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"Einhausung der Stadtautobahn ist Nagelprobe"

BUGA-Bewerbung "Einhausung der Stadtautobahn ist Nagelprobe"

Richtet Marburg dieBUGA 2029 aus? Darüber sprach die OP mit Jochen Sandner von der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft.

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Noch sieht man kein Blumenmeer auf der Stadtautobahn. Mit der Einhausung eines Teilabschnitts könnte das Gelände der vierspurigen Straße in die BUGA 2029 eingebunden werden.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Orte für die nächsten Bundesgartenschauen (BUGA) stehen schon fest: Im Jahr 2015 richten fünf Städte in der Havel-Region die BUGA aus. Im Jahr 2017 findet die Schau als Internationale Gartenausstellung in Berlin statt. Es folgen Heilbronn (2019), Erfurt (2021) und Mannheim (2023). Auch für die Jahre 2025 und 2027 gibt es schon Bewerber.

Oberhessische Presse: Zurzeit findet in Gießen die hessische Landesgartenschau statt. Marburg will im Jahr 2029 sogar die Bundesgartenschau ausrichten. Worin liegt der Unterschied?
Jochen Sandner: Eine Landesgartenschau hat in der Regel kleinere planerische Aufgaben und ein kleineres Budget als eine Bundesgartenschau. Bundesgartenschauen finden meistens in Großstädten ab 100000 Einwohnern statt. Eine Ausnahme wird beispielsweise die BUGA 2015 sein, die in fünf kleineren Städten in der Havel-Region stattfinden soll.

Städte sind nicht automatisch gesetzt

OP: Wir schreiben jetzt erst das Jahr 2014. Ist es üblich, dass eine Stadt wie Marburg bereits 15 Jahre vor einer möglichen Schau ihr Interesse bekundet?
Sandner: Das ist eine nicht unübliche Zeitspanne. Normalerweise gibt es im Vorfeld einer Bundesgartenschau einen planerischen Vorlauf zwischen 10 und 15 Jahren. Im Fall von Marburg war es eben so, dass für die Jahre 2025 und 2027 schon Bewerbungen vorlagen. 2029 ist also das früheste machbare Datum, für das eine Marburger Bewerbung in Frage kommt.

OP: Gibt es nicht immer mehrere Bewerberstädte für eine Bundesgartenschau?
Sandner: Früher haben wir die Kandidatur häufig als einen sportlichen Wettkampf veranstaltet. Ich verteile lieber die Termine und verzichte auf einen Wettkampf. Denn wenn sich drei Städte bewerben, dann gibt es zwei Verlierer. Aber es ist schon so, dass sich die Städte einem Bewerbungsverfahren stellen müssen und nicht automatisch gesetzt sind.

OP: Bis wann muss sich denn Marburg für die BUGA 2029 bewerben und wann fällt die Entscheidung am frühesten?
Sandner: Die Marburger Verantwortlichen haben jetzt dieses und nächstes Jahr Zeit, sich mit dem Thema zu befassen. Dann müsste eine Entscheidung für den Start einer Machbarkeitsstudie getroffen werden, in der es um folgende Fragen geht: Welche Ziele hat die Schau in Marburg? Welche Bereiche soll sie umfassen, und was wird sie kosten? Wenn die Machbarkeitsstudie zu einem positiven Ergebnis kommt, dann ist das Stadtparlament gefordert. Wenn die Parlamentarier zustimmen, dann befassen sich unsere Gremien mit der Bewerbung und kommen zu einem Urteil.

OP: Wie sehen Sie es derzeit: Ist Marburg geeigneter Austragungsort für die BUGA 2029? Welche Bedingungen müssen dafür erfüllt werden?
Sandner: Wir nehmen eine mögliche Bewerbung von Marburg sehr ernst. Entscheidend wird vor allem sein, wie die Landschaft an einem Flussbett mitten in der Stadt wieder besser genutzt werden kann. Die Bundesgartenschau könnte für die Pläne der Einhausung der Stadtautobahn als ein Katalysator funktionieren. Das Thema Stadtautobahn ist sicher die Nagelprobe für die Bewerbung und eine zentrale Frage der Stadtentwicklung. Es muss noch keine komplette Planung stehen. Aber es muss klar sein, in welche Richtung es geht.

Bürger müssen bei Großvorhaben mit ins Boot

OP: Was kostet denn eine Bundesgartenschau?
Sandner: Das Budget für eine Bundesgartenschau teilt sich in zwei Hälften. Da gibt es das Investitionsbudget. Das kann zwischen 50 und 100 Millionen Euro betragen. Das sind dann keine Blumenbeete, sondern komplexere Dinge, die vorher investiert werden müssen. Dafür kann es auch Mittel von Land und Bund geben. Dann gibt es das „Durchführungs-Budget“, das für die Organisation des halbjährigen „Sommerfestes“ benötigt wird. Dieses Budget beträgt in der Regel zwischen 40 und 60 Millionen Euro; bis zu 90 Prozent dieses Budgets wird aber wieder „eingespielt“.

OP: Wie wichtig für eine erfolgreiche Bewerbung ist eine Bürgerbeteiligung?
Sandner: Die Bürger mitzunehmen ist bei Großvorhaben heutzutage sehr wichtig. Ansonsten geht der Schuss schnell nach hinten los. Diese Bürgerbeteiligung darf allerdings nicht nur eine reine Alibi-Veranstaltung werden.

Die Beteiligung der Marburger im Bürgerforum beginnt am 24. Mai. Anmeldung bei der Stadt Marburg sind möglich unter www.marburg.buergerforum2014.de

von Manfred Hitzeroth

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