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Eisige Gefahr für tonnenschwere Lkws

Unfallserie im Landkreis Eisige Gefahr für tonnenschwere Lkws

Gestern gab es viel zu tun für Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte auf den Straßen des Landkreises. Der Lichtblick: Alle ­Unfälle liefen glimpflich ab.

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Für diesen Lastwagen endete die Fahrt mitten auf dem Kreisel vor Sterzhausen. Der Sattelzug schlitterte mitsamt Anhänger gegen 6.20 Uhr auf der Bundesstraße 62 auf die Mittelinsel des Kreisels zu und kam erst auf dieser zu stehen.

Quelle: Thorsten Richter

Landkreis. Die Telefone der Einsatzkräfte klingeln im Minutentakt, auf den Straßen flackert das Blaulicht. Inmitten der langen Staus steigen die Menschen aus ihren Fahrzeugen. Und auf manchen Zufahrtswegen geht gar nichts mehr. Das widrige Wetter hatte den Landkreis gestern Morgen fest in seinem eisigen Griff. Der erste Unfall wurde in der Nacht zu gestern gegen 3 Uhr aus Halsdorf gemeldet. Wie Polizeipressesprecher Martin Ahlich erklärte, rutschte ein 40-Tonner in Höhe des Kreisels in einen Graben. Nachdem einem zweiter Sattelzug das gleiche Schicksal widerfuhr, war die Straße bis 5.30 Uhr blockiert.

Spiegelglatte Fahrbahnen sorgten am Dienstag für zeitweises Verkehrs-Chaos.

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LKW landet auf der Mittelinsel

Für einen anderen Lastwagenfahrer endete die Fahrt mitten auf dem Kreisel vor Sterzhausen. Der Sattelzug schlitterte mitsamt Anhänger gegen 6.20 Uhr auf der Bundesstraße 62 auf die Mittelinsel des Kreisels zu und kam erst auf dieser zu stehen, wie die Polizei Marburg berichtet. Der sich daran anschließende Stau führte zu einem kompletten Verkehrsstopp für mehr als eine Stunde. Es dauerte bis 14 Uhr, ehe der Verkehr an dieser Stelle wieder fließen konnte.

Gleich fünf Mal kracht es in Niederweimar

Gleich fünf glättebedingte Unfälle vermeldet Martin Ahlich für die Bundesstraße 3 in ­Höhe Niederweimar. Der schadensträchtigste Vorfall ereignete sich gegen 5 Uhr. Dabei kam ein 27-jähriger Lkw-Fahrer mit seinem Gefährt ins Schleudern, prallte gegen die Leitplanke, die er auf 50 Metern Länge beschädigte, bevor er schließlich quer auf der Straße stehen blieb. Anschließend prallte ein 32-Jähriger mit seinem Räumfahrzeug gegen den Auflieger. Laut Polizeibericht dauerten die Aufräumarbeiten am Unfallort bis fast 13 Uhr an. „Allein bei diesem Unfall entstand ein Sachschaden von mehr als 120 000 Euro“, teilt Martin Ahlich mit. Der Lastwagenfahrer und sein 23-jähriger Beifahrer erlitten leichte Verletzungen. Die drei weiteren Unfälle auf der B 3 endeten mit Sachschäden an den beteiligten Fahrzeugen.
Aber nicht nur die Polizei war im Dauereinsatz: Gleich sieben Mal musste der Rettungsdienst bis gestern Nachmittag ausrücken, um Menschen nach Stürzen zu helfen, teilte der Pressesprecher des Landkreises, Stephan Schienbein, mit.
Die Verletzten wurden zur weiteren Behandlung in die örtlichen Krankenhäuser transportiert. Darüber hinaus waren die Sanitäter bei weiteren Verkehrsunfällen im Einsatz, wobei die meisten jedoch glimpflich abliefen.

Ein zusätzliches Rettungsfahrzeug im Einsatz

Die Vorbereitungen auf einen möglicherweise anstrengenden Tag begannen für die Rettungskräfte bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag. „Am frühen Morgen wurde ein zusätzliches, mit einem Notarzt besetztes Rettungsfahrzeug in Betrieb genommen, um für alle Fälle gerüstet zu sein“, erklärte Schienbein. Gegen 3 Uhr habe dann die Zentrale Leitstelle des Landkreises Marburg-Biedenkopf die Rettungswachen im Kreis auf die bereits bestehende oder einsetzende Glatteissituation hingewiesen und den Rat gegeben, wenn nötig Schneeketten bei den Rettungswagen aufzuziehen.

Auswirkungen auf Zustellung der Zeitung

Die Fahrbahnglätte hatte auch Auswirkungen auf den Schulbetrieb im Landkreis. Weil die Busse teilweise nicht fahren konnten, entfiel gestern der Unterricht an der Gesamtschule Ebsdorfergrund.
Ebenfalls betroffen von den widrigen Witterungsverhältnissen war die pünktliche Auslieferung der Oberhessischen Presse. In einigen Ortschaften verspätete sich die Zustellung. Einen speziellen Dank richtete OP-Vertriebsleiter Steffen Ehrmann an die Spediteure und Zulieferer aus. Diese hätten durch die witterungsbedingten Schwierigkeiten ebenfalls lange Wartezeiten in Kauf genommen und Folgetermine verschoben, um die Kundschaft zu beliefern.

von Dennis Siepmann

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