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Erste Ideen für die Dörfer-Zukunft

Entwicklungskonzept IKEK Erste Ideen für die Dörfer-Zukunft

Die Zukunft der Außenstadtteile, die Weiterentwicklung der Dorfstrukturen sind das Ziel des integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK). Die ersten Ideen sind jetzt vorgestellt 
worden.

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Demografie, Integration von Neubürgern, Treffpunkte im Ort: Das sind die Sorgen und Wünsche in vielen Außenstadtteilen.

Quelle: Lutz Benseler

Bauerbach. „Wir glauben, dass ein großer Teil der Attraktivität unserer Stadt auch mit der Attraktivität unserer dörflicher gestalteten Außenstadtteile 
 zusammenhängt“, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) bei der ersten Projektvorstellung in Bauerbach. Für das 
Förderprogramm des Landes Hessen zur Dorfentwicklung wurden nun die 15 Marburger Außenstadtteile aufgenommen. Das Programm ist auf zehn Jahre ausgelegt.

„Insgesamt kann man sagen, dass sich die Dorferneuerung gelohnt hat“, sagte der Schröcker Christian Geske bei seiner Präsentation. Schröck hat bereits von 2005 bis 2014 an einer Dorferneuerung teilgenommen, in der etwa in Eigenleistung die Kulturscheune umgebaut wurde und von einem Förderverein betrieben wird.

Die Planung für das IKEK-Konzept solle in vier bis fünf folgenden Foren bis Frühjahr 2016 
zusammen mit den Bürgern erarbeitet werden, erklärte Hartmut Kind, vom zuständigen Planungsbüro. In ersten Workshops in den einzelnen Stadtteilen im Juni und Juli dieses 
Jahres wurden erste Ideen zur Dorfentwicklung erarbeitet. Die im Nachgang erstellten Plakate wurden beim 1. IKEK-Forum in Bauerbach einzeln vorgestellt und auch ausgestellt, was sich die zahlreichen Besucher anschauten. Dabei haben sich Bewohner einiger Stadtteile bereits konkrete Umsetzungswünsche überlegt.

Sorge: Bedeutung von 
Ehrenamt schwindet

Besonders von den westlichen Stadtteilen wurde die Sicherung der Verkehrswege und die Schaffung eines Radwegenetzes gefordert. Gemeinsam ziehen bereits Hermershausen, Cyriaxweimar und Haddamshausen mit ihrem Verein „Aktives Allnatal“ an einem Strang. Dabei stehe im Vordergrund, das Gefüge im Allnatal zu fördern, statt alleine dazustehen, hieß es beim Vortrag. In Dagobertshausen wollen die Bürger etwa einen Mehrgenerationenspielplatz als 
Dorfzentrum mit einem Kinderspielplatz, Bouleplatz und Sitzmöglichkeiten.

Die Ginseldorfer präsentierten für ihren Ort mögliche Handlungsfelder; insgesamt zeigten sich Unterschiede vor allem in der Struktur der einzelnen Dörfer. So wünschten sich viele 
einen zentralen Treffpunkt – etwas, was bei Straßendörfern ohne einen Kirchplatz oder etwas vergleichbarem nicht immer einfach sei.

Dennoch beschäftigten die meisten Außenstadtteile ähnliche Themen. Besonders wichtig erscheint dabei der demografische Wandel, sowohl was das Wohnen im Alter vor Ort als auch die Einbindung von neuen Bewohnern betrifft. Oft findet diese Integration über die Sportvereine statt, wie in Bauerbach. Doch auch der Nachwuchs in den Vereinen bereitet Sorge. Das ehrenamtliche Engagement lasse allgemein nach.

In fünf Arbeitsgruppen sollen zu den Handlungsfeldern Entwicklung, Leerstand und Baukultur, ehrenamtliches Engagement und Dorfgemeinschaft, Kultur und Identität, Öffentliche Räume und Grün sowie Mobilität und Versorgung auf Grundlage der bisherigen Ergebnisse diskutiert werden, wo genau in den Dörfern Handlungsbedarf besteht.

von Mareike Bader

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