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Erfreut über Nominierung

Antigida Erfreut über Nominierung

Die Überraschung ist gelungen. Damit, dass die beiden Antigida-Organisatorinnen als „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ nominiert wurden, „hat bei uns niemand gerechnet“, sagt Hanna Streiter.

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Hanna Streiter (links) und Susann Trojahn sind von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) als „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ vorgeschlagen worden.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) hatte beim Neujahrsempfang am Samstag verkündet, die beiden Medizin-Studentinnen bei der Bundesregierung für den Preis nominiert zu haben.
„Das beweist, dass die Aktion anscheinend eine gewisse Wichtigkeit im demokratischen Sinne hatte. Wir haben uns über die Nominierung sehr gefreut“, so Streiter. Die Demonstration habe „ein Zeichen für die freie Meinungsäußerung gesetzt und, wie man sieht, hohe Wellen geschlagen“.

Da die beiden Frauen derzeit in der Klausurenphase stecken, „hatten wir noch gar nicht die Gelegenheit, mit dem Oberbürgermeister darüber zu sprechen“, sagt Susann Trojahn. Auch sie freut sich „über die Anerkennung für das, was wir auf die Beine gestellt haben“.

Momentan keine weiteren Aktionen geplant

„Ich vermute, dass die Pegida-Bewegung so schnell nicht abklingen wird“, meint Trojahn auch angesichts der jüngsten Terroranschläge in Paris und der Absage der Pegida-Demo an diesem Montag in Dresden. „Menschen werden immer einen Weg finden, Dinge für sich passend auszulegen“, sagt sie. Dies sei im Falle der aktuellen Ereignisse jedoch eine „absolut tiefe Vereinnahmung, die jeglichem Verstand entbehrt“.
Kommilitonin Hanna Streiter glaubt ebenfalls, dass „Leute, die nicht differenzieren können, jetzt durch die jüngsten Ereignisse bestärkt werden“. Dadurch bestehe die Gefahr, dass „der friedliche Islam in den Hintergrund rückt“. Wer Pegida jedoch bisher schon ablehnend gegenüber gestanden habe, werde „weiterhin kritisch bleiben“.

Momentan seien keine weiteren Aktionen geplant, auch wenn „wir an dem Thema weiter dran sind“, so Streiter. „Bis jetzt sagen wir: Wir lassen es so stehen“, meint sie, denn das Signal sei auch so deutlich gewesen. Sobald man aber merke, dass „die Stimmung kippt“, werde man aber „schon noch einmal auf die Straße gehen“. So oder so „wird das aber wohl noch nicht das letzte Mal gewesen sein“.

Die auf dem Markt gesammelten Spenden in Höhe von 876,48 Euro sind von den Antigida-Organisatoren inzwischen an die Asylbegleitung Mittelhessen gespendet worden.

von Peter Gassner

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