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Erstes Symposium zur Behandlung krebskranker Kinder

Experten diskutierten am Universitätsklinikum Erstes Symposium zur Behandlung krebskranker Kinder

Der Ausbau der Angebote und die Bündelung von Kompetenzen verschiedener Disziplinen ist ein erklärtes Ziel des Universitätsklinikums am Standort Marburg.

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Das Partikeltherapiezentrum ermöglicht in Marburg neue und aussichtsreiche Möglichkeiten.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Krebs ist nach Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Damit verbunden ist nicht nur das Streben nach einer besseren Früherkennung, sondern auch der Wunsch auf Heilung.

Am Uniklinikum Marburg fand jetzt ein erstes Symposium statt, das den Schwerpunkt auf die Krebsbehandlung bei Kindern legte. Ein Novum für Marburg und „ein Quantensprung der Pädiatrie“, wie Professor Harald Seeger, Ärztlicher Geschäftsführer UGKM am Standort Marburg, in seiner Eröffnungsrede betonte, „der neue Optionen zur Behandlung eröffnet“.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsene“

Vorbereitet durch die Professoren Rita Engenhart-Cabillic, Dieter Körholz und Rolf Maier, waren zahlreiche Zuhörer der Einladung gefolgt, um die Vorträge von anerkannten Experten zu hören und Ansätze zu diskutieren. Seeger möchte den Fokus dabei unter anderem auch auf den Ausbau und die bessere Vernetzung von wissenschaftlichen Studien legen, um standortübergreifende und interdisziplinäre Behandlungskonzepte zu entwickeln und zu bewerten. Erklärtes Ziel: Marburg soll eine führende Einrichtung auf dem Gebiet der Kinderkrebserkrankungen werden.

Zu diesem Zweck sollen die einzelnen Disziplinen, beispielsweise Orthopädie, ­Anästhesie und Chirurgie, stärker verzahnt und auf die Bedürfnisse der jungen Patienten abgestimmt werden. „Kinder sind keine kleinen Erwachsene“, betonte Professorin Andrea Wittig in ihrem Vortrag und wies damit darauf hin, dass die Erforschung der Auswirkungen auf das Wachstum und die Entwicklung, durch Strahlentherapie noch am Anfang steht.

Doch durch genau diese Strahlentherapie ergeben sich in Marburg neue und aussichtsreiche Möglichkeiten: Nachdem das Partikeltherapiezentrum auf den Lahnbergen in Betrieb genommen wurde, sind mittlerweile in Versuchen Vorteile durch die Bestrahlung mit Protonen belegt. Genannt wurden beispielsweise geringere Nebenwirkungen durch den Einsatz der Hochpräzisionstechnik, mit der sich Eindringtiefe und Streuung besser planen beziehungsweise vermeiden lassen.

Weitere klinische Studien geplant

Seeger gab bekannt, dass das UKGM auch das Ziel verfolgt, die Möglichkeiten im ambulanten und stationären Bereich des Partikeltherapiezentrums auszubauen, um gar als Tagesklinik weitere Versorgungsmöglichkeiten und -angebote zu schaffen.

Dennoch sind in der Strahlentherapie dringend weitere klinische Studien vonnöten, um die Auswirkung der Behandlung und die Vermeidung von Spätfolgen abzuschätzen. Insbesondere der Einsatz von Langzeitregistern und die deutschlandweite Vernetzung für als geheilt entlassene Patienten wurde ­daher diskutiert, um langfristig die Auswirkungen zu dokumentieren und Rückschlüsse für ­verbesserte Strahlentherapieansätze zu ziehen.

Professor Dieter Körholz nahm dabei die gesamte Ärzteschaft und insbesondere die Strahlentherapeuten in die Pflicht: „Wir brauchen endlich standardisierte Nachsorge.“ Und da sprechen die Experten derzeit nicht von Nachsorge über Jahre, sondern über Jahrzehnte.

von Matthias Fischer

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