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Studierendenprotest

Eklat: Ministerin verlässt Feier

Eklat beim Festakt zur Amtseinführung der neuen Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause: Aus Angst um ihre Sicherheit verließ Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) den Saal noch vor ihrer Festrede.

Am Rande der Amtseinführung der Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause kam es zu Protesten, wegen derer Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann vorzeitig ging.

© Rainer Waldinger
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Marburg. Nach Angaben der Staatskanzlei in Wiesbaden verließ die Ministerin auf den Rat der Polizei den Saal. Die Veranstaltung wurde anschließend ohne Kühne-Hörmann fortgesetzt. Zu weiteren Zwischenfällen kam es nicht.

Bevor Kühne-Hörmann ihre Rede beginnen wollte, hörte man auf den Fluren vor der Alten Aula laute Geräusche und erregte Stimmen. Dort und vor dem Gebäude hatten sich mehrere Hundert Studierende versammelt. Im Saal protestierte eine Gruppe von etwa 40 Studenten mit Plakaten, was nach Angaben von Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne kurz vorher mit der Hochschulleitung verabredet worden war, dass sie ihrem Protest im Saal „still“ Ausdruck verleihen durften. Regierungssprecher Dirk Metz (CDU) nannte dieses „einen außergewöhnlich ungewöhnlichen Vorgang“ und warf den Marburger Hochschulverantwortlichen in diesem Zusammenhang „offensichtliche Organisationsmängel“ vor.

„Dem Ansehen der Hochschule ist der Vorgang wahrlich nicht zuträglich“, meinte Metz. Die Marburger Asta-Vorsitzende Stefanie Fritz bedauerte in ihrer Rede, dass die Veranstaltung gestört worden sei. Der Protest richte sich nicht gegen Präsidentin Krause, sondern gegen die drohende Mittelkürzung.

von Manfred Hitzeroth

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  • gut so ephraim israel – 23.04.10
    ich bin froh das die studenten es geschafft haben die ministerin zu vertreiben. am anfang wollte man die horde ja nicht in die uni lassen aber durch den einsatz von einigen helden hat es ja dann doch ganz gut funktioniert.
    lasst solche politiker nicht zu wort kommen, sie beklauen das volk und sonnen sich dann im applaus. aber nicht in marburg!

    eigentlich ist sie ein feiges huhn. anstatt sich dem volk zu stellen flüchtet die adelige in ihrer kutsche...

    respekt an die studenten.. ihr macht das richtig!
  • Zusammen nicht gegeneinader! zuhören, tolerieren und diskutieren Marius – 23.04.10
    Zur Sache der linken Vereinnahmung..Eine Rede kann jede/r schreiben, der sich dazu im Stande fühlt, genauso wie Transpis etc malen. Nur weil einige, sehr engagierte Menschen, eine recht entwickelte, kritische Sichtweise auf Vorgänge und deren Hintergründe haben, über welche man gerne mit ihnen diskutieren kann, sollte jeder freiheits- (also auch bildungs-)liebende mensch sich nicht spalten lassen, sich engagieren und versuchen eigene Akzente zu setzen. Für vielfältigen und wilden Protest!
    Nicht gegeneinander sondern miteinander, solidarität auch wenn mensch mal nicht hundertprozent einverstanden ist, mit dem was geschieht und vor allem eins: Engagieren, disktuieren und sich bewegen!
  • Merkwürdigkeiten Betrachter – 23.04.10
    Interessanterweise wird die Verantwortung der Universitätsleitung zu einer Vereinbarung zu stehen nicht diskutiert. Auch nicht, dass durch die Universitätsleitung Studierende instrumentalisiert wurden, d. h. man hat sie angehalten zu protestieren, obgleich man selbst Verantwortung für die Situation trägt. (Bitte die Universitätsseiten zum Hochschulpakt lesen!)
    Auch ist es nicht verantwortlich zu einer solchen Veranstaltung zu Protesten anzuregen, weil man um die potenzielle Gewaltbereitschaft weiß (s. Autobahnbesetzung).
    Absolut befremdlich ist, dass sich die Universitätsleitung nicht nur aus der Verantwortung stiehlt, sondern politisch unsinnig taktiert.
    Wer soll denn einer Universitätsleitung trauen, die zur ihrem Anteil der Vereinbarung steht, sondern nur mit dem Finger auf den (Vertrags-)Partner zeigt?
    In der Politik wird nach Rücktritt schnell gerufen. Warum nicht nach dem einer Universitätsleitung, die so verquert handelt?
  • liebe ministerin, blinx – 23.04.10
    außerhalb des elefenbeinturms riecht nicht jede schule oder uni nach frischer farbe......!
  • hm dont trust the web – 23.04.10
    ja, weil die BWLer zum beispiel nicht dran denken du demonstrieren. die juristen sehens auch nicht ein. ich selbst studiere WiWi und finde wir müssen für UNSERE SACHE kämpfen, aber gerade die großen massenFb's sind die mit den scheuklappen!

    schuld daran sind aber auch oft die meinungsführer der demos. nur wenige können sich mit derartig linken ansichten wie gestern propagiert identifizieren. wir brauchen sympathieträger aus ALLEN REIHEN!!

