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Eltern fordern Ende des Streiks

Solidaritätsversammlung für Erzieherinnen Eltern fordern Ende des Streiks

Für die Erzieherinnen und auch für die Sozialarbeiter bleibt nur der Streik, hingegen werden Politiker, Gewerkschaft und der Arbeitgeberverband aufgefordert zu handeln.

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Zur Solidaritätsversammlung der Eltern für die Erzieherinnen kamen gestern 200 Menschen zum Teil mit Plakaten und Trillerpfeifen auf dem Marktplatz zusammen.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. Zum dritten Mal versammelten sich Eltern und Kinder, die von geschlossenen Kitas betroffen sind, gestern am Marburger Marktplatz, um den Erzieherinnen symbolisch den Rücken zu stärken. Nach 120 in der ersten Woche und 60 in der zweiten, waren es dieses Mal 200 Menschen. Und sie hatten auch Forderungen im Gepäck. Sie wollen ein rasches Ende des Streiks. Sie wollen, dass wieder verhandelt wird, und zwar mit dem Willen, eine Einigung zu erzielen.

Die Eltern holen sich auch Informationen über die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Diese kritisiert die andauernden Streiks der Gewerkschaften im Sozial- und Erziehungsdienst. „Die Streiks bringen keinerlei inhaltliche Bewegung für die Verhandlungen. Die Gewerkschaften sollten die Dauerbelastung für Kinder und Eltern schnellstmöglich einstellen und endlich Tarifverhandlungen führen“, sagte dieser Tage VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. Man habe von Arbeitgeberseite konkrete Vorschläge für Tarifverbesserungen vorgelegt, die Gewerkschaften seien jedoch in keinem Punkt von ihren Maximalforderungen abgewichen. Diese Meinung ist auch der Marburger Erzieherin Cordula Tschirschnitz zu Ohren gekommen. Sie ergriff gestern kurz das Wort, um der Elternschaft unmissverständlich mitzuteilen, dass sich die „konkreten Vorschläge“ darin erschöpfen, einige Zugeständnisse für Erzieherinnen zu machen, die beispielsweise mit Inklusion zu tun haben.

„Es geht dabei nicht um ein Gehaltsgefüge für alle.“ Es gebe bundesweit derzeit kein Signal der VKA, einen Kontakt zur Gewerkschaft herstellen zu wollen. Das sei schließlich auch der Grund, warum man am Donnerstag ausgerechnet in Frankfurt auf dem Römer zentral streiken wolle. Weil dort eine Mitgliederversammlung der VKA stattfindet und man sich einen Kontakt erhoffe. Verdi erwartet an diesem Tag mehr als 12000 Streikende in Frankfurt.

Harald Schmidt vom Elternbeirat und Mitorganisator des Solidaritätsstreiks, setzt jetzt auf die Vernunft beider Seiten und möchte verbindliche Antworten, wie lange das so noch weitergehen soll. Oder ob sich die Seiten nun mal bewegen wollen.

Für Irritation sorgen derzeit auch Zahlen, die nicht zuletzt durch ein Interview in der Süddeutschen Zeitung vom VKA-Präsident Thomas Böhle angeheizt wurden. Er sagte dort, dass normale Erzieherinnen zwischen 2600 und 3700 Euro verdienen. „Nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst, Sozial- und Erziehungsdienst, sind das die Zahlen der Gehaltsstufe S9 und S10. Da wollen wir gerne hin oder wenigstens in diese Richtung“, sagte Cordula Tschirschnitz gegenüber der OP. Fakt sei, dass Erzieherinnen in Marburg, und das sei auch die Regel, nach S6 bezahlt werden, und Leiterinnen nach S 13 und keineswegs nach S 17 mit 4700 Euro in der Spitze. In der Eingruppierung S6 sind in sechs Stufen Gehälter von 2360 bis 3290 Euro möglich.

n Bei dem Streik geht es nicht nur um Erzieherinnen und Erzieher. Es geht auch um Menschen, die im Sozialdienst beschäftigt sind. Und die Streikenden aus diesem Bereich wollen heute um 11.55 Uhr, unter dem Motto „fünf vor zwölf“, auf dem Marktplatz vor dem Rathaus in Marburg mit einer Aktion auf ihre Situation aufmerksam machen.

von Götz Schaub

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