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„Einfach packen und raus damit“

Die Zeckensaison kommt „Einfach packen und raus damit“

Das Frühjahr gilt als idealer Zeitpunkt für eine Impfung zum Schutz vor den lebensgefährlichen Erregern der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Wie auch die Borreliose wird sie von Zecken übertragen.

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Zecken gehören zur Gruppe der Spinnentiere. Die kleinen Blutsauger übertragen gefährliche Krankheiten.

Quelle: Archiv

Marburg. Der Fachbereich Gesundheit des Landkreises Marburg-Biedenkopf rät, sich für die bevorstehende Zeckensaison zu schützen und ruft zur Impfung gegen FSME auf. Gleichzeitig rät das Amt dazu, die Warnzeichen der ebenfalls durch Zecken übertragenen Borreliose zu beachten.

„Das Frühjahr ist der ideale Impfzeitpunkt, um sich wirksam gegen Erreger der lebensgefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu schützen, die auch in unseren Breiten von Zecken übertragen werden kann“, erklärte der Leiter des Fachbereich Gesundheit, Amtsarzt Dr. Ingo Werner.

2010 wurden in Hessen 12 FSME-Fälle gemeldet – im Jahr davor waren es 20 Fälle. Zu den hessischen Risikogebieten gehört der Osten des Landkreises rund um Stadtallendorf und Neustadt. Aus dem Gebiet um Stadtallendorf wurde in den beiden zurückliegenden Jahren jeweils eine Erkrankung gemeldet.

„Gefährdet sind vor allem Personen, die sich in Beruf oder Freizeit viel im Wald aufhalten. Diese sollten sich möglichst bald impfen lassen“, empfiehlt Werner. Die Impfung erfolgt bei den niedergelassenen Ärzten. In den Risikogebieten tragen die Krankenkassen die Kosten.

„Die FSME-Impfung schützt nicht vor Borreliose“, hebt Amtsarzt Werner hervor. Diese sei im Gegensatz zur FSME nicht auf bestimmte Gebiete beschränkt, sondern komme überall in Deutschland vor. „Einen Impfstoff gegen Borreliose gibt es noch nicht. Deshalb ist bei jedem Zeckenstich erhöhte Aufmerksamkeit nötig.“

Da die Borrelioseerkrankung im Frühstadium gut auf Antibiotika anspricht, sollten alle, die von einer Zecke gestochen werden, die Stichstelle beobachten. Kommt es innerhalb der nächsten Wochen zu einer Rötung oder Hautveränderung oder aber zu grippe- oder rheumaartigen Beschwerden, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der die Antibiotikabehandlung einleiten kann, rät Werner.

Wenn sich eine Zecke festgebissen hat, sollte man sie vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Je eher dies passiert, umso besser. Die Viren und Bakterien brauchen in vielen Fällen mehrere Stunden, um in die Blutbahn des Menschen zu gelangen. Was das Entfernen angeht, so betont Schuchardt: „Keinesfalls die Zecke mit Klebstoff oder Öl behandeln, bevor man sie entfernt!“

Die Zecke sollte mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange möglichst dicht über der Haut gefasst und herausgezogen werden. „Drehen in irgendeine Richtung bringt da nichts, weil Zecken kein Gewinde haben“, sagt Schuchardt und empfiehlt: „Nicht so zögerlich sein – einfach packen und raus damit.“

Wenn dabei etwas schiefgeht und der Kopf der Zecke stecken bleibt, so sei dies nicht weiter schlimm, weiß der Hausarzt, der immer wieder Zecken in seiner Praxis entfernen und besorgte Patienten beruhigen muss: „Durch das natürliche Hautwachstum erledigt sich das von selbst, der Zeckenkopf verschwindet irgendwann.“

von Carina Becker

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