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Evelyn Korn soll Harald Lachnit ablösen

Vizepräsidenten-Wahlen an der Philipps-Universität Evelyn Korn soll Harald Lachnit ablösen

Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause wird als Nachfolgerin von Vize-Präsident Professor Harald Lachnit Wirtschaftswissenschaftlerin Professorin Evelyn Korn vorschlagen

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Der scheidende Vizepräsident Professor Harald Lachnit (von links) und seine Amtskollegen Professor Joachim Schachtner und Ulrich Koert.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Am 13. Januar 2016 stehen an der Uni die Vizepräsidenten-Wahlen an – und zwar für alle bisherigen drei Vizepräsidenten-Posten. Professorin Katharina Krause hat als Präsidentin der Universität das alleinige Vorschlagsrecht dafür, welche Kandidaten sie der Wahlversammlung vorschlagen will.

Sechs Jahre lang war der Psychologie-Professor Harald Lachnit der für Studium und Lehre zuständige Vizepräsident. Er geht wieder zurück an den Fachbereich Psychologie. Zwei andere wollen weitermachen: Der Chemiker Professor Ulrich Koert ist seit drei Jahren Vizepräsident für das Ressort Forschung. Und Professor Joachim Schachtner, wissenschaftlicher Mitarbeiter aus dem Fachbereich Biologie, ist für „Informations- und Qualitäts­management“ an der Uni zuständig.

Zusage nach kurzer Bedenkzeit

Die Präsidentin wird neben Schachtner und Koert eine neue Kandidatin als Ersatz für Lachnit vorschlagen, wie sie der OP auf Anfrage bestätigte: Vor zwei Wochen wurde die Wirtschaftswissenschaftlerin Professorin Evelyn Korn von der Präsidentin gefragt, ob sie den Vizepräsidenten-Posten für das Ressort „Studium und Lehre“ übernehmen wolle.

Nach einer kurzen Bedenkzeit, in der sie sich auch mit der Familie absprach, sagte die 46-Jährige zu. Die Marburger Uni-Präsidentin freut sich über die Zusage, wie sie auf Anfrage der OP sagte. Korn bringe eine andere Fächerperspektive ein und sorge für eine Verjüngung des Präsidiums. Die Wirtschaftswissenschaftlerin habe sich auch schon vor ihrer Marburger Zeit für Fragen von „Studium und Lehre“ sowie der Hochschuldidaktik engagiert. Zudem habe sie sich für die inhaltliche Gestaltung der Lehre eingesetzt.

Der Bereich „Studium und Lehre“ umfasse Kernaufgaben der Universität, sagte Korn im Gespräch mit der OP. So sei die Lehre vor allem eine wichtige Kommunikations-Aufgabe. An vielen Stellen in der Universität seien spannende Lehr-Projekte in der Entstehung. Wenn sie zur Vizepräsidentin gewählt wird, dann will Korn (Privatfoto) unter anderem die Vernetzung dieser Projekte einsetzen. Zudem fühlt sich die Professorin den Studierenden sehr verbunden.

Ein genaueres Programm für ihr mögliches Amt im Präsidium wolle sie in den kommenden Wochen auch zusammen mit den Vertretern der einzelnen Senatslisten erarbeiten. Seit 11 Jahren ist die gebürtige Bochumerin, die sich selbst als „echte Ruhrgebietspflanze“ bezeichnet, mittlerweile Professorin am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Uni Marburg.

Ehemalige Präsidentin des Marburger Zonta-Clubs

Die studierte Mathematikerin hat in Volkswirtschaftslehre promoviert und ihre Habilitationsschrift in der Betriebswirtschaftslehre vorgelegt. In ihrem Fachgebiet, der „Mikroökonömie“, geht es darum, wie in kleinen und kleinsten Einheiten Geld ausgegeben wird – das reicht vom Taschengeld über die Ausgaben von privaten Haushalten bis hin zur Entscheidungsstrukur in den Etats von kleineren Unternehmen.

In Marburg hat sich die Professorin, die hier zusammen mit ihrem Mann und dem 14-jährigen Sohn wohnt, gut eingelebt. Unter anderem war sie Präsidentin des Marburger Zonta-Clubs, einer Vereinigung von Frauen, die sich für wohltätige Zwecke einsetzen.

In der vergangenen Sitzung des Uni-Senats hatte die Präsidentin der Forderung von Studierendenvertretern eine Absage erteilt, aus Gründen der größeren Nähe zum studentischen Alltag für das Ressort „Studium und Lehre“ einen studentischen Vizepräsidenten anstelle eines Vertreters der Professorenschaft zu nominieren.

Zwei Kandidaten sind „alte Bekannte“

„Die Präsidentin hat leider nicht den Mut bewiesen, den Versuch zu unternehmen, verkrustete Strukturen durch einen studentischen Vize aufzubrechen“, kritisiert Konstantin Korn (Asta).

Zwei Kandidaten Krauses sind „alte Bekannte“: Professor Joachim Schachtner ist seit sechs Jahren im Amt und wurde bereits einmal wiedergewählt. „Ich bin froh, dass er weitermachen will“, sagt die Präsidentin. Das sei besonders wichtig für die Weiterentwicklung des von Schachtner betreuten Langzeitprojektes „Integriertes Campus-Management“.

Doch auch auf Professor Ulrich Koert, bereits seit drei Jahren Vize-Präsident, hält die Präsidentin große Stücke. Um das Zustandekommen von großen Forschungsverbünden voranzutreiben, bedürfe es umfassender Kenntnisse. Auch die Neuorganisation der Nachwuchs-Forschungseinrichtung „Mara“ habe Koert geräuschlos und gut bewältigt, sagte Krause.

  • Bis zum 9. Dezember muss die Präsidentin dem Zentralen Wahlvorstand ihre Kandidaten bekanntgeben. Der Hochschulrat hat ihrer Auswahl bereits zugestimmt. Am 13. Januar 2016 steht dann die Wahl an.

von Manfred Hitzeroth

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