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Exhibitionist muss ins Gefängnis

Landgericht: Berufungsverhandlung Exhibitionist muss ins Gefängnis

Haftstrafe für einen Exhibitionisten: Anfang des Jahres verurteilte das Amtsgericht den Mann - doch legte dieser gegen das Urteil Berufung ein. Nun kam raus: Er schlug nach der Verhandlung erneut zu, die Berufung wurde verworfen.

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Die Uni-Bibliothek wird auch von vielen Studentinnen frequentiert. Mehrfach hatte ein 30-Jähriger auf dem Parkplatz an der Bibliothek auf junge Frauen gewartet und sich vor ihnen ausgezogen. Archivfoto

Quelle: Thomas Breme

Marburg. Weil sich der 30-Jährige vor zwei Jahren mehrfach vor Passanten auszog und sich vor deren Augen selbst befriedigt hatte, verurteilte ihn das Amtsgericht zu einem Jahr Gefängnis.

Während der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht wurde der Fall erneut aufgerollt. In den vergangenen Jahren hatte sich der Mann in mindestens vier Fällen exhibitionistischer Handlungen strafbar gemacht. Mehrfach hatte er auf dem Parkplatz der Marburger Universitätsbibliothek und anderen Orten auf junge Frauen gewartet, vor deren Augen er sein Geschlechtsteil entblößte und sich selber befriedigte. Er stand zudem nicht zum ersten Mal vor Gericht, wurde bereits dreimal wegen ähnlicher Handlungen sowie gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Während seiner jüngsten Taten befand er sich zudem innerhalb einer Bewährungsfrist, während parallel weitere Strafprozesse gegen ihn liefen.

Seine Taten gab der 30-Jährige bereits in erster Instanz zu. Das Amtsgericht sah damals keine positive Sozialprognose mehr für den vorbestraften Mann. „Frühere Verhandlungen machten keinen Eindruck auf den Angeklagten, das Gericht geht von einer hohen Rückfallquote aus“, verlas Richter Hans-Werner Lange die Urteilsbegründung des Amtsgerichts.

Seine exhibitionistischen Neigungen lebe der Mann immer wieder aus, eine frühere Psychotherapie hatte er abgebrochen, eine weitere abgelehnt. Er gilt als mehrfacher Wiederholungstäter und Bewährungsversager, stellte auch die Strafkammer des Landgerichts am Montag fest.

Während der Verhandlung schwieg der Angeklagte und machte keine weiteren Angaben. Ziel der Berufung sei ursprünglich die Aufnahme einer weiteren Therapie sowie eine Umwandlung des Urteils in eine Bewährungsstrafe gewesen, teilte sein Verteidiger Markus Plettenberg mit.

Die Berufung konnte der Angeklagte nicht aufrechterhalten, er zog den Antrag schließlich zurück. Grund für diesen Schritt: Nach der vergangenen Urteilsbegründung war er Mitte diesen Jahres erneut rückfällig geworden. Mittlerweile laufen zwei weitere Anklagen gegen ihn, unter anderem wegen exhibitionistischen Handlungen vor Jugendlichen sowie Körperverletzung, teilte der Vorsitzende mit.

Aus diesem Grund wurde er bereits vor einigen Wochen von den Justizbehörden in Sicherungshaft genommen und in die Justizvollzugsanstalt Gießen gebracht. Er muss nun mit weiteren Verurteilungen rechnen. Nach der Rücknahme der Berufung hat sich der bereits inhaftierte Mann nun aus der Sicherungs- in die Strafhaft zu begeben.

von Ina Tannert

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