mute die Förderung immer wieder an wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. „Unsere Erwartungen an diesen Kongress sind groß“, konstatierte Wilcken.

Die Sorgen, die das Thema den Beteiligten bereitet, dürften angesichts des demografischen Wandels in der Gesellschaft und dem Rückgang der Mitgliederzahlen kirchlicher Gemeinden auch nicht kleiner werden.
Neue Konzepte für alte Kirchen – diese Herausforderung betrifft aber nicht nur die Finanzen, sondern auch Fragestellungen hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen von Umnutzungen. Rosemarie Wilcken wies darauf hin, dass die grundsätzliche Fragestellung je nach regionalen Gegebenheiten sehr differenziert betrachtet werden müsse.

Das Thema sei ein schwieriges, bestätigte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, die zur Eröffnung in den Fürstensaal des Landgrafenschlosses nach Marburg gekommen war. Man könne entweder den Kopf in den Sand stecken oder sich des Problems annehmen, wie es mit dieser Tagung geschehe.

von Nadja Schwarzwäller

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