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Es klappern die Mühlen an Lahn und Ohm

Mühlentag Es klappern die Mühlen an Lahn und Ohm

Am Pfingstmontag öffnen drei heimische Mühlen anlässlich des deutschen Mühlentags ihre Pforten für die Besucher - und bieten viel Programm rund ums Kultur- und Industriedenkmal Mühle.

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Bernd Schautes (rechts) weiß, wie die Klostermühle in Caldern funktioniert. Seine Kenntnisse teilte er beim Mühlentag mit den Besuchern.

Quelle: Nadine Weigel

Amöneburg. Der Pfingstmontag ist seit vielen Jahren traditionell der Tag der Mühlen. Am 9. Juni ist es wieder so weit. Mehr als 1000 Wind- und Wassermühlen im Bundesgebiet laden zur Besichtigung ein. Mit dabei im Landkreis sind die Brücker Mühle in Amöneburg, die Papiermühle in Kirchhain und die Klostermühle in Caldern.

Die Brücker Mühle ist seit 1248 in Betrieb. Das Kultur- und Industriedenkmal ist die letzte noch funktionstüchtige Mahlmühle an der Ohm - „und sie zeigt eindrucksvoll, wie über die Kraft des Wassers mit Hilfe von Transmissionen unterschiedliche Maschinen in Gang gesetzt werden, um Getreide zu reinigen, zu überheben und zu vermahlen“, erklärt Mühlenbetreiber Thomas Kleinschmidt.

In Amöneburg können Besucher am Pfingstmontag alle fünf Stockwerke bei laufender Mühle besichtigen. Zu sehen sind dort etwa die alten Steinmahlgänge, die nach alter Tradition wieder Mehl wie früher herstellen sollen, wenn ihre Restauration abgeschlossen ist. „Die schweren Rohlinge sind schon da und werden fachmännisch mit altem Werkzeug geschärft“, sagt Kleinschmidt und weist auch auf die alten Wasserturbinen hin: Eine davon liegt trocken und bietet einen Einblick in die Antriebstechnik.

Um 11 Uhr öffnen die Mühlen

In der Brücker Mühle gibt es zudem eine Ölpresse. Aus biologischen Saaten entstehen kaltgepresste Speiseöle - unter anderem Leinöl aus regionalem Leinsamen. Die Besucher können alle Öle probieren, um sich selbst ein Bild von der Qualität zu machen. Angetrieben wird die Ölmühle, wie auch die Mahlmühle, durch die seit 1903 laufende Turbinenanlage, erläutert Kleinschmidt. Am Mühlentag will er den Besuchern die „erschwerte beziehungswiese unmöglich gemachte Wasserkraftnutzung kleiner Mühlen in Hessen“ erklären, die so nicht zur Energiewende beitragen könnten.

In der Brücker Mühle öffnet der Mühlenladen ab 11 Uhr. Im Mühlenhof und auf dem Mühlengelände gibt es Kaffee und Kuchen sowie Gerichte aus der Mühlenküche. Neben einer Auswahl an alten Würz- und Gemüsepflanzen sowie Zierpflanzen für den Garten befinden sich Stände mit regionaler Handwerkskunst und mit kulinarischer Spezialitäten rund um die Mühle. Für Kinder steht das Thema Wasser, Energie und Getreide im Mittelpunkt. Das weiträumige Gelände an der Ohm lädt zum Erkunden ein. Das Programm für die Besucher läuft von 11 bis 19 Uhr.

Im Amöneburger Nachbarstädtchen Kirchhain lädt die Papiermühle zur Besichtigung ein - von 11 bis 18 Uhr ist geöffnet. Der Arbeitskreis Dörfliche Kultur präsentiert eine „lebendige Ausstellung mit Vorführung und zum Mitmachen“. Gezeigt werden dabei teils vergessenen Techniken wie Spinnen, Sticken, Häkeln, Stricken, Stopfen, Patchwork, Klöppeln, Drechseln, Kranzbinden, Speckstein- Schnitzen und Malen. Der Arbeitskreis will Anstöße geben für eine kreative und sinnvolle Freizeitbeschäftigung und wirbt für diese „Zeitreise in angenehmer Umgebung bei Kaffee und Kuchen“.

Kunst im Mittelpunkt

Als weiteres Thema hat der Arbeitskreis für den Mühlentag „Kunst in der Region“ ausgewählt. Eine Wanderung über den Kirchhainer Skulpturenpfad gehört zum Programm. Beginn ist um 10 vor dem Bahnhof; die Wanderung endet gegen 12 bei den neun Wächtern an der Papiermühle.

Und dann geht‘s weiter mit einer Neugründung. Die „Jungen Briefmarkenfreunde Hessen“ bieten eine Ausstellung verschiedener Briefmarkensammlungen von Kindern und Jugendlichen - die Besucher dürfen sie bewerten. Ein Glücksrat und eine Ratesäule mit kostenloser Beteiligung und Preisen für Briefmarkensammler stehen bereit.

Indes gibt es auch in und an der Klostermühle in Caldern Programm. Die Betreiber Markus und Bernd Schautes bieten eine Besichtigung der Mühle an. 1389 wurde sie erstmals erwähnt, 1527 ging sie mit Gründung der Universität Marburg in deren Besitz über und wurde von Erbleihmüllern betrieben. Später ging die Klostermühle, die einst in Verbindung mit einem Zisterzienserkloster stand, in Privatbesitz über. Die erste Turbine lief 1910, 1925 kam die Bäckerei dazu. Heute dient die Mühle noch immer der Bäckerei, sie mahlt für den Eigenverbrauch und verfügt über fünf Doppelwalzenstühle.

Am Mühlentag dürfen die Kinder in der Mühlenbäckerei selbst backen, Kinderschminken, Livemusik im Mühlenhof, der Verkauf von Landbrot und eine Filmvorführung „Vom Korn zum Brot“ stehen neben Essen, Trinken und einem Flohmarkt ebenfalls auf dem Programm.

von Carina Becker

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