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Er hat Erfahrung und Gespür

Dr. Thomas Knörzer Er hat Erfahrung und Gespür

Mit moderner Medizin, jahrelanger Erfahrung und einem guten Draht zu Patienten will Thomas Knörzer die Gynäkologie und Geburtshilfe in Wehrda leiten.

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Dr. Thomas Knörzer zeigt ein Modell des Beckenbodens. In der Urogynäkologie will der neue Chefarzt mehr Patientinnen mit Harninkontinenz beraten.

Quelle: Anna Ntemiris

Marburg. Das Gespräch mit Dr. Thomas Knörzer muss kurzfristig um eine Stunde verschoben werden. Eine Geburt kam dazwischen. Er bedauert die Verzögerung, freut sich aber zugleich: Der Frauenarzt half einer Frau, ihr Kind zur Welt zu bringen. „Auch nach 26 Berufs‑
jahren ist jeder Tag abwechslungsreich“, erklärt der 56-Jährige. Das sei mit ein Grund, warum er seinen Beruf so gern ausübe.

Seit dem 1. Juni ist Thomas Knörzer der neue Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Diakoniekrankenhaus Wehrda. Zuvor war Knörzer jeweils sechs Jahre lang Chefarzt in Wertheim und in Herrenberg. Der gebürtige Heidelberger hatte an ärztlichen Fortbildungen in Marburg teilgenommen und dabei auch die Lahnstadt kennengelernt. „Mir gefiel Marburg ausnehmend gut“, sagt er. Doch ein Wechsel kam zunächst auch aus familiären Gründen nicht in Frage.

Entscheidung für christlich geführtes Krankenhaus

Da sich in Wertheim, wie in vielen anderen Krankenhäusern auch, Strukturen änderten und das jüngere seiner beiden Kinder zum Studium nach Heidelberg zog, war er nun offen für Veränderungen. Er erfuhr, dass die bisherige Chefärztin der Frauenklinik in Wehrda, Dr. Cordula Riemer, die die Funktion fast zwölf Jahre inne hatte, in Marburg eine Frauenarztpraxis übernommen hat und die Stelle vakant war.

So entschloss er sich, sich dort zu bewerben. „Gerade auch, weil das Diakoniekrankenhaus Wehrda ein christlich geführtes Krankenhaus ist, bei dem die Versorgung der Patienten in einem guten zwischenmenschlichen Umfeld stattfindet“, sagt Knörzer.

Er beherrscht das gesamte Spektrum der Gynäkologie und Geburtshilfe, er war Leiter des zertifizierten Brustzentrums Main-Tauber am Standort Wertheim und des Kontinenzzentrums Main-Tauber, eine Beratungsstelle der Deutschen Kontinenzgesellschaft.

Von Interesse für die Krankenhausleitung in Wehrda war insbesondere die Urogynäkologie zur Behandlung von Harn‑
 inkontinenz- und Senkungsbeschwerden. Diesen Schwerpunkt möchte Knörzer ausbauen. „Viele Frauen scheuen sich, bei Inkontinenz zum Arzt zu gehen, dabei kann man Abhilfe verschaffen“, sagt er. Beckenbodentraining sei das A und O, in ausgeprägteren Fällen empfiehlt er die minimal-invasive Einsetzung von so genannten TVT- oder TVT-O-Bändern, die den Beckenboden im Harnröhrenbereich unterstützen.

„Einmaligkeit einer jeden Geburt“ spürt er immer

Dass er in Wehrda die gesamte Bandbreite der Gynäkologie und Geburtshilfe einschließlich auch großer Operationen abdecken kann, freut den Chefarzt. Mehr als 500 Geburten verzeichnete das Diakoniekrankenhaus im vergangenen Jahr. Für Knörzer, der seine Facharztausbildung im Diakonissenkrankenhaus Speyer mit 2200 Geburten im Jahr absolviert hat, ist dies erfreulich, aber nur eine Zahl. „Für die Frauen, die entbinden, ist die Geburt eine außergewöhnliche und einmalige Erfahrung, die natürlich auch mehrmals stattfinden kann, aber immer etwas Besonderes ist, an das man sich ein Leben lang erinnert.“

Vor einigen Jahren, nachdem er die 6000. Geburt in seiner persönlichen Statistik erfasst habe, hat er aufgehört, zu zählen. „Die Einmaligkeit einer jeden Geburt“, spüre er immer noch, sagt der 56-Jährige. Wichtig sei ihm, und so erklärt Knörzer gleichzeitig seine Freude am Beruf, dass er mit und für Menschen zusammenarbeitet, „die alle Geschöpfe Gottes sind“.

Als erfahrener Arzt könne er die medizinische Situation von Patientinnen gut einschätzen, als Vater wisse er aber auch, welche Emotionen etwa bei einer Schwangerschaft oder Geburt eine Rolle spielen. „Wir Geburtshelfer agieren objektiv und aus der Situation heraus“, erklärt er. Wichtig sei ihm, dass sich die Eltern bei den Hebammen und Ärzten fallen lassen können.

Kooperation mit Brustzentrum soll fortgeführt werden

Knörzer will nicht nur sein Team und die Kollegen am Diakoniekrankenhaus noch besser kennenlernen, sondern sich auch bei den Kolleginnen und Kollegen in den Praxen und am UKGM vorstellen. Die Zusammenarbeit des Diakoniekrankenhauses mit dem Brustzentrum Regio möchte er ebenfalls fortführen.

Wenn es der Beruf zeitlich zulasse, geht Knörzer seinen Hobbys nach. Er hört zum Beispiel gern Musik – von Klassik bis Rock – und geht im Wald mit seinem Hund spazieren. Und er möchte mit seiner Ehefrau Marburg und die Region weiter erkunden. Bewusst habe das Paar einen Tag vor dem Dienstantritt seinen Wohnsitz in Marburg angemeldet – ein Pendeln kam für Knörzer nie in Frage.

von Anna Ntemiris

 
Dr. Thomas Knörzer (Mitte) wurde als neuer Chefarzt der Gynäkologie empfangen, seine Vorgängerin Dr. Cordula Riemer (links) verabschiedet. Pflegedienstleiterin Judith Rüffer, Geschäftsführer Dr. Michael Gerhard (von rechts), Chefarzt Dr. Frank Dittmar und Krankenhausdirektor Christian Uloth gratulierten. Privatfoto
 
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