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„Empörung reicht nicht“

Broschüre gegen Gewalt an Frauen „Empörung reicht nicht“

Das Heft ist in sechs Sprachen erschienen und dokumentiert unterschiedliche Hilfsangebote.

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Zusammen mit den Frauen um Christa Winter (vorne zweite von links), welche die Broschüre erarbeitet haben, stellte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies das Heft vor.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. „Gegen jede Art von Gewalt gegen Frauen“ lautet der Titel einer Broschüre, welche die Arbeitsgemeinschaft Gleichberechtigung erarbeitet hat und die nun im Rathaus vorgestellt wurde. Wie Christa Winter, Leiterin des Gleichberechtigungsreferates der Universitätsstadt, erläuterte, enthält die Broschüre die Erklärung des Runden Tisches Integration, bei dem die Arbeitsgruppe angesiedelt ist. Beteiligt gewesen seien Frauen aus einer Vielzahl von Organisationen, um die ganze Bandbreite religiöser, kultureller und gesellschaftlicher Gruppen zu repräsentieren und auch deren Verständnis von Gewalt gegen Frauen zu berücksichtigen.

Alle Beteiligten strichen heraus, dass es kein Problem einzelner Gruppen oder Schichten gebe, sondern es alle gesellschaftlichen Gruppen betreffe. In Deutschland sei jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens von Gewalt in der Partnerschaft betroffen, eine erschreckend hohe Zahl.

Die Broschüre gliedert sich in mehrere Themenbereiche. Unter körperlicher und sexueller Gewalt finden sich häusliche Gewalt, Beziehungsdramen bis zum Ehrenmord, Zwangsverheiratung und die Genitalverstümmelung wieder.

Ein weiterer großer Bereich ist psychologische und strukturelle Gewalt sowie das Thema der sexualisierten Werbung. Wie die Beteiligten betonten, sind überall Definitionen und unterschiedliche Formen benannt und die Position, dass nichts von alledem geduldet werden kann.

Wobei die Frauen einräumten, sicher nicht immer einer Meinung gewesen zu sein. Darüber hinaus enthält das Heft unterschiedliche Anlaufstellen und Hilfsangebote.

„Marburg nimmt das Thema sehr ernst, und nicht erst seit jetzt“, betonte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Die Broschüre sei das Ergebnis mehrjähriger Arbeit und großen ehrenamtlichen Engagements, lobte er. Gewalt gegen Frauen sei in der Universitätsstadt geächtet.

„Aber Empörung reicht nicht“, strich Spies heraus. Auch Prävention sei wichtig. Weil Aufklärung dort gut laufe, habe es in Marburg noch keine großen Vorfälle wie in der Silvesternacht in Köln gegeben oder wie sie beim Oktoberfest in München oder beim Karneval vorkämen.

Die Hinweise für Hilfe in der Broschüre, so Spies, sei aktiver Opferschutz. Die Stadt werde demnächst aber auch verstärkt potenzielle Täter im Blick haben und durch Aufklärung präventiv tätig werden.

Das Heft ist in sechs verschiedenen Sprachen erschienen und wird überall in der Marburger Verwaltung ausliegen. Außerdem ist die Erklärung im Internet unter www.marburg.de/positionspapier verfügbar. „Wir wollen es breit streuen“, sagte Spies abschließend.

von Heiko Krause

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