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Ex-Ministerin verlangt mehr Inklusions-Förderung

Schule Ex-Ministerin verlangt mehr Inklusions-Förderung

Anlässlich der Ausstellungseröffnung zum Bilderbuch „Fred, der Frosch“, diskutierten Politiker, Lehrer und Kinder über Chancen und Vorteile inklusiver Schulen.

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Von links: Wiltrud Thies, Anke Koch-Röttering und Ulla Schmidt freuen sich über das neue Bilder-BuchFoto: Weber

Marburg. „Die Gesellschaft muss sich bemühen, sich weiterzuentwickeln. Das Einfachste ist es doch, wenn Kinder mit dieser Einstellung aufwachsen. Alle Kinder sollen selbstverständlich die gleiche Schule und den gleichen Kindergarten besuchen. Alle Kinder sollen die gleiche Unterstützung erfahren, damit sie das Beste aus ihrem Leben machen können“, sagte Ulla Schmidt, ehemalige SPD-Gesundheitsministerin und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe. Schmidt reiste anlässlich der Bilderbuch-Ausstellung zu „Fred, der Frosch“ (die OP berichtete) nach Marburg, um mit Politikern, Lehrern und Kindern über die Möglichkeiten von inklusiven Schulen zu sprechen.

Im Stadtverordnetensitzungssaal waren sich die Besucher einig, dass in Zukunft dem Thema inklusiver Bildung mehr Aufmerksamkeit, mehr Förderung gewidmet werden muss. „Inklusion als Sparmodell funktioniert nun einmal nicht. Deutschland muss sehen, dass Schulen für alle lebensnotwendig für die Zukunft des Landes sind. Die Lehrerausbildung muss das Thema von vornherein mit bedenken“, sagte Schmidt.

Inklusion funktioniert

Unter der Moderation der Autorin von „Fred, der Frosch“, Wiltrud Thies, berichteten Lehrer und Kinder über ihre Erfahrungen mit inklusiven Schulen. Lehrer der Richtsbergschule Marburg und der Sophie-Scholl-Schule Gießen informierten über Lern- und Arbeitsmethoden. So werde in kleinen Gruppen gelernt und exemplarisch an die Arbeit herangegangen. Kinder würden sich untereinander die Arbeiten erklären.

„Lehrer sollten vor allem in anderen inklusiven Schulen hospitieren, sich in Lehrerkollegien austauschen und ganz einfach mit den Kindern sprechen, um sich auf das Thema Inklusion einzustellen. Man braucht eine wertschätzende, dem Menschen zugewandte Haltung“, sagte Erika Salzmann von der Sophie-Scholl-Schule.

Kinder von inklusiven Schulen schienen sich jedenfalls wohlzufühlen. So könne man dort selbstständiger arbeiten. Auch die Gruppenarbeit von leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern funktioniere gut.

Der Erste Kreisbeigeordnete Karsten McGovern (Grüne) glaubt, dass Inklusion gelingen kann. Doch würden dafür die Mittel fehlen. „Die Ressourcen müssen größer werden. In Zukunft werden aber weniger Stellen für die Inklusion verfügbar sein. Ich kann auch die Eltern verstehen, die bei dem Thema Bedenken haben. Aber Vorbehalte müssen weg.“

Die Ginseldorfer Autorin Wiltrud Thies hat mit Künstlerin Anke Koch-Röttering ein Bilderbuch veröffentlicht, welches das Thema Inklusion auf einfache Art vermittelt.

von Matthias Weber

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