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Erspartes Busgeld reicht für Glühwein

Marburger Weihnachtsmärkte Erspartes Busgeld reicht für Glühwein

Straßenmusik, Sprachgewirr, Bratwurstduft und Glühweintassen: Das sind die ersten Notizen beim Gang über den Advents- und Weihnachtsmarkt.

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Samstagabend in Marburg: Vor historischer Rathauskulisse treffen sich Jung und Alt am Adventsmarkt.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Viel Spaß auf dem Weihnachtsmarkt“ wünscht die Zugchefin in der Lautsprecheransage allen Reisenden, die am Samstag im Regionalexpress in Frankfurt aussteigen. Das könnte es doch auch in Marburg geben? Immerhin gibt es am Samstag in der Heimat einen anderen Komfort: Erstmals ist an den Adventssamstagen das Fahren mit den Stadtwerke-Bussen kostenfrei. Das ersparte Geld für Hin- und Rückfahrt - 3,90 Euro - reicht locker für einen Glühwein.

Adventsmarkt am Marburger Marktplatz. Foto: Thorsten Richter (thr)

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Und hier sind wir beim Thema. Auch wenn zwar viele Marburger Schnee und Kälte auf ihren Wunschzettel geschrieben haben, ist das Wetter dennoch oder gerade wegen der eher milden Temperaturen ideal geeignet, um sich am Weihnachtsmarkt aufzuhalten. Und was macht der Durchschnittsbesucher dort? Er oder Sie trinkt einen Glühwein. Aber was für einen? Einen roten oder weißen? Mit Schuss oder ohne? Oder gar mit Mandeln - und Schuss? Und weil es meist nicht bei einem bleibt - man hat ja das Geld für den Bus noch übrig -, stellt sich irgendwann die Frage nach dem Essen und den Kalorien. Des Rätsels Lösung: Ein heißer Apfelwein hat weniger Kalorien, schmeckt weniger süß und gleicht den Genuss von Crêpes, Bratwurst oder den an der Elisabethkirche verkauften Mandeln „nach altdeutschem Rezept“ wieder aus.

Natürlich gibt es auch den Kinderpunsch, der Erwachsenen ebenfalls mundet. Am Freitag- und Samstagabend waren jedenfalls wieder Tausende Kinder und Erwachsene auf den beiden Märkten in Marburg unterwegs. Das Sprachgewirr - ob es am Glühwein lag? - war am Marktplatz so laut, dass selbst die Straßenmusiker ihre Mühen hatten. Die rumänische Combo war lautstark, der Marburger Gitarrist kam kaum durch, und die jungen Blockflötenspielerinnen hatten sich für „O du fröhliche“ und andere Lieder geschickt etwas abseits in die Barfüßerstraße gestellt. Sehr viele Menschen dagegen stellten sich unter die Heizpilze. Ortskundige mögen sich erinnern: Vor einigen Jahren gab es in Marburg kurzzeitig den politischen Versuch, diese aus ökologischen Gründen zu verbieten - damals war es übrigens viel kälter als derzeit.

von Anna Ntemiris

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