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Einsparungen im Mittelpunkt der Rats-Arbeit

Landessynode wählt Synodalen Einsparungen im Mittelpunkt der Rats-Arbeit

Mit zwei frisch gewählten Mitgliedern aus Marburg ist der hiesige Kirchenkreis seit kurzem im Rat der Landeskirche vertreten. Für ihr neues Amt ­haben sich die Synodalen so einiges vorgenommen.

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Ralf Hartmann und Susanne Hofacker.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Seit Ende April sitzen zwei Vertreter des Marburger Kirchenkreises im frisch konstituierten Rat der Landeskirche. Pfarrer Ralf Hartmann und Apothekerin Susanne Hofacker aus Marburg werden an der Geschäftsführung der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beteiligt sein.

Während Hartmann neu im Gremium sitzt, hat Hofacker bereits einige Jahre Erfahrungen in der ehrenamtlichen Ratsarbeit. Sie freut sich auf ihre, wenn auch zeitaufwendige Tätigkeit, hat die konstruktiven Diskussionen im Gremium stets genossen, wie sie erzählt.

„Es ist eine super interessante Arbeit mit einer großen Bandbreite an Themen“, sagt die 66-Jährige und freut sich auf eine weitere Amtsperiode. Sie ist seit Jahrzehnten in der ehrenamtlichen Kirchenarbeit tätig, stammt dabei aus einem ganz anderen Berufsfeld. Parallel zu ihrem Beruf als Apothekerin entschied sie sich schon früh für die evangelische Kirche und eine Ausbildung zur Religionslehrerin.

Ralf Hartmann lebt mit seiner Familie im Waldtal

Im Jahr 1978 zog die gebürtige Kölnerin samt Familie nach Marburg und trat der Universitätskirchengemeinde bei. Seit 27 Jahren ist sie Mitglied im Kirchenvorstand, in verschiedenen Ausschüssen tätig, war lange Zeit im Vorstand der Marburger Waldorfschule und seit sechs Jahren in der Landessynode. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Kinder- und Familienarbeit, sie betreut die Krabbelgruppe im Philippshaus, leitete zuvor den Konfirmandenunterricht und die Kindergottesdienste.

Im nördlichsten Gebiet der Elisabethkirchengemeinde ist
 seit mehr als 20 Jahren ihr frisch gebackener Ratskollege beheimatet: Ralf Hartmann lebt mit seiner Familie im Waldtal, ist Pfarrer an der Elisabethkirche und sitzt im Kirchenvorstand. Auch er begann sein Berufsleben in einer ganz anderen Sparte, ist ausgebildeter Industriekaufmann. Mit seinem Beruf konnte sich der gebürtige Frankenberger nie ganz anfreunden, kam früh mit der Kirchenarbeit in Kontakt und studierte in Marburg Theologie.

Sein erster Beruf kam ihm dabei doch noch gelegen, „nur wenige Pfarrer hatten beruflich mit kaufmännischer Buchführung zu tun“, erzählt der 52-Jährige. Er leitet seit einigen Jahren den Gesamtverband der evangelischen Kirchengemeinden Marburg und sitzt im Finanzausschuss des Stadtkirchenkreises. Auf seine neue Arbeit als Ratsmitglied freut er sich sichtlich: „Ich bin sehr gespannt auf die neuen Möglichkeiten, die Kirchenarbeit mitzugestalten.“ Die zweimal im Jahr statt­findende Landessynode als größtes Entscheidungsgremium, quasi das landeskirchliche Parlament, wählte die beiden Synodalen vor wenigen Tagen in den Rat der Landeskirche.

„Die Kirche ist wie ein Wirtschaftsunternehmen“

Die beiden Vertreter des Marburger Kirchenkreises werden neben dem Bischof als Vorsitzenden, dessen Stellvertreter, der Prälatin, dem Vizepräsidenten, Pröpsten, dem Synodalvorstand sowie acht Synodalen den 18-köpfigen Rat bilden, der teils haupt-, teils ehrenamtlich tätig ist. Er verfügt über weitreichende rechtliche Kompetenzen, beruft Amtspersonen, bildet das wichtigste Kirchenleitungsgremium zwischen den zweimal im Jahr stattfindenden Synodal­tagungen und bespricht die Themen der Versammlung vor.

Der Rat entscheidet in Zweifels- und Streitfragen, welche die Kirchenleitungsorgane betreffen und bezieht Stellung zu allen Kirchenangelegenheiten. „Die Kirche ist wie ein Wirtschaftsunternehmen – der Rat führt die Geschäfte für die Landeskirche“, fasst Hofacker die Aufgaben des Gremiums zusammen. Eine große Verantwortung für die beiden ehrenamtlichen Vertreter aus Marburg, die ab sofort an den monatlichen Sitzungen teilnehmen werden.

In ihrem neuen Ehrenamt haben sie die Möglichkeit, mit Einfluss zu nehmen, etwas zu verändern. So wünscht sich Pfarrer Hartmann etwa eine neue Gestaltung der Jugendarbeit, wie eine moderne Gottesdienstform. mBefassen werden sich die Ratsmitglieder in den kommenden Jahren vor allem mit den von der Landeskirche beschlossenen Einsparungen, deren Umsetzung in Zukunft im Mittelpunkt stehen werden, erzählt Hartmann.

Die Beschlüsse für die Ausführung der Gesetze wird der Rat vorbereiten, freudig angenommen werden die Einsparungen sicherlich nicht von allen Seiten, der Pfarrer wünscht sich einen offenen Umgang mit dem heiklen Thema, will Akzeptanz schaffen. „Das wird uns die nächsten Jahre beschäftigen.“

von Ina Tannert

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