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Elisabethbrunnen ist wieder sichtbar

Kulturdenkmal Elisabethbrunnen ist wieder sichtbar

Vor dem Elisabethbrunnen-Tempel ist eine Waldwiese angelegt worden. Diesem ersten Schritt zur Neugestaltung und Aufwertung des über 400 Jahre alten Kulturdenkmals sollen weitere folgen.

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Etwa 30 Teilnehmer waren zur Einweihung der neu angelegten Waldwiese zum Elisabethbrunnen gekommen.Foto: Manfred Schubert

Schröck. Noch vor einem Jahr lag der 1596 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Brunnentempel des Elisabethbrunnens verborgen im Wald, nicht sichtbar von der nur 100 Meter westlich gelegenen Landesstraße 3289. Auch die ursprünglich bestehende Sicht ins Amöneburger Becken und zur Amöneburg wurde jetzt durch die Entfernung der Bäume wiederhergestellt. Das Ganze kostete 98700 Euro, fast 20000 Euro weniger als ursprünglich angesetzt.

Die Fläche zwischen Brunnenvorplatz und Landesstraße wurde nach historischem Vorbild gestaltet, indem das Gelände leicht modelliert, der Bachlauf gefasst und Pflanzungen vorgenommen wurden. Die Neugestaltung und Aufwertung des Kulturdenkmals ist ein Gemeinschaftsprojekt der Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten, in deren Eigentum der Brunnen samt Vorplatz sich befindet, von Hessen Forst, dem der umliegende Wald gehört, und der Stadt Marburg, die Eigentümerin der Zufahrt und eines Teils der Fläche zwischen Brunnenvorplatz und Landesstraße ist.

Außer den Eigentümern wirkten auch die Regionalentwicklung und die Dorferneuerung von Schröck zusammen, in deren Zuge die Planung gefördert wurde. Die Umsetzung dagegen konnte nicht aus diesem Topf bezuschusst werden, da die Förderrichtlinien auf den Ortskern beschränkt sind und der Brunnen zudem zur Gemarkung Cappel gehört. Durch die überregionale Bedeutung des Elisabethbrunnens, der direkt am Elisabethpfad, einem Teil des Jakobsweges liegt, gab es einen Zuschuss aus dem EU-Programm der Leader-Förderung in der Region Marburger Land in Höhe von 55345 Euro.

An der Einweihung der Waldwiese, die bei endlich frühlingshaftem Wetter am Freitag stattfand, nahmen 30 Personen teil. Schröcks Ortsvorsteher Uwe Heuser dankte in seiner Begrüßungsrede besonders der Schröcker Kolpingsfamilie, die sich seit Jahrzehnten darum kümmere, dass das Gelände sauber bleibe. Er regte an, den Brunnen im Dunkeln zu beleuchten.

Der Kolpingsfamilien-Vorsitzende Heinrich Nau wies darauf hin, dass die letzten Restaurierungen am Brunnen Mitte der 80er Jahre erfolgten und man wieder etwas tun sollte, da zum Beispiel Stufen am Weg zur Kreuzkapelle kaputt seien.

Manfred Handke von der Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten erklärte, dass dem ersten Schritt, die Sichtbeziehung wieder frei zu machen, weitere folgen sollen.

Schild „Kein Trinkwasser“

Im Herbst soll die flankierende Böschung mit Bepflanzungen in einen ansehnlichen Zustand versetzt werden. Eine Verbindung zur Heimat der Heiligen Elisabeth wolle man mit dem Pflanzen einer ungarischen Rosensorte schaffen. Landrat Robert Fischbach (CDU) freute sich, dass mit Hilfe des Förderbescheids, den er im August 2011 an Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) überreicht hatte, ein „wunderschönes Fleckchen Erde“ geschaffen wurde. Kahle lobte die Verbundenheit der Schröcker Bevölkerung mit dem Brunnen und dass die Regionalentwicklung die Umgestaltung förderte.

Er wies darauf hin, dass man an dem Brunnen das Schild „Kein Trinkwasser“ habe anbringen müssen, weil es aufgrund der Inhaltsstoffe nicht ratsam sei, mehr als ein Glas pro Tag davon zu trinken. Allerdings solle es über 80-Jährige geben, die täglich einen ganzen Kannister holen.

Die erste öffentliche Veranstaltung am Elisabethbrunnen findet am Samstag, 29. Juni, statt. Der Gesangverein „Cäcilia“ Schröck feiert dort ab 18 Uhr sein 120-jähriges Bestehen mit einem Gottesdienst und Liederabend unter freiem Himmel.

von Manfred Schubert

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