Navigation:
ABOplus Anzeigen- und Abo-Service

Ex-Häftlinge

Entlassene Gewalttäter leben in Marburg

Zwei Männer, die aus der Sicherungsverwahrung entlassen wurden und als gefährlich gelten, leben nun gemeinsam in Marburg. Weitere Freigelassene könnten dazu kommen. Oberbürgermeister Egon Vaupel fühlt sich vom Land Hessen nicht ausreichend über das Sicherheitskonzept der freigelassenen Schwerverbrecher informiert.
© Archivfoto

Marburg. Zwei Männer, die vor Kurzem nach vielen Jahren aus der Sicherungsverwahrung der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt entlassen wurden, leben nach Informationen dieser Zeitung nun unter einem Dach im Wohngebiet Stadtwald. Der eine Täter saß unter anderem wegen versuchten Mordes im Gefängnis, der andere wegen schweren Sexualdelikten und sexuellem Missbrauch von Minderjährigen. Beide wurden als noch gefährlich eingestuft und wurden nach Verbüßung ihrer Gefängnisstrafen noch in Sicherungsverwahrung festgehalten.
Die Männer sind nun auf freiem Fuß, weil nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg (EGMR) die in Deutschland bisher übliche Sicherungsverwahrung nicht rechtens ist. Die deutschen Gerichte beziehen sich nun nach und nach auf dieses Urteil. Daher ist es noch möglich, dass bald zwei weitere aus der Sicherungsverwahrung Entlassene in den Stadtwald ziehen.

Dagmar Döring, Pressesprecherin des Justizministeriums in Hessen, konnte aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Angaben zu den Wohnorten der aus Schwalmstadt entlassenen Männer machen. Es handele sich um freie Menschen, die „schon lange ihre Strafe verbüßt haben“. Diese würden aber dennoch von der Polizei „offen und verdeckt“ überwacht werden, sagte sie. Das Ministerium habe in Absprache mit dem Innenministerium und der Polizei ein engmaschiges Sicherheitskonzept entworfen, das „in vollem Gange ist“. „Die Freigelassenen werden ganz eng geführt“, erklärt Döring. Das bedeute Bewährungshilfe des Landgerichts und Polizei arbeiten eng zusammen. Manchen Tätern seien bestimmte Auflagen erteilt worden, deren Einhaltung kontrolliert werde, so die Pressesprecherin. Dieses Sicherheitskonzept gelte für mindestens fünf Jahre nach der Freilassung. „Danach muss man sehen, wie kooperativ die Einzelnen waren“, sagte sie. Es wird den OP-Recherchen zufolge in Marburg derzeit keine permanente Überwachung geben, sondern eine punktuelle.

von unseren Redakteuren

Mehr lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der OP.


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

  • Sexualverbrecher in Marburg auf freiem Fuss, was soll dass??? Unbekannt – 30.07.10
    Solche Menschen die einmal Kinder sexuell missbraucht haben, werden meistens wieder rückfällig!
    Man sollte die ewig weg schliessen, eine Gefahr für unsere Kinder!
    Wenn der entlassene Täter wieder ein Kind vergewaltigt, kommen nur entschuldigungen und dass Kind???
    Es wird ewig leiden und nie darüber weg kommen... was haben wir hier in Deutschland für eine Justiz, peinlich, peinlich....dass ist echt eine Schande!!!
  • Stadtwaldhäftlinge Insider – 22.07.10
    Ja, passt auf eure Kinder auf!!! Auch vor euren eigenen Leuten (Verwandten, Bekannten, Freunden)! Wie viele sind bekannt, die ihren Anvertrauten etwas antun und das eigene geneigte Familienmitglied, der eigene Freund und Bekannte hält die Klappe!!!
    Also, Augen auf und dann Courage zeigen und gegen jede Form von Gewalt in der unmittelbaren Nähe vorgehen, egal, ob bekannter und genannter Verbrecher oder "nur" Mitmensch. Wer anderen unrecht tut, muss bekämpft werden!
  • Nichts ändert sich Na und – 22.07.10
    Dass im Stadtwald zwei Straftäter (oder vielleicht doch 3) mehr wohnen kommt auch nicht mehr darauf an. Den Stadtwald haben die ja eh schon zum sozialen Brennpunkt gemacht. Warum bietet denn die Stadt Marburg ein Baugrundstück für ein Einfamilienhaus an wie sauer Bier und keiner will es haben? Mal darüber nachdenken):
  • ... Kalle – 15.07.10
    Werden die Straftäter eigentlich rund um die Uhr bewacht?? Die werden doch eh wieder rückfällig !!! Das haben uns schon andere Straftäter bewiesen.
  • Meine Meinung dazu Katja – 14.07.10
    Der Kommentar wurde von der Redaktion entfernt. Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen für Leserkommentare am Seitenfuß.
  • Entlassene Häftlinge Anwohner – 12.07.10
    Ja da gebe ich dir recht!
    Wie kann man solche Leute hier oben wohnen lassen,tzz das kann ich nicht verstehen die haben den Knast verdient und nicht die Freiheit,das ist meine Meinung dazu.
  • Entlassene Häftlinge anwohner – 10.07.10
    Da gebe ich dir voll und ganz recht
    keiner weiß wie sie aussehen!!!wie soll mann da seine kinder schützen??
    Einmal Kinderschänder IMMER KINDERSCHÄNDER
  • alle lasslo – 09.07.10
    Die OP hat richtig gehandelt, Sie hätte noch Bilder reinstellen müssen, du hasst bestimmt keine Kinder oder kennst diese Leute vielleicht noch, Also liebe OP habt es richtig gemacht mit Bild wäre besser. glaube mit dieser Meinung bin ich nitcht alleine.
  • Steuergelder li – 09.07.10
    Ich stelle mir folgende Frage: Wie teuer ist es, zwei freigelassene Schwerverbrecher "offen und verdeckt" zu kontrollieren (auch wenn es nur punktuell ist)... Ich bin der Meinung, eine weitergeführte Sicherheitsverwahrung (die angebracht ist beim Status "sehr gefährlich") ist bei weitem günstiger...
  • Stadtwald TX – 08.07.10
    Kinder als Versuchskaninchen? Beide auf den Stadtwald losgelassenen Gewalttäter sind nicht als resozialisiert in die Freiheit geraten. Sie sollten definitiv wegen der von ihnen weiterhin ausgehenden Gefahr in Sicherheitsverwahrung hinter Gittern sein und sind eine latente Bedrohung. Passt auf eure Kinder auf!
  • Neue Nachbarn Sina – 08.07.10
    In den USA wird das in einigen regionen ganz gut behandelt. Es gibt im Internet eine HP, auf der man seinen Wohnort suchen kann und da bekommt man dann angezeigt, welche Straftäter in der Nachbarschaft wohnen, was sie getan haben, seit wann sie frei sind und wie die aussehen.

