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Elf neue Erinnerungstafeln

Historische Hinweisschilder Elf neue Erinnerungstafeln

Elf neue historische Hinweisschilder weisen auf bedeutende Persönlichkeiten hin, die in Marburg gelebt haben. Bei der Enthüllung einer Tafel am Sparkassen-Gebäude in der Wilhelmstraße 3 wies Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach auf die Weiterentwicklung des städtischen Tafel-Projekts hin.

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Sparkassen-Direktor Andreas Bartsch (von links), Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach, Projektbeauftragte Kristina Lieschke und Kulturamtsleiter Dr. Richard Laufner freuen sich über die Tafel für Hedwig Jahnow in der Wilhelmstraße 3.

Quelle: Manfred Hitzeroth

Marburg. An diesem Standort wird an Hedwig Jahnow erinnert, die in dem Vorgängerbau den größten Teil ihrer Marburger Zeit lebte. Jahnow kam 1907 als erste wissenschaftlich gebildete Oberlehrerin nach Marburg und wurde später stellvertretende Direktorin an der Elisabethschule. Wegen ihrer jüdischen Herkunft wurde sie 1935 zwangsweise pensioniert. Sie starb 1944 den Hungertod im Konzentrationslager Theresienstadt.

Besonders hob Weinbach hervor, dass Jahnow zu den Mitgründern der Volkshochschule gehört habe. Zudem sei es erfreulich, dass die Anzahl der Erinnerungstafeln für Frauen gestiegen sei, so Weinbach. Von den mittlerweile 39 historischen Hinweistafeln erinnern 13 – also ein Drittel – an Frauen, erläuterte Projektbeauftragte Kristina Lieschke. Sie war für das Projekt von der Recherche bis zur Umsetzung zuständig.

Kulturamtsleiter Dr. Richard Laufner hob hervor, dass die Tafeln die Erinnerungskultur in Marburg stärken sollen. Nach folgenden Kriterien würden die Tafeln angebracht: n Die Geehrten müssten eine überregionale Bekanntheit haben, die über die Fachgrenzen hinausreiche.

  • Zudem sollten sie in einer wichtigen Lebensphase in Marburg gelebt haben.
  • Außerdem müsse das ehemalige Wohnhaus oder ein Nachfolgebau noch stehen.
  • Auch sei das Einverständnis der Hausbesitzer wie am Beispiel des Sparkassen-Gebäudes für das Anbringen einer Tafel notwendig.
  • Folgende Personen werden neben Jahnow mit einer neuen Tafel geehrt: Wolfgang Abendroth (1906-1985), der Gründungsdirektor des Instituts für Politikwissenschaften; der in der 1848er Revolution engagierte Philosoph Karl Theodor Bayrhoffer (1812-1888); die Pädagogik-Professorin Elisabeth Blochmann (1892-1972); der Philosoph Hans-Georg Gadamer; der Zahlentheoretiker Kurt Hensel (1861-1941); der Zauberer und Illusionist Lucas Strack-Bellachini (1861-1930); der Historiker Heinrich von Sybel (1817-1895); die Theologin und Aktivistin der Friedensbewegung Marie Veit (1921-2004) sowie Christian Wolff (1679-1754), als Philosoph ein wichtiger Vertreter der deutschen Aufklärung, und Michail W. Lomonossow (1711-1765), der Gründer der Universität Moskau.

von Manfred Hitzeroth

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