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Einsparungen stehen an erster Stelle

Kirchenkreis Kirchhain Einsparungen stehen an erster Stelle

Der Doppelhaushalt für 2014 und 2015, Flächenreduzierungen bei Gemeindehäusern und -räumen und die Fusion von Kirchenkreisamt und Stadtkirchenamt waren bei der Synode des evangelischen Kirchenkreises Kirchhain Schwerpunktthemen.

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Die 81 Mitglieder der Synode beschlossen in der Sitzung im Gemeindezentrum Kirchhain unter anderem den Doppelhaushalt 2014/2015 und den Gebäudebedarfsplan.

Quelle: Manfred Schubert

Kirchhain. Wie einen Monat zuvor beim Kirchenkreis Marburg ging es bei der Herbstsynode des Kirchenkreises Kirchhain um Finanzen und Einsparungen. Der eigentlichen Sitzung voran ging eine 45-minütige Andacht in der Martin Luther-Kirche. Dekan Hermann Köhler gedachte der Pogromnacht vor 75 Jahren und sprach über das Verhältnis von Christen und Juden heute. Das schreckliche Geschehen von damals dürfe nie in Vergessenheit geraten.

Köhler, seit dem 1. Juni im Amt, gab zu Beginn der dreistündigen Herbstsynode seinen ersten Bericht als Dekan ab. Er habe versucht, möglichst viel in den Gemeinden herumzukommen und die Situation wahrzunehmen. Derzeit habe der Kirchenkreis 42029 Gemeindeglieder, das seien 450 weniger als zu Jahresbeginn. Damit setze sich der Trend zum Verlust von etwa 500 Mitgliedern pro Jahr fort, wobei Abwanderung und demografischer Wandel die größte Rolle spielten.

Dies und die von der Landeskirche beschlossenen Sparmaßnahmen werden dazu führen, dass die Zahl der Pfarrstellen sinke und auch die Gebäude nicht wie bisher zu finanzieren seien. In diesem Zusammenhang steht eine bedeutende Veränderung an: zum 1. Januar 2014 wird die Kirchengemeinde Stadtallendorf, die größte im Kirchenkreis, das Gemeindezentrum Herrenwald aus Kostengründen schließen. Es werde noch beraten, wie es danach weitergehen solle.

Mit der schon im vorigen Jahr getroffenen Entscheidung, auch in anderen Gemeinden wurden solche Schritte bereits erwogen, kam der Gemeindevorstand dem auf der Frühjahrssynode auf den Weg gebrachten so genannten Gebäudebedarfsplan zuvor. Die Landessynode hatte einen Schlüssel für die Zuweisung von Mitteln für Bewirtschaftung und Unterhaltung von Gemeindehäusern und -räumen beschlossen, der von 200 Quadratmetern pro 1700 Gemeindeglieder ausgeht. Demnach gibt es im Kirchenkreis Kirchhain mit 7189 Quadratmetern einen Überschuss von 2191 Quadratmetern.

Die Räumlichkeiten wurden in vier Kategorien eingeteilt. Keine Zuweisung und die Empfehlung an die Gemeinde, Eigentum abzugeben, gibt es für die alten Gemeindehäuser in Goßfelden und Niederasphe, die Gemeindehäuser Kirchhain Falkenweg und Steinweg, den Gemeinderaum Amöneburg, das alte Backhaus in Mellnau, das Gemeindezentrum Schlesierstraße 30 Stadtallendorf und das Gemeindehaus Todenhausen. Helmut Orthwein vom Bauausschuss sagte, soweit er wisse, seien die Gemeinden mit Gebäuden dieser Kategorie bereits aktiv.

Gute Beteiligung an Kirchenvorstandswahlen

Der Gebäudebedarfsplan soll fortgeschrieben und alle zwei Jahre der Synode erneut zum Beschluss vorgelegt werden. Mehrere Synodale bezweifelten die Richtigkeit der von der Landeskirche kommenden Gemeindegliederzahlen. Demnach sollen es allein in Wetter 400 weniger geworden sein. Dies soll überprüft werden. Anders als im Kirchenkreis Marburg gab es relativ wenig Diskussion über den Gebäudebedarfsplan. Der Beschluss wurde bei einer Gegenstimme und vier Enthaltungen gefasst.

Mit dem gleichen Abstimmungsergebnis wurde der erstmals in doppischer Form vorgelegte Haushaltsplan für die Jahre 2014 und 2015 beschlossen. Er weist bei einem Volumen von je etwa 1,8 Millionen Euro Fehlbeträge von 110000 Euro für 2014 und 61500 Euro für 2015 aus, die aus den Rücklagen gedeckt werden sollen, wie Pfarrer Friedhelm Wagner erläuterte. Zurückgefahren werden unter anderem die Zuweisungen an das Diakonische Werk und an die kirchlichen Kindergärten der Gemeinden. Für Letztere sind aber immer noch 100000 Euro im nächsten Jahr und 75000 Euro 2015 vorgesehen, was einen Synodalen zur Kritik an dieser Höhe veranlasste. Wagner sagte, es seien auch Mittel für Gemeinden vorgesehen, die noch in Verhandlungen mit Kommunen steckten. Die Gemeinden wurden angewiesen, bei Defiziten der Kindergärten Vertragsverhandlungen mit den Kommunen zu beginnen, da die Landeskirche künftig höchstens zehn Prozent des Defizits übernehme.

Gerhard Rödiger, Leiter des Kirchenkreisamtes, hatte zuvor berichtet, dass die Verhandlungen schwierig und noch nicht abgeschlossen seien. Viele Verträge sähen eine teilweise erheblich höhere Defizitbeteiligung der Kirche vor. „Die Finanzen bilden bei der Kirche wie den Kommunen einen sehr neuralgischen Punkt, der uns künftig noch Kopfschmerzen bereiten wird“, befürchtete er. Er betonte, dass in den kirchlichen Kitas ein erster Einstieg in religiöse und kulturelle Bildung geboten werde, der mit sehr hohem Respekt vor der Kultur Andersgläubiger erfolge.

Zum letzten Punkt, der Änderung der Satzung des Zweckverbandes Kirchenkreisamt der Kirchenkreise Kirchhain und Marburg, erläuterte Rödiger, dass die Fusion von Kirchenkreisamt und Stadtkirchenamt bisher bis spätestens 30. Juni 2016 vorgesehen war. Die Doppik habe aber zu enger Zusammenarbeit auf diesem und auch anderen Gebieten geführt und außerdem gehen Mitarbeiter des Stadtkirchenamtes in Ruhestand, so dass die Fusion zum 1. Juli 2014 sinnvoll sei. Die Synode beschloss die Satzungsänderung einstimmig.

Sehr gut sei mit über 50 Prozent die Beteiligung an den Kirchenvorstandswahlen nach Einführung des Online-Wahlverfahrens gewesen, merkte Rödiger an.

Nach elf Jahren im Amt verabschiedete sich Diakoniepfarrer Maik Dietrich-Gibhardt von den Synodalen. 2014 wechselt er vom Diakonischen Werk Oberhessen in den Vorstand der Hephata Diakonie.

von Manfred Schubert

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