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Esskastanie ersetzt Südviertel-Baum

Naturdenkmal Esskastanie ersetzt Südviertel-Baum

Mächtiger Zeitzeuge: Die in einer Höhe von 1,50 Meter herausgetrennte Holzscheibe der 200 Jahre alten, bereits im April gefällten Eiche, soll als Erinnerung an den 200 Jahre alten Baum in der Friedrichstraße dienen.

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Erinnerten mit Gedenktafel an gefällte Naturdenkmaleiche: Wolfgang Steinberg (von links) und Klaus Gärtner von der Südstadtgemeinde, Herbert Tripp, Hessisches Immobilienmanagement, Bügermeister Dr. Franz Kahle sowie Marion Kühn und Dieter Happel vom Grünflächenamt der Stadt Marburg.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Bereits im Jahr 1998 fiel der Holz abbauende Pilzbefall durch den „tropfenden Schillerporling“ bei Routinekontrollen des 30 Meter hohen Baumes auf. Aufgrund der massiven Verkehrs- und Sicherheitsbeeinträchtigungen stimmten Magistrat, Anwohner und Sachverständige einer Fällung der Naturdenkmaleiche zu.

„Der Baum hätte sonst durch sein Eigengewicht umstürzen können“, sagte Dieter Happel vom städtischen Grünflächenamt. Das sei eine Gefahr gewesen. „Es wurde vorher abgeklärt, ob die Fällung möglich sei und die rege Beteiligung der Öffentlichkeit mit einbezogen“, ergänzte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) in seiner Erinnerungsansprache. Als Ersatz für den einstigen Schattenspender wurde kürzlich an gleicher Stelle eine Esskastanie (Marone) gepflanzt. Den 15 Jahre alten und sechs Meter hohen Baum aus der Familie der Buchengewächse lieferte eine Euro-Baumschule aus Schleswig-Holstein. Kahle begrüßte die „gute Lösung“ und verwies auf das Pflanzmodell der Stadt Andernach (Rheinland-Pfalz), einer von Bürgern nutzbaren städtischen Grünbepflanzung. „Die Stadtgestaltung hat immer seine Moden“, sagte der Bürgermeister abschließend.

Die Maronen der Esskastanie sollen so künftig geerntet und verzehrt werden können. Nutzbar war hingegen das Holz der Naturdenkmaleiche nach der Fällung nicht mehr, der vom Pilz befallene Stamm ging am Ende in die Energieverwertung.

von Arnd Hartmann

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