    11.5 WIESBADEN!!! gebt uns unsere bildung zurück!!
  • enttäuschend Teilnehmer – 23.04.10
    Leider wurde die Demo von den führenden Personen in ihren Reden wieder einmal als (links-)politische Plattform missbraucht. Es schien alles direkt in eine rechts-links-Diskussion auszuarten, obwohl es mit dem Thema der Demo erstmal rein gar nichts zu tun hat.
    Das ist schlicht unprofessionell und führt ganz sicher nicht dazu, dass die Anliegen ernster genommen werden oder man eine breitere Unterstützung findet, auch nicht unter den Studenten.

    (Eine weitere Enttäuschung war die doch sehr kleine Zahl der Teilnehmer, wenn man bedenkt wie viele dazu aufgerufen wurden und das es zentral in Marburg stattfand.)
  • Wovor hatte die Ministerin wirklich Angst? ein Betroffener – 23.04.10
    Angst um ihre Sicherheit? Wahrscheinlich war es eher die Angst, sich für die Mittelkürzungen rechtfertigen zu müssen. Denn hierfür kann es keine Rechtfertigung geben. In Zeiten eines überall diskutierten Bildungsnotstandes Mittelkürzungen an (Hoch-)Schulen in Hessen durchzusetzen ist unverantwortlich und wird langfristig dem Wirtschaftstandort Hessen einen Todesstoß versetzen.
  • Protest aller Uni-Angehörigen Betroffener – 23.04.10
    Unter den protestierenden Menschen um die Alte Uni und gegen die Sparpläne der Ministerin, waren neben den StudentInnen auch alle anderen Statusgruppen vertreten. ProfesorInnen und Dekane standen genauso da wie technisch-administratives Personal und der Vertreter des Mittelbaus. Die Kürzungen treffen die Uni in allen Bereichen. Die Ministerin und die Politik verkennt die schlechte Lage der Uni. Ihre frühe abreise zeigt deutlich die mangelnde Kritikfähigkeit. Wenn alle Mitglieder einer Universität ihre Kritik laut äußern, sollte man zuhören.
  • Hessische Hochschulpolitik Student – 23.04.10
    1. Ich denke nicht, dass es selbst im schlimmsten Fall zu einer wirklichen Gefährdung von Ministerin Kühne-Hörmann gekommen wäre.

    2. Fakt ist, dass die hessische Landesriegerung seit Jahren eine vollkommen verfehlte Hochschulpolitik verfolgt. Es ist kein Geheimnis, dass die Uni-Marburg - eine der ältesten und traditionsreichsten Universitäten Deutschlands - vollkommen unterfinanziert ist. Pro Student steht an fast keiner deutschen Universität so wenig Geld zu Verfügung wie in Marburg. Dabei ist das Bundesland Hessen eines der reichsten der Republik. Dies alleine schon ist ein Skandal!

    3. Wenn sich dann noch - obwohl man davon ausgehen muss, dass die betreffende Ministerin Kühne-Hörmann die Fakten- und Finanzlage der Uni genau kennt - in Interviews beteuert, sie könne die Proteste in Folge der erneuten Mittelkürzung „nicht nachvollziehen“, wundert es einen nicht mehr, dass es zu massiven Widerstäden dagegen kommt. Dieses ist nur die vollkommen richtige Reaktion auf fehlgeleitete und unverständnislose Bildungspolitik.

    Ich kann abschließend nur sagen, dass ich mit der Aussage von Regierungssprecher Metz in keinster Weise einverstanden bin. („Dem Ansehen der Hochschule ist der Vorgang wahrlich nicht zuträglich“). Genau das Gegenteil denke ich. Ohne Proteste genau dieser Art, würde die hessische Landesregierung wohl weiterhin denken, sie könne Bildungsetats weiterhins rigeros zusammenstreichen. Mit allen daraus resultierenden Folgen!

    Es bleibt die Hoffnung, dass sich vielleicht irgendwann mal etwas daran ändert!

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