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Erfolgreiche Frauenförderung der Uni

Professorinnen-Programm Erfolgreiche Frauenförderung der Uni

Die Marburger Universität war auch in der zweiten Auflage des von Bund und Ländern geförderten Professorinnen-Programms erfolgreich.

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Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen: Nina Schumacher (links), Projektkoordinatorin des Mentoringprogramms der Uni, spricht mit Julia Gebhard, der von ihr betreuten Studentin des Studienfachs Europäische Ethnologie. Foto: Reinhold Eckstein/Uni-Pressestelle

Marburg. „Wir freuen uns über den Erfolg beim Professorinnen-Programm“, sagte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. Der Erfolg werde dazu beitragen, dass die Marburger Hochschule den Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Leitungspositionen, der aktuell bei rund 23 Prozent liege, steigern könne, hofft die Präsidentin.

Die Philipps-Universität war demnach auch in der zweiten Auflage des vom Bundesforschungsministerium und den Bundesländern aufgelegten Professorinnen-Programms erfolgreich, wie die Uni-Pressestelle mitteilte. Demnach wurden das Gleichstellungskonzept der Universität und die Umsetzung der Vorhaben aus dem ersten Programm positiv bewertet. Nun besteht die Möglichkeit, in den kommenden fünf Jahren Fördermittel für bis zu drei mit Frauen besetzte Professuren zu beantragen.

Die Uni-Frauenbeauftragte Dr. Silke Lorch-Göllner machte im Gespräch mit der OP deutlich, dass die Förderung auch bei der neuen Auflage des Programms wieder nach dem „Windhund“-Prinzip funktioniere. Das bedeutet, dass das Geld an die schnellsten Hochschulen verteilt werde. Die Uni-Leitung stehe also in einer gewissen Konkurrenz mit anderen deutschen Universitäten, was die Besetzung von Professorinnen-Stellen angehe. Jetzt solle auf jeden Fall zügig versucht werden, wie schon bei der ersten Auflage des Programms drei Professoren-Stellen mit Frauen zu besetzen.

131 Hochschulen beteiligen sich an Programm

Die Universität will Mittel, die durch die Förderung frei werden, für zusätzliche Gleichstellungsmaßnahmen einsetzen. Erst Anfang Juli hatte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Philipps-Universität in die Spitzengruppe bei den „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ eingestuft.

Nach einer Mitteilung des Bundesforschungsministeriums beteiligten sich 131 Hochschulen aus ganz Deutschland an der Ausschreibung zum zweiten Professorinnen-Programm. Insgesamt wurden 96 Gleichstellungskonzepte positiv bewertet. Im Rahmen des ersten Programms von 2008 bis 2012 sind in Marburg drei Professorinnen berufen worden. Für die zweite Auflage des Programms stellen das Ministerium und die beteiligten Bundesländer zusammen 150 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Philipps-Universität will mit Unterstützung des Professorinnen-Programms zudem bewährte und neue Gleichstellungsmaßnahmen finanzieren. Wenn die Anträge erfolgreich verlaufen, wird die Universität Stipendien für hervorragend promovierte Wissenschaftlerinnen ausschreiben. „Das ist eine wichtige Maßnahme, um Nachwuchswissenschaftlerinnen auch nach der Promotion an der Universität zu halten“, sagt Dr. Silke Lorch-Göllner, Frauenbeauftragte der Philipps-Universität. „Sie erhalten mit dem Stipendium den notwendigen Freiraum, um Forschungsprojekte zu entwickeln und Gelder dafür einzuwerben.“

Die Karriere- und Personalentwicklungsideen der „Marburg University Research Academy“ (MARA) sollen fortgesetzt werden. Dazu gehören die Vergabe von Abschlussstipendien für Doktorandinnen und Habilitandinnen mit Kind. Seit 2009 wurden auf diese Weise 26 Nachwuchswissenschaftlerinnen gefördert, teilt die Uni-Pressestelle mit. Weitere 37 Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kind haben bislang von zwei „Mara“-Fonds profitiert, die Mittel für Tagungen, studentische Hilfskräfte oder Kinderbetreuung bereitstellen.

Weitere Gleichstellungsmaßnahmen, die mit Unterstützung des Professorinnen-Programms möglich sind, setzen bereits im Studium an: Das 2011 an der Philipps-Universität begonnene Mentoringprogramm „ProMotivation“ richtet sich an Studentinnen und Absolventinnen der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Eine Erhebung an der Philipps-Universität hatte ergeben, dass in diesen Fächern wesentlich weniger Frauen als Männer eine wissenschaftliche Karriere anstreben. Durch Mentoring, Vernetzung und Weiterbildungsangebote sollen an der Marburger Hochschule mehr Frauen zur Promotion motiviert werden.

von Manfred Hitzeroth

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