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Elisabeth Kula kämpft für „Partei der kleinen Leute“

Direktkandidatin der Linken Elisabeth Kula kämpft für „Partei der kleinen Leute“

Sie studiert Politikwissenschaften, vertritt die Linke im Stadtparlament, spielt Rhythmus-Gitarre in einer Heavy-Metal-Band. Im Wahlkampf will Elisabeth Kula den Kandidaten von SPD und CDU „ordentlich auf die Füße treten“.

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Elisabeth Kula ist 26 Jahre alt, Studentin, Kommunalpolitikerin.

Quelle: Carina Becker-Werner

Marburg. Diesen Wunsch ­gaben Mitglieder des Linken-Kreisverbands der 26-Jährigen am Donnerstagabend in ihrer­ Geschäftsstelle in der Bahnhofstraße auf den Weg. Alle 23 Wahlberechtigten hatten der Studentin zuvor ihr Vertrauen zugesichert, die Interessen und Ziele­ der Partei im bevorstehenden Bundestagswahlkampf bestmöglich zu vertreten. „Ich mach‘ das, aber ich brauche euch“, wandte sich Kula an die Wahlversammlung. Sie war die einzige Bewerberin auf die Direktkandidatur.

„Wesentlich für den Wahlkampf ist das Signal, dass wir keine der Parteien sind, die einfach so weitermachen wollen – die Leute haben es satt, sie wollen einen radikalen Wechsel, dafür stehen wir als einzige Partei“, sagte die Kandidatin. Im Wahlkampf müsse es gelingen, zu verdeutlichen, dass die Linke­ „die Partei der kleinen Leute“ sei. „Niemand muss in einem so reichen Land arm sein, wir wollen ein gutes Leben für alle, niemand muss rücksichtslos sanktioniert werden, wenn er nicht arbeiten kann.“

Kula übt Kritik an Angela Merkel und der SPD

Kula hielt fest, dass Geschichte von Menschen gemacht werde – und so könnten auch ­die Lebensbedingungen, Politik­ und Gesellschaft in Deutschland entscheidend verändert werden. „Mit uns geht das“, sagte­ die 26-Jährige und hielt direkt fest: „Wir sind die einzige Partei, mit der es garantiert keine Merkelregierung mehr geben wird.“

Kula kritisierte vor allem den SPD-Bundestagsabgeordneten und Direktkandidat Sören ­Bartol. Dieser sei ein „eindeutiger Kandidat des SPD-Establishments“. „Wir sind eine linke­ und offene Stadt, wir sollten die SPD mal gehörig, gehörig ­
ärgern“, forderte sie die Mitglieder zur „kämpferischen ­Mitarbeit“ auf.

Linken sehen gute Chancen für Direktkandidatin

Mit Elisabeth Kula als Kandidatin rechnet sich die Kreis-Linke bei der Bundestagswahl im September Chancen aufs ­Direktmandat für Marburg-Biedenkopf aus, wie verschiedene Mitglieder in ihren Redebeiträgen betonten. Im Vergleich zu früheren Kandidaten der Partei müsste Kula dafür ordentlich an Prozenten zulegen, vor allem, um mit SPD-Bewerber Bartol und dem CDU-Kandidaten Dr. Stefan Heck, beide bereits Mitglieder des Bundestags, konkurrieren zu können. „Wir werden tun, was wir können, damit du es schaffst“, versprach die ­Linken-Kreistagsabgeordnete Dr. Ingeborg Cernaj der frisch gekürten Kandidatin.

Der Marburger Linken-Fraktionsvorsitzende Jan Schalauske, zugleich Landesvorsitzender seiner Partei, war der Meinung, dass Kula gegen „einen Kandidaten, der rechts außen in der CDU steht, einen neoliberalen Sozialdemokraten und gegen den Bewerber der Grünen, der während seiner Zeit im Stadtparlament nicht allzu häufig aufgefallen ist“, durchaus Chancen habe.

Schalauske hatte vor der Kandidatenkür ausführlich übers Wahlprogramm der Linken referiert, das als Entwurf vorliegt und während einer Regionalkonferenz am 18. Februar in Frankfurt diskutiert werden soll. Endgültig beschlossen werde das Programm im Juni beim Bundesparteitag. Er hielt die Mitglieder an, sich ­online und auch bei der Konferenz in Frankfurt einzumischen und mitzudiskutieren.

von Carina Becker-Werner

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