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Eine Urkunde und viel Gesprächsstoff

775 Jahre Bauerbach Eine Urkunde und viel Gesprächsstoff

Bauerbach feiert, und das bereits schon das ganze Jahr. Höhepunkt anlässlich des 775-jährigen Bestehens des Ortes war der festliche Abend am Freitagabend.

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Feiern mit den Nachbarn

Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (links), Ortsvorsteher Lothar Böttner (Mitte) und Regierungspräsident Dr. Lars Witteck bei der „Freiherr-vom-Stein“-Ehrenurkunde in Bauerbacher Bürgerhaus. Foto: Ina Tannert

Marburg. Volle Tische im Bauerbacher Bürgerhaus. Zum Festabend erschienen zahlreiche Bewohner des Marburger Stadtteils und einige Ehrengäste. „Dies ist ihr Fest und das haben sie sich verdient“, gratulierte Oberbürgermeister Egon Vaupel und erinnerte an die Eingemeindung Bauerbachs zu Marburg im Jahr 1974.

Das Jubiläum sei auch für die Stadt ein Grund zu feiern, für und gemeinsam mit ihrem „besonderen Stadtteil“. In Vertretung für Landrat Robert Fischbach überbrachte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern Jubiläumsgrüße aus dem Landkreis. Er lobte das ehrenamtliche Engagement und das rege Vereinsleben des Ortes.

Dank und Anerkennung

Höhepunkt des Abends war die feierliche Überreichung der Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde zu Ehren des langjährigen Jubiläums von Regierungspräsident Dr. Lars Witteck. Diese Urkunde „von zweifelhaftem ästhetischem Wert“, schmunzelte Witteck, sei ein Ausdruck um den Menschen des Ortes Dank und Anerkennung zu zollen. Ohne die engagierten Bewohner gäbe es heute kein solch attraktives Dorf, das man Heimat nennen könne, betonte der Gratulant.

Das aktive Vereinsleben als sinnvolle Freizeitgestaltung, sei eine erfreuliche Konstante im allseits bedrohten ländlichen Raum, welche den Ort besonders interessant mache, lobte Witteck. Die Organisation sowie den musikalischen Rahmen des Festes übernahmen die örtlichen Vereine.

Mit zarten, klassischen Töne leitete das Bauerbacher Instrumentalensemble den Abend ein. Zahlreiche Chöre wie „Kreuz und Quer“, „Liederkranz Bauerbach“ oder „Haste Töne“ gaben ihr musikalisches Können zum Besten. Als stimmgewaltige Chorgemeinschaft füllten sie die große Halle mit weit tragenden Tönen, auch das „Bauerbachlied“ durfte dabei nicht fehlen.

Musikalisch sportlich wurde es hingegen mit der Kinderturngruppe des SVB, die zu modernen Klängen eine athletische Choreographie vorführten. „Wir feiern das ganze Jahr“, sagte Ortsvorsteher Lothar Böttner. Und eigentlich habe der Ort noch viel mehr Jahre zu feiern. Bauerbach ist 775 Jahre alt. Oder doch nicht? Nein, sagen die Bauerbacher. Am offiziellen Gründerjahr scheiden sich immer wieder die Geister. Vor über 900 Jahre wurde die erste Kirche errichtet, jedoch nicht urkundlich erwähnt, ist sich Böttner sicher. Dies sei „eine Riesenschlamperei der damaligen Verwaltung“, schmunzelte der Ortsvorsteher.

Bauerbach oder „Burbach“ wurde erstmalig offiziell in einer Urkunde des Klosters Caldern im Jahre 1238 genannt. In dieser wird ein Pfarrer erwähnt, was darauf schließen lässt, dass es im jungen Bauerbach bereits eine Pfarrkirche gegeben haben muss. Darauf baut die Theorie auf, dass der Ort deutlich älter ist und bezieht sich dabei bereits auf das 12. Jahrhundert, in dem in einer Urkunde der Ort „Burebach“ erwähnt wird.

Feierlichkeiten seit Februar

Nicht geklärt ist offensichtlich, ob es sich dabei um den Ort Bauerbach bei Marburg und ob es sich bei dem Schriftstück um eine Fälschung handelt. Die Echtheit wird jedoch angezweifelt. Also ist Bauerbach vielleicht doch etwa 100 Jahre älter als gedacht? Fest steht jedenfalls, der Ort ist mindestens 775 Jahre alt und dies ist ein Grund zum feiern. Das sehen die Bauerbacher ebenso und feiern gleich das ganze Jahr über.

Der Ort wartete bereits mit einer ganzen Reihe festlicher Veranstaltungen im Jubiläumsjahr auf. Begonnen wurde schon im Februar mit mehreren Theateraufführungen. Diesen folgten weitere kulturelle, sportliche und gesellige Events. Feierlicher Höhepunkt war das Fest-Wochenende.

Drei Tage lang feierten die Dorfbewohner ausgiebig ihren Ort mit festlichem Programm am Freitagabend sowie großer Dorfkirmes am Samstag und Sonntag.

von Ina Tannert

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