    Fänd ich bei Tätern mit Straftaten wie Totschlag, vers. Totschlag/Mord und Sexualdelikten auch an Kids echt in Ordnung.

    Tststs, gerade wurde iener zu 12 Jahren mit Sicherungsverwahrung verurteilt und schon ziehen neue hierher...
  • Vermieter Joel – 08.07.10
    Das sind nicht die ersten Verurteilten dieser Vorstrafen die in Marburg leben. Ich hatte selber zu Studizeiten einen "Lebenslänglichen" für Raubmord als Nachbarn im Haus der seine Zeit abgessen hatte. Habe ich auch erst später erfahren und Vermieter gefragt wie es dazu gekommen ist. Antwort: Vorstrafen Abfrage ist nicht erlaubt und wenn Vorstrafen rauskommen sind diese kein Kündigungsgrund. Persönlich Bedroht habe ich mich nicht gefühlt, weder vorher noch nachher.
  • genau theo – 08.07.10
    danke agnes, genau meine meinung. @ sr: lies mal durch, was die für verbrechen vergangen haben...sowas ist unentschuldbar. und wie gesagt, die haben sich das selbst zuzuschreiben. mir gehts ja nur um die unschuldigen, die so einer gefahr ausgesetzt werden. die täter interessieren mich nicht. ich will auch wissen, ob ich mein kind ohne angst draußen spielen lassen kann. klar kann immer was passieren, aber die gefahr ist größer, wenn so leute in der gegend wohnen. für mich stehen unschuldige im vordergrund.
  • ... agnes – 08.07.10
    Liebe/r SR, ja, denn als gefährlich eingestuft, bleibt als gefährlich eingestuft. Auch ich möchte wissen wer oder was in meiner Nachbarschaft so wohnt.
  • Wer einmal lügt... SR – 08.07.10
    Lieber theo, es ist Teil des Opferschutzes, dass die entlassenen Straftäter an einem anderen, entfernten Wohnort untergebracht werden. Oder sollen wir etwa davon ausgehen, dass das Sprichwort gilt: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht? Und jeder Straftäter / jede Straftäterin (!) die Verbrechen wieder begehen wird, komme was wolle?
  • warum? theo – 08.07.10
    Die OP hat genau richtig gehandelt. Opferschutz sollte IMMER VOR Täterschutz gehen, Resozialiserung hin oder her. Die Täter sind an ihrem Schicksal selbst schuld, weil sie sich entscheiden können, ob sie ein Verbrechen begehen oder nicht. Opfer können sich ihre Rolle nicht selbst aussuchen. Also denkt nicht an die "armen" Täter, sondern an die normalen Leute, die Angst haben, einem Verbrechen zum Opfer zu fallen. Außerdem hat die OP keine empfindlichen Daten freigegeben, die Nennung des Stadtteils ist angemessen.
  • Sehr gelungen Nachbarn – 08.07.10
    Mal wieder ein sehr gelungener "Streich" der EU. Kann es TATSÄCHLICH ernst gemeint sein, dass man Angst haben muss "prüfenden" Blicken ausgesetzt zu sein? Na und??? Wenn ich nichts zu verbergen habe ist mir das egal und wenn man DIESE Vergangenheit hat, sollten betreffende Personen weiterhin in Verwahrung genommen werden. Es ist mir ein Rätsel. Für mich ein Grund aus Marburg wegzuziehen. Das sehen auch andere so. Weder an Erlenring wie bereits geschrieben ist man noch sicher noch in der Nachbarschaft. Was kommt als nächstes???????????
  • Hetze Nick – 08.07.10
    Für meinen Geschmack hättet Ihr (OP) die Ortsangabe wager halten müssen. "Marburg" hätte genügt. Soviele Neubürger wird es im Stadtwald in letzter Zeit nicht gegeben haben. Und die können sich jetzt schonmal auf prüfende Blicke ihrer Nachbarn freuen. In Zukunft bisschen mehr Fingerspitzengefühl!
  • An das OP-Online-Team Marco – 08.07.10
    Liebes OP-Online-Team, gibt es eine Möglichkeit Benutzernamen zu schützen? Ich schreibe seit langem als Marco und ich denke dass das auch einige wissen. Aber immer wieder benutzen andere diesen Namen und es wirkt dann so als wäre der Eintrag von mir. Der letzte hier unter dem Namen ist nicht von mir. Ich würde mich gerne registrieren so dass nur ich den Namen benutzen kann. Geht sowas oder lässt es sich einrichten. Ich denke dass das auch viele andere sich wünschen würden. Die Möglichkeit anonymer Kommentare kann ja bleiben dennoch bleiben sie sollten dann nur als solche markiert werden. Danke.

