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Endgültiges Ja zum Marktfrühschoppen

Verwaltungsgerichtshof entscheidet Endgültiges Ja zum Marktfrühschoppen

Die Stadt Marburg muss den Marktfrühschoppen am Sonntag von 11 bis 14 Uhr stattfinden lassen.

Marburg. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) und die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung sind mit ihrem Wunsch, das traditionsreiche Fest zu verbieten, endgültig vor Gericht gescheitert. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel bestätigte am Freitagmittag eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Gießen, wonach der Magistrat sein Verbot nicht hinreichend begründet habe (Aktenzeichen: 2 B 1467/13).

Die Polizei erwartet neben angekündigten Anti-Burschenschafts-Kundgebungen am Samstag auch Demonstrationen gegen als rechtsextrem geltende Gruppen, etwa die Burschenschaft Rheinfranken, am Sonntag. Die Rheinfranken hatten am Donnerstag ihre Teilnahme am Fest ankündigt (die OP berichtete). Wie Polizeisprecher Martin Ahlich am Freitag mitteilte, würden einheimische Polizeikräfte durch auswärtige Einheiten ergänzt, um „dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis gerecht zu werden.“ Ahlich kündigte an, die Polizei werde ihrem Auftrag nachkommen, nämlich „die Grundrechte gewährleisten“.

Auch Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) wird am Sonntag „bei den Kollegen der Polizei sein, um ihnen bei ihrer schwierigen Aufgabe zur Seite zu stehen.“ Das Fest selbst will Vaupel nicht besuchen. Seine politische Meinung zum Marktfrühschoppen sei „in den vergangenen Tagen bestärkt worden“, sagte Vaupel, der insbesondere bedauert, dass sich „der Martkfrühschoppenverein von extremen Gruppierungen missbrauchen lässt.“ Der Oberbürgermeister appellierte an alle Besucher des Martkplatzes am Sonntag, „dass eventuelle Proteste friedlich ablaufen“.

Rechtsanwalt Bernd Roloff dementierte gegenüber der OP am Freitag, dass die Schmähmail an Oberbürgermeister Egon Vaupel von der „Jungen Freiheit“ komme. In der Mail war unter anderem von „linken asozialen Säuen“ die Rede und von „linksfaschistischen Ansichten“. Es handele sich, so Roloff, um einen offensichtlichen Missbrauch der Weiterempfehlungsfunktion auf der Internet-Ausgabe der „Jungen Freiheit“, mit der die Zeitschrift „vorsätzlich und gezielt diffamiert werden sollte.“ Der Asta Marburg teilte am Freitag unterdessen mit, dass er eine E-Mail gleichen Inhalts erhalten habe.

von Till Conrad und Björn Wisker

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