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Eine kulturgeschichtliche Schloss-Reise

Sonderausstellung Eine kulturgeschichtliche Schloss-Reise

"Stadt Land Schloss": So heißt die Sonderausstellung, die an diesem Sonntag ab 11 Uhr im Landgrafenschloss eröffnet.

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Die Schloss-Ausstellung wurde gestern noch aufgebaut. Dort geht es unter anderem um die Funktion des Gebäudes als Gefängnis (großes Bild). Auch zu sehen ist ein Silberpokal, der die Stadt-Geschichte veranschaulicht.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Es ist eine abwechslungsreiche kulturgeschichtliche Reise durch das Landgrafenschloss: Zu sehen sein wird diese Ausstellung dann bis Anfang 2017. Im Mittelpunkt stehen die unterschiedlichen Funktionen, die es am Standort des Schlosses gegeben hat, erläutert Ausstellungsmacher und Uni-Museumsdirektor Dr. Christoph Otterbeck der OP.

Von den Anfängen einer Burg auf dem Schlossberg über den Sitz der hessischen Landgrafen als Schloss bis hin zur Festung Marburg sowie der Nutzung als Gefängnis und danach als Staatsarchiv reicht die bunte Abfolge in der Nutzungsgeschichte. „Die Funktionsgeschichte des Schlosses wurde bisher noch nie so umfassend präsentiert“, sagt Otterbeck, der die Ausstellung zusammen mit Dr. Tina Bode konzipiert hat.

Exponate führen durch die Stadtgeschichte

Dokumente und andere Ausstellungsstücke sollen die unterschiedlichen Funktionsweisen des Gebäudes verdeutlichen. So steht ein Panzerhandschuh für die Zeit von Landgraf Philipp dem Großmütigen, der 1527 die Marburger Universität gründete. Und ein Gefängnis-Tagebuch gibt Einblicke in den Gefängnis-Alltag, in die Zeit von 1809 bis 1869, als das Schloss ein „bürgerliches Gefängnis“ war, in dem Sträflinge vor allem wegen der Delikte Diebstahl und Brandstiftung einsaßen. Zu Ehren des prominentesten Häftlings, von dem wegen Beihilfe zum Hochverrat einsitzenden Professor Sylvester Jordan wurde sogar ein Türmchen an der Hauptfassade des Schlosses „Jordan-Türmchen“ genannt.

Von 1870 bis 1938 war das Schloss Sitz des Staatsarchivs, im Jahr 1946 wurde es der Nutzung durch die Universität übertragen.

Seit 1981 ist das Schloss dauerhafter Sitz des Uni-Museums für Kulturgeschichte, aus dessen vielfältigen Beständen eine Auswahl im Südsaal präsentiert wird. Die Exponate führen auch Aspekte der Marburger Stadtgeschichte, des Lebens auf dem Lande, der Entwicklung der Universität und der Museumssammlung vor Augen. In Kurzfilmen erläutern Experten und Laien einige der Ausstellungsstücke. So erklärt Oberbürgermeister Egon Vaupel die Bedeutung einer ausgestellten Wetterfahne, die einst auf dem Rathaus im Wind flatterte.

Rund um die Ausstellung ist zur Eröffnung an diesem Sonntag ein großes Schlossfest geplant, das das städtische Kulturamt organisiert hat. Dabei kann es auch mehrere Male aufgrund von Kanonenschlägen am Schloss richtig laut werden. Denn eine der Hauptattraktionen soll die Inszenierung der historischen Gruppe „Fünf Schneeballen“ sein, die am ganzen Nachmittag die Wirkungsweise von historischen Kanonen, Handschützen und Feuerwaffen präsentiert.

von Manfred Hitzeroth

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