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Elektronische Prüfungen sind gefragt

Philipps-Universität Elektronische Prüfungen sind gefragt

An der Marburger Philipps-Universität steht seit dieser Woche ein großer PC-Saal zur Verfügung, in dem die Studierenden E-Klausuren schreiben.

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Bei E-Klausuren (hier ist der E-Klausuren-Saal in Gießen zu sehen) können viele Studierende zeitgleich geprüft werden.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Ohne den Computer geht nichts mehr – auch nicht bei Prüfungen. Auch an der Marburger Philipps-Universität schreiben die Studierenden immer mehr sogenannte E-Klausuren, am Computer geschriebene Prüfungen. Seit dieser Woche steht an der Philipps-Universität dafür ein speziell eingerichteter PC-Saal mit 103 Computern und einem „Safe-Exam-Browser“ zur Verfügung.

Während einer Fachtagung am vergangenen Dienstag eröffneten Professor Joachim Schachtner, Vizepräsident für Informations- und Qualitätsmanagement und Vorsitzender der Lenkungsgruppe Neue Medien der Philipps-Universität, sowie Mitarbeiter des Marburger Hochschulrechenzentrums den PC-Saal E-Klausuren im Mehrzweckgebäude auf den Lahnbergen. Bei E-Klausuren sind sowohl die Auswahl vorgegebener Antworten als auch freie Eingaben in Lückentexte und komplett frei geschriebene Texte möglich.

In der Lenkungsgruppe Neue Medien, die Anfang Mai 2009 ins Leben gerufen wurde, arbeitet Schachtners Team mit der Justus-Liebig-Universität Gießen den E-Klausuren-Service aus. Vorläufig bis September 2012 fördert das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst die Lenkungsgruppe, deren erstes großes Projekt der E-Klausuren-Service ist. „Ziel der Lenkungsgruppe ist, die Qualität der Hochschullehre mithilfe Neuer Medien zu verbessern“, sagte Schachtner. „E-Klausuren gelten als anerkanntes und adäquates Werkzeug, um einen hohen Ansturm von Prüflingen zu regeln, aber“, merkte er an, „es ist noch Neuland.“

Seit Winter 2003/04 werden an der Philipps-Universität E-Klausuren geschrieben – zunächst in der Radiologie mit 150 Prüflingen, blickte Schachtner auf die Anfänge zurück. Seitdem sei die Zahl der Fachbereiche, die elektronische Prüfungen schreiben lassen, auf zwölf angewachsen, sagte Martin Klehr vom Hochschulrechenzentrum. Während im Sommersemester 2009 noch 550 Prüflinge insgesamt sechs E-Klausuren schrieben, so rechne die Uni im aktuellen Semester mit 37 E-Klausuren und insgesamt 4000 Prüflingen. Größter Bedarf mit bis zu 600 Studierenden, die zeitgleich geprüft werden, komme von den Bereichen Biologie, Chemie, Medizin, Psychologie und Erziehungswissenschaften, ergänzte Schachtner. Um diese Nachfrage zu meistern, stehen bereits seit Ende 2009 in der Zentralen Medizinischen Bibliothek 200 mobile Computer zur Verfügung. In den PC-Sälen in der Innenstadt werden in kleineren Gruppen E-Klausuren abgelegt.

Durch die elektronische Auswertung der Prüfungen sollen zum einen die Prüfer entlastet werden und zum anderen erhalten die Prüflinge meist noch am gleichen Tag ihre Ergebnisse. „Ziel ist es, erheblich mehr Prüflinge zu versorgen“, sagte Matthias Warkus vom Hochschulrechenzentrum. Auch in Zukunft würden große Teile der Prüfungen immer noch „von Hand“ abgewickelt werden. Aber mit der jetzigen Personalgröße könnten in einiger Zeit durch E-Klausuren 5.000 bis 10.000 Prüflinge pro Semester versorgt werden.

von Sonja Lecher

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