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"Es sind viele neue Gesichter dabei"

Ausländerbeirats-Wahl "Es sind viele neue Gesichter dabei"

Im November werden in allen hessischen Städten und Gemeinden mit mehr als 1000 ausländischen Einwohnern Ausländerbeiräte gewählt. In Marburg laufen die Wahlvorbereitungen bereits auf Hochtouren.

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34 der inzwischen mehr als 40 Kandidaten.

Quelle: Ausländerbeirat/K. Foroutan

Marburg. „Wir befinden uns in der heißen Phase“, sagt Somayeh Mansouri. Mansouri ist Geschäftsführerin der Geschäftsstelle des Ausländerbeirates in Marburg und hat als solche alle Hände voll zu tun. Im Moment bereitet sie die Ausländerbeiratswahl vor, die am 29. November wie überall in Hessen auch in Marburg stattfinden wird.

An diesem Tag kann jeder Ausländer, der mindestens 18 Jahre alt und am Wahltag seit mindestens drei Monaten in Marburg gemeldet ist, wählen, wer in den kommenden fünf Jahren seine Interessen in der Stadt vertreten soll (siehe Hintergrund).

Insgesamt fünf Listen wurden bisher für die Wahl aufgestellt. Sie nennen sich „Gruppe ohne Grenzen“ (GOG), „Interkulturelle Liste“ (IKL), „Vielfalt, Gleichberechtigung, Zusammenarbeit“ (VGZ), „Bündnis der Demokratischen Völker“ (BDV) und „Sozial-demokratische Migranten in Marburg“ (SMM).

Kandidaten vertreten 36 Nationalitäten

Auf diese Listen verteilen sich bisher über 40 alte und neue Kandidaten. „Es sind viele neue Gesichter dabei“, so Mansouri. Sie stammen aus 36 verschiedenen Herkunftsländern: Türkei, Nepal, Somalia, Iran, Israel, Palästina, Armenien, Kanada, Syrien, Mazedonien, Spanien, Italien, Togo, Afghanistan. Die Nationalitäten der Kandidaten bilden ein buntes Mosaik – auch innerhalb der Listen.

„Normalerweise läuft es so, dass die Listen sich nach Nationalitäten und Glaubensrichtungen zusammensetzen“, sagt Mansouri. Diesmal sei das jedoch anders gelaufen: Die Kandidaten wurden vorab bei einer Infoveranstaltung über alle bisher bestehenden Listen informiert und haben sich dann anhand deren Schwerpunkte entschieden, welche sie von ihnen vertreten möchten. „Die Listen sind deshalb sehr durchmischt. In einer von ihnen befinden sich zum Beispiel allein14 verschiedene Nationalitäten“, freut sich Mansouri, deren Anliegen es ist, dass der Ausländerbeirat sich aus vielen verschiedenen Nationalitäten zusammensetzt.

Neben der Organisation der Wahl, informiert und berät sie die Kandidaten. „Wir hatten schon mehrere Treffen. Dabei haben sich schon die drei Schwerpunkte Diskriminierung, Frauenrecht und ausländische Studierende herauskristallisiert“, fasst sie die Aufgaben, die der Ausländerbeirat in Zukunft anpacken will, zusammen. „In den kommenden fünf Jahren wird uns aber vermutlich vor allem die Flüchtlingsthematik beschäftigen.“ Wer bei der Wahl im November ins Rennen geht, steht erst am 21. September fest. Bis dahin können noch Wahlvorschläge beim Wahlbüro eingereicht werden. Im Oktober wird Mansouri dann durch zwei geringfügig Beschäftigte unterstützt, die  ihr bei der Wahlvorbereitung helfen.

Rund 7 050 Ausländer leben derzeit in Marburg

Ihre Hauptaufgabe wird es sein, alle Wahlberechtigten zu informieren. Dazu gehören auch die Flüchtlinge, denn auch sie haben, wenn sie seit mindestens drei Monaten in Marburg gemeldet sind, ein Wahlrecht.
In Marburg leben derzeit rund 7 050 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. 140 Nationen sind insgesamt durch sie vertreten. Der Ausländerbeirat schätzt, dass insgesamt rund ein Viertel der Einwohner mehrere Staatsangehörigkeiten oder einen Migrationshintergrund haben.

von Ruth Korte

  • Hintergrund: Der Ausländerbeirat ist ein Gremium, das  auf kommunaler Ebene die politischen, rechtlichen, sozialen, kulturellen und religiösen Interessen der ausländischen Einwohner vertritt. Er wird alle fünf Jahre direkt und demokratisch gewählt. Der Ausländerbeirat Marburg besteht aus 15 Mitgliedern, die Stadt  und Verwaltung überparteilich und überkonfessionell in Bezug auf besondere Belange der ausländischen Bevölkerung beraten. Zudem engagieren sie sich für Bildungschancen und Integration in Kindertagesstätten und Schulen und setzen sich für Gleichberechtigung ein. Darüber hinaus fördern sie ausländische Vereine und Initiativen, organisieren Informationsveranstaltungen und internationale Feste. Mehr Informationen finden Sie auf www.ausländerbeirat-marburg.de
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