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Erhöhung, die Dritte

Sterben wird teurer Erhöhung, die Dritte

Erst ist es das Parken gewesen, dann das Schwimmen und nun soll auch noch das Sterben teurer werden - teilweise bis zu 21,9 Prozent.

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Ein würdevoller Abschied kostet: Auf den Marburger Friedhöfen sollen sowohl für Erd- als auch Urnenbestattungen die Gebühren steigen. Foto: Tobias Hirsch

Marburg. Ein externer Betriebswirtschaftler hat von der Stadt den Auftrag bekommen, eine Neufassung der Friedhofssatzung zu gestalten. Nötig machte dies die rechtliche und organisatorische Entwicklung in den vergangenen Jahren, heißt es offiziell.

Zu Marburg gehören insgesamt 20 Friedhöfe. Und wer dort künftig seine Hinterbliebenen bestatten möchte, der muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Besonders bei der Urnen-Bestattung, das macht immerhin 60 Prozent aller Begräbnisse aus, werden zukünftig bis zu 21,9 Prozent mehr verlangt. So kostet ein Urnenwahlgrab statt bisher 2065 Euro künftig 2455 Euro. Plus 18,9 Prozent. Noch teurer wird es bei der Urnenwand. Kostete ein Grab bisher 2856 Euro, werden für 20 Jahre künftig 3425 Euro fällig.

Für eine Bestattung im Reihengrab (bisher 2499 Euro, macht ca. elf Prozent aller Beerdigungen) werden künftig 2635 Euro berechnet (+ 5,4 Prozent). Eine Erdbestattung in Wahlgräbern - das ist jede vierte - steigt von 3497 auf 3615 Euro (+ 3,9 Prozent).

Bürgermeister Franz Kahle: Erhöhungen sind im Rahmen.

Seine Vorgabe: die Friedhofsgebühr muss gestaltet werden, ohne als Subventionsgeschäft für die Stadt zu enden. Daher sei Marburg in der Berechnung auch deutlich teurer als andere Kommunen. Stimmt. Bei Urnenbestattung und Erdbestattungen in Wahlgräbern gibt es hessenweit keine Stadt über 50000 Einwohner, die noch mehr verlangt. Das geht aus dem Bericht des Bundes für Steuerzahler hervor - und ruft Kritiker auf den Plan. Jan Schalauske von den Marburger Linken will das Argument der Unterhaltkosten nicht gelten lassen. „Die Urnenbestattungen tragen dazu bei, die Kosten für Friedhöfe zu senken“, sagt er.

Kahle entgegnet: „Wir wollen die Friedhofskultur an die Bedürfnisse der Menschen anpassen.“ Bei dem neuen Modell suchte der Bürgermeister von Beginn an den Kontakt zu den Ortsbeiräten, um von Beginn an größtmögliche Transparenz zu ermöglichen. „Und von dieser Seite gab es keine Gegenstimmen.“

von Carsten Bergmann

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