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Erstis finden Freunde fürs Leben

Semesterstart Erstis finden Freunde fürs Leben

Die studentischen Fachschaften an der Uni haben auch im Sommersemester den Empfang der Erstsemester vorbereitet.

Das neue Semester an der Philipps-Universität ist gestartet.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Wir machen das alles ehrenamtlich - unbezahlt und in unserer Freizeit“, erläutert der Psychologie-Student Janis Loewe von der Fachschaft Psychologie, wenn es um das Thema Orientierungseinheiten (OE) geht. Jede Menge Idealismus ist auf jeden Fall auch mit dabei. Seit Jahrzehnten ist die Betreuung von Studienanfängern jeweils eine Woche vor dem Semesterstart eine Domäne der Fachschaften.

Geborgenheit zum Studienstart

„Es ist gut für die Gemeinschaft. Man wird gut betreut. Jeden Tag ist etwas anderes“, berichtet Eleni Kremeti. Die Psychologiestudentin kann sich noch gut an „ihre OE“ zurückerinnern, als sie neu als „Ersti“ an die Marburger Uni kam. Dabei habe ihr die Orientierungswoche ein Stück weit Geborgenheit zum Studienstart gegeben. Zudem sei sie jetzt noch befreundet mit den Leuten, die sie am zweiten Tag in Marburg kennengelernt habe.

Damit beschreibt sie ein spezielles Phänomen: Selbst wenn die „OE“-Gruppen per Zufall zusammengewürfelt sind, entstehen aus den Kleingruppen oft jahrzehntelange Freundschaften. Die OE-Teamer sind Studierende, die schon seit einigen Semestern Erfahrung im Studienalltag gesammelt haben. Neben praktischen Infos wie dem im Fachbereich Medizin überlebenswichtigen Punkt „Stundenplanbasteln“ steht das Kennenlernen ganz oben auf der OE-Agenda. Dazu dient vor allem das Einteilen in Kleingruppen für die sich daran anschließende Stadtrallye. „Bei uns steht der Spaß im Vordergrund“, erläutert Studentin Lavinia Hunder von der Fachschaft Jura. Die Spiele bei der Stadterkundungstour sollen dazu dienen, die Stimmung aufzulockern. „Wir wollen nicht stumpf irgendeinen Blödsinn machen“, erzählt Student Moritz Hartz, ebenfalls von der Fachschaft Jura. Die Kennenlernspiele seien von der Erlebnis-Pädagogik inspiriert. Tretboot-Fahren auf der Lahn oder abenteuerliche Bobbycar-Rennen gehören dazu.

Kein Alkoholzwang

Bei der Psychologen-OE stand auch einmal die Disziplin „Mit Apfelwein Lieder gurgeln“ auf dem Programm. Doch auf Spiele, in denen auch Alkohol getrunken wird, will die Fachschaft Psychologie jetzt bewusst verzichten. In den vergangenen zwei Jahren gab es vermehrt Beschwerden über exzessiv trinkende Erstsemester. „Wir stellen bei unseren Stadtrallye-Spielen keinen Alkohol bereit und wollen die Leute nicht dazu anhalten, Alkohol zu trinken“, erklärt Janis Loewe. Allerdings weist der Fachschaftler auch darauf hin, dass Stadtrallyes nur tagsüber laufen und am frühen Abend beendet sind. „Was sich danach abspielt, damit haben wir nichts zu tun“, macht Janis Loewe deutlich. Lavinia Hunder pflichtet ihm bei. Es gebe eben keine „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ der neuen Studierenden.

Doch auch bei der Jura-Fachschaft hat man auf die „Alkohol-Debatte“ reagiert. So gibt es bei der Stadtrallye keinen Alkoholzwang. „Wir stellen auch nicht-alkoholische Getränke bereit“, erläutert Moritz Hartz. Die Jura-Fachschaftler haben seit Jahren Erfahrungen damit, neue Studierende durch die OE‘s zu schleusen. Die Rekordzahl lag bei 750 Teilnehmern. Da ist die Aufgabe jetzt vergleichsweise einfach: Die Fachschaft erwartet rund 130 der 155 avisierten Neuanfänger. Die Kollegen von der Fachschaft Psychologie können sich sogar schon auf das Wintersemester vorbereiten, da bei ihnen im Sommersemester keine Neuen kommen.

von Manfred Hitzeroth

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