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Einzige Strategie: Allein der Wille zählt

Gute Vorsätze Einzige Strategie: Allein der Wille zählt

Wenn die Silvesterraketen am Himmel explodieren, steht eines fest: Im neuen Jahr wird alles besser. Mehr Sport, weniger ungesundes Essen. Doch wie lange halten die guten Vorsätze an? Die OP hat sich umgehört.

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Vorsätze 2016. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „Neujahrsvorsätze sind Startschüsse für Rennen, die sowieso nicht stattfinden“, befand einst der Schweizer Schauspieler Hansjörg Bahl (*1938). Ob diese Aussage eher realistisch als pessimistisch ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Fakt ist: Das neue Jahr ist erst wenige Wochen alt. Ein passender Zeitpunkt für die Oberhessische Presse, sich einmal auf der Straße umzuhören, wie es denn um die guten Vorsätze für das neue Jahr bestellt ist. Gibt es überhaupt noch Menschen, die sich etwas vornehmen, oder handelt es sich dabei um ein Auslaufmodell?

Enttäuschende Tradition

„Nach jahrelanger Tradition habe ich festgestellt, dass es zu nichts führt, und das sorgt dann nur für Enttäuschung“, sagt Rieke Krömmelbein zum Thema „Vorsätze fürs neue Jahr“. Sich kurzfristige Ziele zu setzen, sei hingegen wesentlich leichter zu realisieren, erklärt die 30-Jährige.

Diese Meinung teilen auch Michaela Schrodt (24) und Alexander Gröb (28, linkes Bild). „Ich glaube, es sind eher die kleinen Dinge, die man sich zwischendurch vornimmt, an die man sich hält. Die sind leichter zu erfüllen“, sagt Schrodt. „Es war nicht nötig, etwas zu verändern“, erklärt Gröb, warum er darauf verzichtet hat, sich etwas vorzunehmen.

Auch Dieter Wolny (74, rechts) beschränkte seine guten Vorsätze nicht auf Neujahr. „Wenn ich das Gefühl habe, ich muss was ändern, dann ändere ich das zu dem Zeitpunkt, wo es mir einfällt und warte nicht bis Silvester“, sagt er. An die Vorsätze halte Wolny sich dann auch: „Der Wille hilft“.

"Das Übliche vorgenommen"

Neujahrsvorsätze können natürlich auch nützlich sein, wie die OP-Umfrage zeigt. Besonders dann, wenn es darum geht, den persönlichen Schweinehund zu überwinden. „Ich habe mir so das Übliche vorgenommen. Mehr Sport, mehr Bewegung, gesünder essen und mehr Ordnung halten“, sagte Elisabeth Mehldau (20, links). Bisher hat sie sich auch an die eigenen Vorgaben gehalten. „Ich will mich einfach wohlfühlen, das ist Motivation genug“, erklärt sie.

Mehr Sport zu machen - das hat sich auch Ina Balzer (29, rechts) als Neujahrsvorsatz vorgenommen. „Wenn ich wirklich dran bin und Spaß habe, dann ist das meine Motivation“, sagt sie.

Eine etwas andere Einstellung zum Thema hat hingegen die 24-jährige Bernadette Hullermann: „Ich habe mir um kurz vor 12 Uhr etwas vorgenommen, aber mehr aus Affekt. Viele machen das doch eher aus Lust und Laune, als dass sie wirklich daran glauben. Am nächsten Tag ist das nicht mehr von Bedeutung“.

Nicht weniger Schokolade

Es zeigt sich, dass Vorsätze eine Rolle spielen. Für viele sind sie die guten Absichten, die persönlichen Ziele, die die Menschen anspornen, über ihren Schatten zu springen. Nur auf ein bestimmtes Datum, wie Silvester, wollen sich die meisten nicht festlegen.

Nun aber mal Hand aufs Herz: Die Autorin dieses Textes hat sich auch einen Neujahrsvorsatz gestellt - und nicht eingehalten. Das Ziel, weniger Schokolade zu essen, mag in der Theorie machbar erscheinen, doch in der Praxis sieht das schnell anders aus. Da fehlte schlicht die Motivation.

Kurz nach Silvester, wo noch die letzten Weihnachtsmänner die Schränke zieren, ist vermutlich eh der falsche Zeitpunkt, um auf gesündere Ernährung zu achten. Andererseits bleibt noch genug Zeit, um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, denn das Jahr ist schließlich noch jung.

von Rike Werner

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