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Engagierte Uni-Frauen erhalten Preis

Zwei Preisträgerinnen Engagierte Uni-Frauen erhalten Preis

Der Frauenförderpreis der Marburger Universität wurde in diesem Jahr geteilt.

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Bei der Preisverleihung freuten sich von links): Uni-Frauenbeauftragte Dr. Silke Lorch-Göllner, Preisträgerin Professorin Ingrid Kurz-Scherf, Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause und Preisträgerin Kirstin Baum. Foto: Miriam Prüssner

Quelle: Miriam Prüßner

Marburg. Auch wenn vor allem in geisteswissenschaftlichen Fächern mehr als die Hälfte der Studierenden Frauen sind, erreichen nach dem Studium immer noch deutlich mehr Männer hochrangige UniversitätsPosten in Lehre und Forschung. Damit sich daran etwas ändert, honoriert die Phillips-Universität unter anderem mit der Vergabe des Frauenförderpreises Frauen, die sich besonders um die Förderung von Frauen im Wissenschaftsbetrieb verdient gemacht haben.

In ihrer Begrüßung erinnerte Uni-Frauenbeauftragte Dr. Silke Lorch-Göllner, an die Arbeit der „Kommission für Frauenförderung und Frauenforschung“. Diese sei in den 80er Jahren gegründet worden. Im Jahre 1987 habe der prozentuale Anteil der Frauen bei den Professuren bei 3,9 Prozent gelegen, heute seien es rund 25 Prozent. „Dennoch ist noch viel zu tun, um den Verfassungsauftrag der faktischen Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen umzusetzen“, sagte Lorch-Göllner.

Am vergangenen Mittwoch, wurden die Diplomingenieurin Kirstin Baum und die Politikwissenschaftlerin Professorin Ingrid Kurz-Scherf gemeinsam mit dem achten Frauenförderpreis in der Aula der Alten Universität ausgezeichnet.

Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause freute sich darüber, dass mit den beiden Preisträgerinnen zwei Frauen in unterschiedlichen Phasen ihrer wissenschaftlichen Laufbahn und aus unterschiedlichen Fächerkulturen ausgewählt worden seien.

Die 1978 geborene Kirstin Baum aus dem Fachbereich Physik wurde für ihr Konzept der Summer Schools: „Get ahead with Optics“ geehrt. Hierbei sollen tunesische und deutsche Nachwuchsforscherinnen in dem anspruchsvollen Arbeitsgebiet der bildgebenden Verfahren für eine Karriere in Wissenschaft und angewandter Forschung fit gemacht werden.

Kurz-Scherf, Jahrgang 1949, kann auf eine erfolgreiche Uni-Karriere zurückblicken. „Zur Frauenförderung gehören in der Universität nicht nur das Personaltableau der Wissenschaft, sondern auch die inhaltlichen Angebote an geschlechtssensibler Forschung und Lehre“, legte Kurz-Scherf in ihrer Dankesrede dar.

Frauenförderung und feministische Wissenschaft seien verschiedene Terrains, aber aus ihrer Sicht griffen sie eng ineinander- auch wenn sich daraus auch Spannungen ergeben könnten. Vor diesem Hintergrund unterstrich sie die Bedeutung des von ihr mitgetragenen Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung, da es entscheidend dazu beitrage, den interdisziplinären Dialog über disziplinübergreifende Geschlechter-Fragen neben der Forschung auch in der Lehre zu etablieren.

Auch das seit nun 20 Jahren geltende hessische Gleichstellungsgesetz war ein Thema bei der Preisverleihung. Darüber hielt Dr. Andrea-Sabine Jacobi, Leiterin der Stabsstelle Frauenpolitik im hessischen Sozialministerium, einen Festvortrag.

Sie betonte die unentbehrliche Rolle dieses Gesetzes für die Durchsetzung der Geschlechtergerechtigkeit im öffentlichen Dienst in Hessen und freute sich über messbare Fortschritte, wenn auch die Bilanz noch nicht ganz zufriedenstellend sei. „Wir stellen eine Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern, eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine Beseitigung der bestehenden Unterrepräsentanz von Frauen im öffentlichen Dienst fest“, betonte sie.

Die Philipps-Universität vergibt seit 1998 ihren Frauenförderpreis, der mit 2500 Euro dotiert ist. Alle zwei Jahre soll die Auszeichnung hervorragende Verdienste von Mitgliedern, Angehörigen oder Ehemaligen der Philipps-Universität um die Förderung von Frauen in der Hochschule würdigen. Frauenförderung im Sinne des Preises umfasst die besondere Förderung von Studentinnen, nichtwissenschaftlichen oder wissenschaftlichen Beschäftigten in Studium, Beruf, Forschung und Lehre, die darauf hinwirkt, dass Frauen in einer bisher von Männern dominierten Umgebung besser Fuß fassen.

von Marcus Hergenhan

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