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SPD-
Ortsverein Wehrda tagt

Einen Tag bis drei Jahre dauert ein Asylverfahren

Flüchtlinge zügig in den Arbeitsmarkt integrieren, steigende Fachkräfteverknappung auffangen – über Chancen für die deutsche Wirtschaft 
diskutierte der SPD-
Ortsverein Wehrda.
Dr. Mohammad Reza Malmanesh sprach vor Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Wehrda. Foto: Ina Tannert

Dr. Mohammad Reza Malmanesh sprach vor Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Wehrda.

© Ina Tannert

Marburg. Arbeitsagentur und Arbeitgeber seien sich einig: gut ausgebildete Flüchtlinge gelten als Chance für den Arbeitsmarkt – „wir brauchen diese Menschen“, sagt Dr. Mohammad Reza Malmanesh (SPD), Integrationsbeauftragter der Agentur für Arbeit. Gemeinsam mit einem Dutzend Parteikollegen diskutierte das Vorstandsmitglied über die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt.

Zu dem Thema arbeiten Agentur und Kreisjobcenter innerhalb des im Mai eingerichteten Arbeitsmarktbüros für Flüchtlinge Hand in Hand, so der Referent. Ziel ist eine frühzeitige Integration von Asylbewerbern auf dem Arbeitsmarkt.

Dies gelingt nicht ohne ausreichende Sprachkenntnisse. Um Flüchtlingen mit Bleibeperspektive, etwa aus Krisenländern, einen schnelleren Zugang zu Sprachförderung zu ermöglichen, startet die Agentur demnächst ein neues Programm: Im November und Dezember erhalten sämtliche Flüchtlinge mit Bleibeperspektive Anrecht auf 220 Deutschstunden.

Gewisse Hürden für eine schnelle Arbeitsaufnahme gebe es generell im Asylverfahren. „Ein Asylantrag dauert bei manchen einen Tag, bei anderen drei Jahre oder länger“, sagte Malmanesh. Solange das Verfahren läuft, erhält der Asylsuchende eine Aufenthaltsgestattung. Ist der Bescheid positiv, folgt die Bleibeberechtigung.

Lokale Positivliste

Anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber dürfen nach drei Monaten eine Arbeit aufnehmen, unterliegen innerhalb der ersten 15 Monate jedoch einer sogenannten Vorrangprüfung. Soll heißen: der Asylbewerber darf den Job nur dann antreten, wenn er keinem Deutschen oder EU-Bürger den Arbeitsplatz wegnimmt.

Nicht von dem Gesetz betroffen sind jedoch Mangelberufe, also besonders von Nachwuchsmangel bedrohte Berufsgruppen, unter anderem aus dem Gesundheits- und Sozialwesen, die auf der Positivliste landen.

Angesichts vieler offener Stellen spricht sich die Bundesagentur für eine vorübergehende Aussetzung der Beschränkung für alle Berufe aus. Für ihren Bezirk erstellte die Agentur Marburg zudem eine „lokale Positivliste“, mit Berufen, die gerade im Landkreis Marburg-Biedenkopf vergleichsweise mangelhaft besetzt sind, wie im Hotel- und Gastronomiebereich.

Auf diese Weise könnten die Arbeitsvermittler den lokalen Bedarf künftig effektiver deckeln. Dies komme der heimischen Wirtschaft zugute, „die Bereitschaft der Arbeitgeber ist wirklich positiv“, lobte der Referent und sprach sich für eine Lockerung bürokratischer Hürden für die Arbeitsmigration aus.

von Ina Tannert


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