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Erinnerungen an Geschichte der Wehren

Kreisfeuerwehrverband wird 40 Erinnerungen an Geschichte der Wehren

Mit einem Jubiläumsfestakt hat der Kreisfeuerwehrverband Marburg-Biedenkopf im Sitzungssaal des Kreishauses seinen 40. Geburtstag gefeiert.

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Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Lars Schäfer (von rechts) freute sich über die zahlreichen Ehrengäste mit Landrätin Kirsten Fründt, Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert, Ex-Landrat Robert Fischbach, Ex-Landrat Christean Wagner, Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes und ehemaliger Stellvertretender Kreisbrandinspektor Peter Lauber und Finanzminister Thomas Schäfer.
Dr. Christean Wagner (links) und Georg Kühn erinnerten an die Gründung.

Quelle: Heiko Krause

Cappel. „Der Kreisfeuerwehrverband im Wandel der Zeit“, unter diesem Motto berichtete Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender, Kreisbrandinspektor Lars Schäfer, aus der Geschichte des Verbandes. Dessen Gründungsversammlung fand am 21. September 1975 statt, als nach der Gebietsreform der Zusammenschluss der Vorgänger Biedenkopf, Marburg-Stadt und Marburg-Land besiegelt wurde. Von Anfang an, und das habe sich bis heute bewährt, sei der Kreisbrandinspektor auch Vorsitzender des Verbandes, so Schäfer.

Aufgelockert wurde der Vortrag durch Zeitzeugen, die Schäfer auf die Bühne bat. Als „Männer der ersten Stunde“ erzählten der damalige Brandschutzdezernent Dr. Christean Wagner (CDU), der dieses Ressort ­zunächst als erster Kreisbeigeordneter, später als Landrat innehatte, und der erste Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende, Georg Kühn, aus dem Nähkästchen. „Es kann sich heute keiner mehr vorstellen, was es damals für Spannungen gab“, erinnerte Wagner. So habe sich vor allem der Altkreis Biedenkopf bei der Gebietsreform unter Druck gesetzt gefühlt, auch bei der Feuerwehr habe es Bedenken gegeben.

Dem hielt Kühn entgegen: „Wir haben uns von Anfang an verstanden“, räumte dann aber Schwierigkeiten bei der Besetzung des Vorsitzes ein, zwei Kreisbrandinspektoren hätten zunächst den Kreis verlassen. Und in Biedenkopf habe es kurz nach der Gründung sogar Überlegungen gegeben, wieder auszutreten. Wagner und Kühn berichteten, dass sie persönlich bei der entsprechenden Versammlung erschienen und das Blatt wendeten. 1976, so erzählte Lars Schäfer weiter, habe der Kreisfeuerwehrverband 4875 Mitglieder in 178 Freiwilligen Feuerwehren gehabt, zwei Jahre später habe es 81 Jugendwehren gegeben und 1979 waren seiner Auskunft nach 90 Prozent der Wehren im Kreis motorisiert. „Wir waren damals schon ganz vorne“.

1984 drei Tage Dauereinsatz

Der Vorsitzende hatte sich viel Mühe gegeben, die Geschichte des Verbandes zu recherchieren. Viel Interessantes wusste er zu erzählen, so etwa, dass der Kreisfeuerwehrverband 1982 aus dem Bezirksfeuerwehrverbänden Nassau und Kurhessen-Waldeck austrat, dass die Wehren 1984 drei Tage im Dauereinsatz waren, weil es Katastrophenalarm gab, oder 1988 das erste Wohltätigkeitskonzert zugunsten des Kuratoriums für Behinderte im Landkreis Marburg-Biedenkopf stattfand.

Als „Mann der nächsten Stunde“ berichtete Schäfers Vorgänger Dieter Beetz, dass er sich als Berufsfeuerwehrmann in Frankfurt, wo er zuvor war, erst in die Verbandsarbeit eingewöhnen musste, diese später aber bis auf Bundesebene mit viel Herzblut ausgeübt hat. Er verwies darauf, dass der Kreisfeuerwehrverband zehn Jahre nach dem Auftritt aus den Bezirksverbänden sich wieder dem Nassauischen anschloss.

Schäfer ging in seinem Vortrag auch auf tragische Ereignisse ein, so seien beim Brand des Squash-Centers in Marburg mehrere Kameraden schwer verletzt worden. Hilfe sei auch außerhalb des Kreises geleistet worden. Zweimal bei Hochwassereinsätzen in Brandenburg und Sachsen und 2001 habe der Kreisfeuerwehrverband nach den Anschlägen des 11. September in New York die dortigen Kameraden mit Spenden unterstützt.

Ex-Landrat lobt die Verlässlichkeit der Wehren

Ex-Landrat Robert Fischbach (CDU) sagte als „Mann der nächsten Schicht“, dass auf die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis samt ihrer Spitze immer Verlass sei. Er selbst habe von Anfang an „einen sehr guten Draht“ gehabt. Mit besonderer Freude erinnere er sich immer noch an die Überraschung, als die Wehren zu seinen Ehren mit allen Musikabteilungen aufspielten.

„Die erste Frau, die die nächste Schicht übernimmt“, Landrätin Kirsten Fründt (SPD) lobte, dass in den vergangenen vier Jahrzehnten viel geleistet worden sei, „und der Kreisfeuerwehrverband ist in Hessen immer noch Spitze“. Das habe sich erst kürzlich beim großartigen Einsatz beim Errichten der Flüchtlingsunterkunft in Stadtallendorf gezeigt.

Für den Kreistag überbrachte dessen Vorsitzender Detlef Ruffert (SPD) die Glückwünsche und sagte die uneingeschränkte Unterstützung auch für die Zukunft zu. Weitere Gratulanten waren Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, Wolfgang Reinhardt. Für Musik sorgte das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Mardorf.

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