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Naturschutz

Eisvogel fühlt sich an der Lahn wohl

Wer einen Eisvogel mit seinem blau schimmernden Gefieder am Ufer eines Flusses sieht, versteht, warum er auch fliegender Edelstein oder blauer Diamant genannt wird.
Der Naturschutzbund baute zwei künstliche Niströhren für Eisvögel an einer geschützten Stelle direkt am Ufer. Foto: Andreas Trepte / photo-natur.de

Der Naturschutzbund baute zwei künstliche Niströhren für Eisvögel an einer geschützten Stelle direkt am Ufer.

© Andreas Trepte / photo-natur.de

Marburg. Auch an der Lahn in Marburg kann der geduldige Beobachter mit etwas Glück den Eisvogel, auf einem über das Lahnufer hinausragenden Ast sitzend, finden, von dem er sich wie ein Pfeil ins Wasser stürzt, um kleine Fische zu erbeuten; oder er fliegt mit schnellem Flügelschlag und schrill rufend am Lahnufer entlang.

Damit sich der Eisvogel wohl fühlt, benötigt er nicht nur ein klares Gewässer mit vielen kleinen Fischen wie zum Beispiel die Lahn in Marburg, sondern auch die Möglichkeit zum Brüten.
Der Eisvogel gräbt dafür in ein Steilufer aus Sand oder Lößboden Brutröhren von bis zu einem Meter Tiefe.

Bei einem Fluss, der sich seinen Weg ständig neu suchen darf, entstehen die für den Eisvogel erforderlichen Steilwände immer wieder neu. Jedoch durchfließt die Lahn Marburg in einem vom Menschen vorgegebenen Flussbett.

Mehr Nachwuchs gleicht strenge Winter aus

Um für den Eisvogel in Marburg die Möglichkeit zum Brüten zu verbessern, wurde von der Marburger Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) an einer ruhigen und geschützten Stelle direkt am Ufer der Lahn eine künstliche Steilwand errichtet. In einer mit Sand und Kies gefüllten großen Kiste sind zwei künstliche Niströhren für den Eisvogel eingegraben.

Diese beiden Niströhren wurden von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Marburg zur Verfügung gestellt. 
Mit den zwei nebeneinander angeordneten Brutröhren wird die Eigenart der Eisvögel berücksichtigt, dass, während das Eisvogelmännchen noch die erste Brut versorgt, das Weibchen bereits in einer zweiten in der Nähe befindlichen Brutröhre eine zweite Brut beginnt.

Eisvögel müssen durch eine hohe Reproduktion die großen Verluste in einem strengen Winter ausgleichen, denn sie sind keine Zugvögel und sind auch im Winter bei uns zu finden. Jedoch ist ihnen bei zugefrorenen Flüssen und Seen der Zugang zur Nahrung versperrt. Umso wichtiger sind stellenweise schneller fließende Flussabschnitte, die es auch an der Lahn gibt und die selbst in strengen Wintern nicht zufrieren, teilt der Nabu mit.

von unseren Redakteuren

 Eine der künstlichen Niströhren am Lahnufer. Foto: Nabu
 

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