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Eine schrecklich chaotische Familie

Dorftheater Eine schrecklich chaotische Familie

Mit einer neuen Komödie wirft die Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Michelbach am Freitag und Samstag einen Blick hinter die Kulissen einer typischen Kleinstadt-Familie – und das „uff Platt“.

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Schon ganz in der Familienrolle: die Schauspieler Peter Wagner (von links), Hermann Junker, Inge Aab, Heike, Jörg und Katja Hämer, Anna-Lena Wellner und Waltraud Schäfer.

Quelle: Ina Tannert

Michelbach. Motzende Kinder, gestresste Eltern, entnervende Verwandte und ein Papagei als Zündstoff für das endgültige Desaster – das Stück „Der ganz normale Wahnsinn“ jongliert auf deftig-witzige Art und Weise mit den prominentesten Klischees rund um Familienleben, Generationenkonflikten und dem Leben auf dem Land.

In drei Akten lernt das Publikum die Familie Becker kennen, eine klischeehaft typische und doch zusammengeschweißte Familie der heutigen Zeit, deren monotoner Alltag jede Menge Stoff für bühnengerechten Humor bietet. Ein Vorurteil jagt das nächste: Mutter sitzt den ganzen Tag teilnahmslos vor der Glotze, lebt nur dafür zu erfahren, welch welterschütternde Entscheidung der „Bachelor“ und dessen Kollegen als Nächstes treffen und kümmert sich herzlich wenig um den mosernden Ehemann, der seinen Status als Hausherr längst verloren glaubt und lautstark auf die undankbare Familie schimpft – „i sei nur noch do, ums Maul zu halde und ‚n Lohn abzuliefere“, macht er täglich seinem Ärger Luft.

Während sich die obercoole, ältere Tochter dramatisch um ganz eigene Katastrophen im Leben kümmert wie der Verlust ihres besten Haargels, quatscht das quengelnde Nesthäkchen den ganzen Tag am Handy und beschwert sich über ihre lahmen Verwandten, während Opa Herbert aus dem Schaukelstuhl heraus kluge Ratschläge erteilt. So weit so gut und genervt gestaltet sich der Alltag der Beckers. Die komplette Geschichte spielt im heimischen Wohnzimmer, das jedoch zum Leidwesen der

Bewohner auch noch im Mehrfamilienhaus der kratzbürstigen Tante Margret liegt. Und die ist die grummelige Hausherrin des Familiendomizils, die ihren Anverwandten so gar nichts zutraut und erst recht lautstark an deren Gewohnheiten herummäkelt, rege unterstützt von der nölenden, neugierigen Nachbarin. Nichtsdestotrotz begibt sich Tantchen auf eine Reise, eine Freude für die gestressten Verwandten – zumindest so lange, bis sie den Auftrag erhalten, sich um das geliebte Haustier der Matrone zu kümmern, die ihnen die schrecklichsten Strafen androht, sollten sie das vergeigen.

Hochdeutsche Komödie auf Platt umgeschrieben

Damit nimmt das Übel seinen Lauf, die Eskalation scheint programmiert – oder vielleicht doch nicht? Gibt es ein riesiges Desaster oder bleibt es „nur“ beim ganz normalen Wahnsinn? Mehr wird nicht verraten.
Mit jeder Menge Spaß an der Sache werfen die Schauspieler mit beliebten Klischees um sich und treiben das Ganze humorvoll auf die Spitze, veräppeln jedwede tragende Rolle in einer typischen Familie und am meisten sich selbst. „Jeder, der in einem Mehrpersonenhaushalt lebt, kennt diese Zustände ein wenig“, erklärt Heike Hämer alias die griesgrämige Tante Margret den Inhalt.

Seit Herbst probt das achtköpfige Theater-Ensemble der Feuerwehr die hochdeutsche Komödie aus der Feder von Autor Tobias Landmann. Das Besondere: Die Geschichte wird in Michelbacher Mundart gespielt. Kurzerhand schrieb die Truppe das Stück auf Platt um und erweiterte das Ganze durch eine individuelle Note mit Bezug zu Michelbach. So geht Familie Becker zum Familienessen ins „Stümpelstal“, im Dorfladen einkaufen oder zum Kartenspielen ins heimische Sportheim. Ein Spaß für alle Bewohner und die ganze Familie, verspricht die Theatertruppe.

  • Das Stück wird am Freitag und Samstag ab 20 Uhr im Bürgerhaus Michelbach aufgeführt. Karten sind an der Abendkasse sowie bei Waltraud Schäfer, Telefon 0 64 20 / 70 12, und

Inge Aab, Telefon 0 64 20 / 15 81, erhältlich.

von Ina Tannert

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