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Eine Wohnung für Menschen in Not

Ortenberggemeinde Eine Wohnung für Menschen in Not

Mit ihrer Bereitschaft, mehrere Zimmer für eine Flüchtlingsfamilie anzubieten und im Alltag zu helfen, will die Ortenberggemeinde Nachahmer ermutigen.

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Im Gemeinschaftshaus Ortenberg möchten Ulrike Tadge und Hans-Joachim Schäfer Platz für Begegnungen mit den Flüchtlingen schaffen.

Quelle: Anne Odin-Gebhardt

Marburg. Die Ortenberggemeinde will in ihrem Gemeinschaftshaus Räume zur Verfügung stellen, um einer Flüchtlingsfamilie ein festes Dach über dem Kopf zu ermöglichen.

Die Räume liegen im Souterrain des Gemeinschaftshauses der Gemeinde, in das durch mehrere Fenster Licht hereinströmt. Für eine Familie ist genug Platz: Es gibt ein großes Zimmer mit Tischen und Stühlen, einen Raum mit Spüle, Geschirr und Kühlschrank und eine Damen- sowie eine Herrentoilette.

„Es kann sofort jemand einziehen“, erklärt Hans-Joachim Schäfer, Ehrenvorsitzender der Ortenberggemeinde. Er kam als erster auf die Idee, die Räume Flüchtlingen anzubieten. „Unter Umständen müssten noch eine Duschkabine und ein Herd angeschlossen werden.“ Für die Menschen sei es ein großer Unterschied, ob sie in einem Camp ohne Privatsphäre dicht nebeneinander lägen oder einen großen Raum zur Verfügung hätten.

„Sie können sich einen Teil zum Schlafen abgrenzen, im Nebenraum können sie kochen und essen“, bekräftigt die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Tadge. Auch in ihrem Alltag würden Gemeindemitglieder die Flüchtlinge unterstützen. „Es gibt genug Leute, die zum Beispiel mit Kindern spazieren gehen könnten. Die Ortenberger könnten beim Kochen helfen und beim gemeinsamen Essen neue Gerichte kennenlernen.“

Ortenberger wollen eigene Stunden nach oben verlegen

So eigne sich zum Beispiel das Treffen der Freizeitgruppe „Tea and Talk“ im Gemeinschaftshaus gut, um mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen und sie so kennenzulernen. Auch andere Freizeitgruppen der Gemeinde nutzen die für Flüchtlinge vorgesehenen Räume. „Die Aktivitäten der Gruppen können wir aber eine Etage nach oben verlegen“, so Tadge.

„Als Vorreiter wollen wir unser Engagement nach außen zeigen“, sagt sie. Manche Privatpersonen hätten sogar leerstehende Häuser, diese Leute wolle die Gemeinde zum Nachdenken bringen. Anfang August hatte diese sich an das Büro des Oberbürgermeisters gewandt, bisher blieben die Räumlichkeiten für Flüchtlinge allerdings ungenutzt.

„Wir warten seit über einem Monat auf eine Eingangsbestätigung der Behörde“, erklärt Ulrike Tadge. Man habe vom Büro des Oberbürgermeisters die Zusage erhalten, die „Koordinierungsstelle für Flüchtlingswesen“ zu benachrichtigen. Es liege nun an ihr, auf das Angebot der Ortenberggemeinde zu reagieren.

von Jonathan Odin-Gebhardt

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