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Erste Anwohner wollen weg

Ehemalige Gewaltverbrecher Erste Anwohner wollen weg

Ein rückfallgefährdeter Ex-Sexualstraftäter wohnt noch immer im Stadtwald. Jetzt ziehen erste Anwohner ihre Konsequenzen.

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Ein Mann sitzt in einer Justizvollzugsanstalt in der Einzelzelle. Aufgrund einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg wurden seit Sommer 2010 deutschlandweit Ex-Gewaltverbrecher wie Herr K. aus der Sicherungsverwahrung entlassen.

Quelle: Patrick Seeger

Marburg. Im vergangenen Sommer zogen zwei ehemalige Gewaltverbrecher, die aufgrund eines Straßburger Urteils vorzeitig aus der Sicherungsverwahrung entlassen wurden, in den Stadtwald. Anwohner kritisieren nun, dass ausgerechnet der einst wegen Kindesmissbrauchs verurteilte Mann immer noch dort wohnt. Sie haben einen offenen Brief an Marburger Politiker verfasst.

Viele Anwohner erinnern daran, dass ihnen auf der Bürgerversammlung Ende September erklärt worden war, dass der Mann aus Marburg wegziehen möchte. Das sei immer noch der Fall, sagte Landgerichtspräsident Dr. Christoph Ullrich auf Anfrage der OP. Der Ex-Inhaftierte bemühe sich weiterhin gemeinsam mit seinem Bewährungshelfer, eine neue Wohnung außerhalb Marburgs zu finden.

Ullrich dementierte Gerüchte, wonach es die Auflage gäbe, dass der als rückfallgefährdete Mann nicht seinen Wohnort wechseln darf. „Er ist ein freier Mann, es gibt kein Verbot, aus Marburg wegzuziehen“, betonte Ullrich. Wenn der von Gutachtern als schwer gefährlich bezeichnete Mann nicht den Stadtwald verlasse, dann werde seine Familie wegziehen, sagt Bernd Wachtel. Der Familienvater sorgt sich um seine Kinder. „Wir lassen unsere Kinder nicht alleine aus dem Haus und fahren sie täglich zur Schule“, sagt Wachtel.

Der zweite Marburger Ex-Sicherungsverwahrte hat inzwischen eine Beschäftigung gefunden und ist nach OP-Recherchen in der Stadt integriert.

von Anna Ntemiris

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