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Einsparpotenziale sind erschöpft

Energiespar-Prämiensystem Einsparpotenziale sind erschöpft

Zum Ende des Anreizsystems wurden bei der Urkundenübergabe im Rathaus 13 von 19 Schulen für ihren Erfolg ausgezeichnet. Einen Teil des eingesparten Geldes dürfen sie behalten.

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Die Urkundenübergabe erfolgte im Marburger Rathaus.Foto: Mareike Bader

Quelle: Mareike Bader

Marburg. „Schulen sind große Gebäude. Da kann man viel sparen“, erklärte Thomas Rühl, seit 20 Jahren Hausmeister am Gymnasium Philippinum. Mit dem Prämiensystem der Stadt Marburg wurde den Schulen in städtischer Trägerschaft seit 2003 ein Anreiz gesetzt, um Strom- und Heizungskosten zu sparen. Denn ein Teil des Eingesparten bekamen die Schulen als Prämie zurück.

Diese wurden in der Vergangenheit etwa für Materialien für den Sportunterricht, Raumausstattung oder Zuschüsse für einen Theaterbesuch genutzt, berichtete Hans-Jürgen Etzelmüller, stellvertretender Leiter des Fachdienstes Schule. „Das sind Sachen, die nicht unbedingt aus dem Schulbudget finanzierbar sind“, resümierte er. Das Programm soll bei Schülern, Lehrern sowie Hausmeistern und Reinigungspersonal für Verhaltensveränderungen sorgen. „Wir hoffen, dass eine gewisse Verstetigung und Erfahrung bei den Schulen angekommen sind“, sagte Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) bei der Urkundenübergabe.

Er betonte, dass die Zahlen witterungsbereinigt sind, der vergangene milde Winter also keinen Ausschlag habe.

Das Programm wird über den vertraglich festgelegten Zeitraum von 2013 jedoch nicht weiterlaufen. Zum einen sei durch die Sanierung verschiedener Schulen ein Vergleich kaum noch möglich. Zum anderen werde der Spielraum immer geringer. „Irgendwann sind die Einsparpotenziale erreicht“, bekräftigte Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD).

Trotz des engagierten Einsatzes der Schulen sei im Jahr 2014 jedoch mehr Energie verbraucht worden, als eigentlich für die Schulen ausgewiesen wurde, berichtete Peter Wagner vom Fachdienst Hochbau. Dies liege auch an erweiterten Angeboten wie Nachmittagsbetreuung oder Einrichtungen wie Computerräume oder Cafeterien. Die Prämie für das Jahr 2012/2013 wird dennoch an die Schulen ausgezahlt. Allerdings erhalten erstmals sechs Schulen keine Prämie.

Gewinner war die Emil-von-Behring-Schule mit 32 Prozent eingesparter Energie. Konrad Simon, stellvertretender Schulleiter, zeigte sich vom Ergebnis überrascht.

Am meisten hätte die Gebäudesanierung, bei der die Elektrik und die Dämmung erneuert wurden, ausgemacht. „Wir achten natürlich auch auf Kleinigkeiten“, berichtete er. So gehe etwa die Heizung aus, wenn ein Fenster geöffnet wird.

Der Erfolg sei ein großer Verdienst der Hausmeister und der Reinigungskräfte und deren Erfahrungen, sind sich Thomas Rühl und Jörg Schraven, Hausmeister an der Elisabethschule, einig. Rühl hat etwa eine Kalenderfunktion für die einzelnen Klassenzimmer eingeführt, nach dem er sein Heizprogramm am Computer erstelle. „Früher musste man alle Schalter per Hand umlegen. Das ist heute nicht mehr so“, erklärte der Hausmeister.

Wie die Vertreter der drei Schulen ist sich auch Peter Wagner sicher, dass viel Energie über den Einsatz von Energiesparlampen und Bewegungsmeldern und richtiges Verhalten wie Stoßlüften eingespart werden konnte.

von Mareike Bader

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