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Einsparungen auf Kosten der Lehre?

Uni-Senat Einsparungen auf Kosten der Lehre?

Einsparungen beim Personalmittelbudget bei steigenden Studierendenzahlen? Wie geht das zusammen, fragten gestern zahlreiche Senatsmitglieder im Uni-Senat.

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Der Haushalt für 2014 ist eine kostenintensive Angelegenheit. Das wissen auch Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause und Vizepräsident Professor Joachim Schachtner. Foto: Thorsten Riichter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Wir bräuchten noch mehr Geld, um den bisherigen Personal- und Ausstattungsgrad zu halten“, sagte Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne im Gespräch mit der OP. Probleme bereitet den Uni-Verantwortlichen vor allem die durchschnittliche Personalkosten-Erhöhung von 3,3 Prozent, die sich aufgrund der Tarifkostensteigerung für die Uni-Mitarbeiter ergibt und die nicht vom Land Hessen übernommen wird. Diese Erhöhung will die Uni-Leitung nur teilweise direkt finanzieren, einen Teil sollen auch die Fachbereiche sowie die zentralen Einrichtungen und die Uni-Verwaltung aus ihren Unterbudgets mitfinanzieren.

So soll bei den Personal- und Sachmittelbudgets gespart werden. Es werde teilweise zu Stellensperren und der Nicht-Wiederbesetzung von vakanten Stellen kommen, erläuterte Kanzler Nonne. Glücklich ist die Uni-Leitung damit nicht. „Uns ist bewusst, dass die Arbeitsbelastung in allen Bereichen an der Uni sehr hoch ist“, sagte Nonne. Für die Fachbereiche kommt die Nachricht von der Kürzung in ihren Etats sehr ungelegen. „Wir haben weniger finanziellen Spielraum, aber eine Steigerungsrate bei den Studierenden“, kritisierte Professorin Ursula Birsl, Dekanin des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften und Philosophie, gestern im Uni-Senat. „Wie sollen wir in der Lehre noch handlungsfähig bleiben“, fragte Birsl.

Dazu erläuterte Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause, dass das Präsidium die zentrale Reserve um 900000 Euro auf 1,9 Millionen Euro gesteigert habe. Mit diesem Geld sollen bei den Fachbereichen mit besonders hohen Steigerungsraten der Studierendenzahlen beispielsweise zusätzliche Lehrangebote finanziert werden.

Dies Antwort befriedigte die Senatoren nur teilweise: So sagte Professor Ulrich Wagner (Demokratische Initiative), dass versucht werden müsse, die interne Verteilung von Geld so gerecht wie möglich zu gestalten. Gleichzeitig müsse ernsthaft gefragt werden, ob an der Philipps-Universität die Qualität der Lehre noch aufrechterhalten werden könne. Darauf müsse auch mit „öffentlichem Protest“ bei der Landesregierung hingewiesen werden.

Uni-Kanzler Nonne machte deutlich, dass die Universität in Sachen Uni-Haushalt für 2014 kaum noch Spielraum für eine Aufbesserung bei den Finanzen habe. Insgesamt hat die Uni Marburg für das kommende Jahr rund 229 Millionen Euro als finanzielle „Verfügungsmasse“. Das sind immerhin rund vier Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Allerdings wies der Uni-Kanzler darauf hin, dass die Landeszuschüsse nur um 0,7 Prozent angestiegen seien, was im Vergleich der hessischen Hochschulen unterdurchschnittlich sei. Wegen der Tarifkostensteigerung in Höhe von 4,7 Millionen Euro und höherer Energiekosten fährt die Uni für 2014 auch den Etat für die Bauunterhaltung von 9,7 Millionen Euro (2013) auf 7,3 Millionen Euro herunter.

von Manfred Hitzeroth

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