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Es bleiben noch acht Angeklagte

Bordellprozess Es bleiben noch acht Angeklagte

Ein Rechtsmediziner beurteilte am Dienstag die Verletzungen der Nebenkläger. Ein Zeuge konnte sich nicht mehr an die Auseinandersetzung im „Erotic Island“ erinnern.

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Die Aktenstapel auf dem Tisch des Richters. Ein baldiges Ende der Verhandlung gegen Männer aus dem Rotlichtmilieu ist auch nach dem vierten Verhandlungstag nicht in Sicht.

Quelle: Anna Ntemiris

Marburg. Besonders aussagekräftig sind die Aufzeichnungen der Überwachungskameras des Erotic Island vom 8. Juni 2007 nicht. Zu sehen sind die Betreiber und Türsteher des Bordells, die geschäftig hin und her laufen, sich herzlich mit Umarmungen begrüßen, hier und da bewegen sich leicht bekleidete Frauen im Flur, einmal läuft ein alter Mann mit einem Rollator entlang.

Menschenleere Flure und leere Eingänge sind dagegen häufig zu sehen. 70 Minuten schaute sich am Dienstag die erste Strafkammer des Landgerichts Marburg unter Vorsitz von Dr. Carsten Paul das teils undeutliche Material an. Die eigentliche Tat, um die es seit Ende November im sogenannten Bordellprozess geht, muss sich in einem Raum ereignet haben, in dem keine Kamera lief. Laut Anklageschrift sollen die Beschuldigten in der Küche des Bordells die Opfer mit Messern, Schlagringen und anderen Waffen schwer verletzt haben. Die Kamerabilder zeigen, dass Angestellte des Bordells den Boden im Flur wischten. Zuvor hatten Zeuginnen bereits ausgesagt, dass sie damals Blut wegwischten – nicht um bewusst Spuren zu beseitigen, sondern um schnell wieder Sauberkeit herzustellen.

Ein vom Gericht geladener Rechtsmediziner beurteilte einige der Aufnahmen. So ging es um die Frage, wie sehr die beiden mutmaßlichen Opfer, die als Nebenkläger auftreten, verletzt waren. Die beiden Brüder hatten vor Gericht ausgesagt, dass sie kaum haben gehen können, weil sie getreten, geschlagen und mit Messern gestochen worden seien.

von Anna Ntemiris

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