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Erklärung gegen Gewalt unterzeichnet

Marburger Resolution Erklärung gegen Gewalt unterzeichnet

Die feierliche Unterzeichnung der Marburger Erklärung gegen Gewalt fand gestern im historischen Rathaussaal statt.

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Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach unterzeichnet die Marburger Erklärung gegen Gewalt (Großes Foto). Chantal Yance sang für die Festgäste.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die „Marburger Erklärung gegen Gewalt“ (siehe im Wortlaut unten im Kasten) soll als ein Symbol dienen. „Wir wollen deutlich machen, dass Gewalt in Marburg nicht akzeptiert wird“, sagte der Sozialpsychologe Professor Ulrich Wagner, Mitinitiator des Aufrufs. Die Erklärung soll aber auch zur Stärkung von Zivilcourage beim Einsatz gegen Gewalthandlungen beitragen.

„Die Erklärung ist auch eine Selbstverpflichtung, nicht wegzuschauen“, sagte Wagner. Zusammen mit der städtischen Ordnungsamtsleiterin Regina Linda hatte der Universitätsprofessor im Mai 2013 eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Vernetzung von Präven­tionsangeboten gegen die Gewalt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Songs aus dem Alltag der Waldtal-Jugend

Das Kooperationsprojekt von Stadt und Universität trug gestern erste Früchte in der Unterzeichnung der Marburger Erklärung. Neben Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause und Oberbürgermeister Egon Vaupel zählten im Rathaus auch weitere hochrangige Politiker der Stadt und des Kreises sowie Spitzenvertreter von Ordnungsbehörden und Justiz wie Landgerichts-Präsident Dr. Christoph Ulrich zu den Erstunterzeichnern. Mit eingängigen Songs aus dem Alltag der Jugendlichen im Waldtal gestalteten Shalau Baban und Chantal Yance vom „Woodvalley Movement“ das Rahmenprogramm.

„In Marburg gibt es nicht mehr Gewalttaten als in anderen Regionen, sondern teilweise sogar einen deutlichen Rückgang von Delikten“, sagte OB Vaupel. Aber es sei wichtig, sich gegen jede Form von Gewalt auszusprechen. Die Erklärung kann auch jeder andere Marburger mit unterzeichnen, entweder online unter der Adresse www.einsicht-marburg.de sowie im Stadtbüro (Frauenbergstraße) oder in der Oberstadtwache. (Marktplatz). Der Text ist noch ausbaufähig, erläuterte der Oberbürgermeister. An Ergänzungen könne noch gearbeitet werden. Der größte Erfolg sei, wenn es in Marburg selbstverständlich sei, dass es keine gewalttätigen Auseinandersetzungen gebe.

Die Erklärung gegen Gewalt im Wortlaut:

Die Universitätsstadt Marburg spricht sich gegen Gewalt sowie deren Androhung aus.Jeder Mensch muss vor widerrechtlicher Gewalt und gesellschaftlicher Ausgrenzung, wie beispielsweise durch Mobbing, geschützt werden. Niemand darf aufgrund des Geschlechts, der Herkunft, der sexuellen Orientierung, einer Behinderung oder wegen religiöser und weltanschaulicher Bekenntnisse ausgeschlossen, bedroht oder gewalttätig angegriffen werden.Gewalt ist nicht akzeptabel. Den möglichen Ursachen von Gewalt muss engagiert entgegen gewirkt werden.Wir unterstützen Maßnahmen, die

  • Entstehung von Gewalt verhindern,
  • Zivilcourage fördern, damit Gewalt erkannt wird und nicht unbeachtet bleibt,
  • die Einhaltung sozialer Normen festigen,
  • Opfern von Gewalt bei der Bewältigung des erfahrenen Unrechts helfen und
  • zur gesellschaftlichen Wiedereingliederung von Gewalttäterinnen und -tätern beitragen.

Gemeinsam sprechen wir uns für den Erhalt und eine gezielte Weiterentwicklung geeigneter Gewaltpräventionsmaßnahmen in unserer Stadt aus. Wir, die Marburger Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter der Organisationen und Vereine, staatlicher Institutionen und privater Unternehmen, beziehen Stellung gegen Gewalt.

von Manfred Hitzeroth

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