    Antwort der Redaktion: Nein, lieber Marco, diese Möglichkeit gibt es nicht - anonym ist anonym. Und sicher ist Ihnen auch sonst schon aufgefallen, dass es noch mehr Menschen gibt, die Marco heißen? ;-)
    Also, im Ernst: Im Zweifel können wir Ihnen nur empfehlen, einen etwas ausgefalleneren Namen zu benutzen.
  • Wohngebiet Stadtwald Marco – 08.07.10
    Im Wohngebiet Stadtwald wohnen nicht gerade wenig Kinder. Wieder mal ganz toll gelöst...wird sowas denn nicht vorher überprüft???
  • Freigegeben SR – 08.07.10
    Neubewohner im Stadtwald und anderswo aufgepasst: Nach diesem Artikel könnt ihr es sein, die für die ehemaligen Gewalttäter gehalten werden. Deshalb: Meidet die Stadt. Sie Suche hat begonnen. - Es gibt nun mal Informationen, die so sensibel sind und Unbeteiligte verdächtigen können, dass sie nicht in die Zeitung gehören.
  • Straftäter Anwohner – 08.07.10
    Bis einer der Straftäter wieder zug-schlägt, dann ist das Geschrei groß. Was haben wir nur für Gesetze?
    Frauen und Kinder sind jetzt noch mehr in Gefahr. Na prima!
  • Straftäter Marco – 08.07.10
    Toll ist das wahrlich nicht. Da müssen die Gesetze geändert werden. Ich frage mich auch welche Vermieter solche Leute einziehen lassen.
  • @Scholl Marie – 08.07.10
    Ups, stimmt. Das kommt davon, wenn man im Zorn etwas liest und dann ein Kommentar schreibt.
    Na toll, die Art der Gewalt beunruhigt mich noch mehr!
  • s.o. Scholl – 08.07.10
    Die Straftaten der Freigelassenen sind im zweiten Satz des Berichts zu finden.
  • Straftäter in Marburg Marie – 08.07.10
    Na toll, Straftäter in Marburg. Um was für Gewalttaten es sich handelt, wird natürlich nicht gesagt. Und eine punktuelle Überwachung ist auch nicht das Wahre.
    Aber was in Marburg derzeit abgeht, ist eh nicht normal. Man kann als 25-jährige Frau sich nachts kaum noch allein durch Marburg bewegen. Ist leider so. So wurde ich schon desöfteren von Jugendlichen rund ums Kino und beim Erlenring angepöbelt und musste mir sexuelle Andeutungen gefallen lassen. Von Ordnungsamt und Polizei ist nur was bei Grossereignissen wie dem Hafen- oder Stadtfest vor Ort etwas zu sehen. Aber sonst ist man auf sich alleine gestellt.
    An die Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters: Bitte führen sie "schwarze Sheriffs" in Marburg ein. Ich studiere in Marburg; komme aber aus Frankfurt. Dort fühlt man sich nachts, selbst in den Zügen und U-Bahnhöfen sicher, weil diese "schwarzen Sheriffs" in 2er/3er-Gruppen mit Hund Streife gehen!

Zum geplanten Stellenabbau




Kommentare




Anzeige

Meistgelesene Artikel

Abo zur Serie




Fotowettbewerb




OP-Fanseite




OP-Twitter-Meldungen

Das ist die Frage!

Hoch zum Schloss

Muss das Marburger Landgrafenschloss attraktiver für Touristen und Einheimische gemacht werden?

Basketball-Bundesliga




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Nachttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug

Meinungsaustausch




Schulprojekt




Kochwettbewerb