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Experte untersucht Mond-Souvenirs

Forschung Experte untersucht Mond-Souvenirs

Der Marburger Zahnmediziner Professor Ulrich Lotzmann hat Mondlandungs-Artefakte aus dem Nachlass des „Apollo-11“-Astronauten Neil Armstrong erfolgreich auf Echtheit überprüft.

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Zahnmediziner Professor Ulrich Lotzmann mit dem Anzug eines Astronauten.

Quelle: privat

Marburg. Die Witwe des Astronauten Neil Armstrong, der mit der „Apollo 11“-Mission als „erster Mann auf dem Mond“ 1969 weltweit berühmt wurde, fand ein Jahr nach Armstrongs Tod im Jahr 2012 per Zufall in einem Wandschrank ihres Hauses eine Tasche mit Geräteteilen. Wie sich nun herausstellte,  gehörten diese  zur Ausstattung der Landefähre von Apollo 11  und sind somit für die Geschichte der bemannten Raumfahrt hochinteressant.

Dass das so ist, das hat der Marburger Zahnmediziner Professor Ulrich Lotzmann zusammen mit zwei anderen Experten in monatelanger Kleinarbeit überprüft und anschließend bestätigt. Es steht nun zweifelsfrei fest, dass die nun wieder aufgetauchten Utensilien einst auf der weltweit ersten erfolgreichen Mondmission mit dabei waren.

Die Experten wurden  vom Kurator der Apollo-Sammlung im „National Air and Space Museum“ (NASM)  in Washington gebeten, die Authentizität der einzelnen Artefakte zu prüfen. Auf den Teilen fanden sich zum Beispiel noch Reste von Mondstaub, und außerdem mussten unter anderem Seriennummern mit vorhandenen Bestandslisten des US-Weltraumprogramms der NASA verglichen werden.

Bereits im April 2014 hatte Lotzmann sich anlässlich einer Reise in die USA die Tasche des „Apollo-11“-Astronauten angeschaut und auch alle Teile fotografisch dokumentiert. Im Dezember vergangenen Jahres gab es ein Ergebnis der Überprüfungen.

Aufstellung der US-Flagge mit Kamera dokumentiert

Im Februar dieses Jahres wurden die Ergebnisse öffentlich; ein Teil der Fundstücke wird nun in Washington ausgestellt. Unter den Fundstücken befindet  sich auch die  berühmte 16-Millimeter-Film-Kamera (Privatfoto), mit der unter anderem die Landung auf dem Mond sowie Neil Armstrongs Schritte als erster Mensch auf dem Mond dokumentiert wurden. Zudem wurden mit dieser Kamera auf dem Mond auch weitere Aktivitäten wie das Entnehmen der ersten Bodenproben und das Aufstellen der US-Flagge dokumentiert.

„Um die historische Bedeutung dieses Fundes richtig einordnen zu können, muss man wissen, dass man bislang davon ausging, diese wie auch alle anderen Geräteteile der Landefähre seien wie  geplant auf dem Mond zurückgelassen worden“, erläutert der Marburger Zahnmediziner Professor Ulrich Lotzmann.

Er beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Mondlandungen und den Apollo-Raumfahrt-Missionen der amerikanischen Weltraum-Behörde NASA. Armstrong hatte diese „Erinnerungsstücke“ weder seinem Biographen gegenüber erwähnt, noch wusste seine Familie davon, macht Lotzmann deutlich.

Lotzmann ist neben Eric Jones (Australien) und  Ken Glover (Kanada) Teil eines dreiköpfigen Expertenteams und gehört seit Jahren zu den Autoren des Fachjournals „Apollo Lunar Service Journal“.  Unter anderem durch die Freundschaft mit dem früheren Astronauten Allan Bean hat sich Lotzmann umfassendes Expertenwissen angeeignet.

von Manfred Hitzeroth

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